Sonderveröffentlichung

Freiwillige Feuerwehr in Westerkappeln
Immer noch mittendrin

Siegfried Stotz und Leo Middendorf gehören der Ehrenabteilung an

Samstag, 27.04.2019, 09:57 Uhr

Aufgrund der hohen körperlichen und psychischen Belastungen in den Einsätzen gibt es eine Altersgrenze bei der aktiven Wehr. Foto: Archiv
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Zum alten Eisen gehören die beiden rüstigen Senioren noch lange nicht. Dennoch sind Siegfried Stotz, ehemaliger Gemeindebrandmeister (1987 bis 2000), und Leo Middendorf, früherer stellvertretender Wehrführer (1990 bis 1996), bei der Freiwilligen Feuerwehr nicht mehr aktiv im Dienst. Mittendrin sind die langjährigen verdienten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Westerkappeln aber trotzdem. Seit 2000 respektive 2004 verstärken Stotz und Middendorf die Ehrenabteilung, die sich aktuell aus 16 Männern der Westerkappelner Wehr und acht früher Aktiven des Velper Löschzugs zusammensetzt.

„Der Wechsel von der Einsatz- in die Ehrenabteilung erfolgt mit Erreichen einer bestimmten Altersgrenze, aus gesundheitlichen oder persönlichen Gründen“, beschreibt Stotz das Prozedere. Bei seinem Ausscheiden aus der aktiven Wehr vor knapp 19 Jahren lag die Grenze bei 60 Jahren. „Auf freiwilliger Basis konnte man bis zum Alter von 63 Jahren weitermachen“, erinnert er sich. Wegen der dünnen Personaldecke sei es für die Wehren oft notwendig, dass die Ehrenamtlichen über die Altersgrenze hinaus freiwillig weiter machten, betont Siegfried Stotz.

„Wenn ich aber 40 Jahre und länger Tag und Nacht mit der Feuerwehr ins Bett gegangen bin, habe ich den Ruhestand verdient“, ist er sich mit seinem Mitstreiter Middendorf einig. „Irgendwann ist es dann auch gut gewesen, denn mit zunehmendem Alter ist es nicht ganz so einfach, den heutigen Anforderungen gerecht zu werden“, räumen die Senioren unumwunden ein. Dass die Altersgrenze auch aufgrund der hohen körperlichen und psychischen Belastung in den Einsätzen berechtigt ist, wissen Stotz und Middendorf aus langjähriger Erfahrung.

Dabei sind sie aber immer noch, wenn auch nicht in der ersten Reihe. So können sich die Aktiven im Einsatz stets darauf verlassen, dass es frischen Kaffee gibt. Zubereitet von den Männern der Ehrenabteilung. Leo Middendorf zeichnet zudem für die Betreuung und das Catering verantwortlich, wenn in Westerkappeln ganztägige Grundlehrgänge für angehende Feuerwehrleute durchgeführt werden. Ihren Einsatz als Beobachter bei Übungen lassen sich die Mitglieder der Ehrenabteilung ebenfalls nicht nehmen.

Weiter stehen Jahr für Jahr die Treffen aller Ehrenabteilungen des Kreises Steinfurt im Kalender der Männer. 500 bis 600 Teilnehmer kommen an wechselnden Orten zusammen. Im Juni dieses Jahres findet das Treffen in Emsdetten statt. Westerkappeln war zuletzt 1979 Kulisse für das Altersund Ehrentreffen.

Hinzu kommen die jährlichen Zusammenkünfte der Ehrenabteilungen der „Nordlichter“, der Feuerwehren aus Hopsten, Lotte, Mettingen, Recke und Westerkappeln, im Anschluss an die Übungen in den Orten.

Auch die Geselligkeit wird in der Westerkappelner Ehrenabteilung groß geschrieben. Den Männern ist es wichtig, miteinander in Kontakt zu bleiben. Ins Gespräch kommen sie fünf Mal im Jahr bei den Klönnachmittagen, bei denen es nicht nur um die Vergangenheit, sondern auch um das aktuelle Tagesgeschäft wie die Ortskernentwicklung oder die politische Lage geht. Ausflüge werden ebenfalls regelmäßig organisiert. Ob Betriebsbesichtigung oder Boulespiel, Besuch des Traktorenmuseums oder Spaß beim Abenteuergolf in Tecklenburg – die Angebote sind breit gefächert, so dass für jeden etwas dabei ist. Wenn die Senioren nicht auf Tour gehen, treffen sie sich zum Kartenspielen im Feuerwehrgerätehaus an der Bullerteichstraße.

Zur großen Gemeinschaft der Westerkappelner Wehr gehören die älteren Semester sowieso. Keine Frage, dass sie an den sogenannten nicht-aktiven Veranstaltungen, die im Jahreskalender ihre festen Plätze haben, selbstverständlich teilnehmen. Ob Maiwanderung, Fahrzeugübergabe oder Jahreshauptversammlung, in deren Rahmen traditionell die Ehrungen verdienter Mitglieder erfolgen: Die Kameraden der Ehrenabteilung sind immer dabei. Bei den Ehrungen stehen sie dann übrigens doch wieder in der ersten Reihe, denn was die Anzahl ihrer Dienstjahre angeht, machen ihnen nur wenige etwas vor.

So hatten die zwei Dutzend „Veteranen“ der Westerkappelner Wehr und des Velper Löschzugs zum 4. April dieses Jahres immerhin 1073 Dienstjahre auf dem Buckel, weiß Siegfried Stotz.

Seit Jahrzehnten liegt ihm, seinem Mitstreiter Leo Middendorf und den anderen Veteranen die Freiwillige Feuerwehr am Herzen. „Auch wenn wir aus dem aktiven Dienst ausscheiden, bleiben wir doch Mitglieder mit allen Rechten und Pflichten“, machen die Senioren deutlich, dass sie der Wehr und den Kameraden in Zukunft weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen werden. (del)
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