Sonderveröffentlichung

Rund um das Auto
In der Nische verschwunden

Erdgas-Autos wollen wieder in den Mittelpunkt

Samstag, 19.10.2019, 06:27 Uhr

Wenn das Erdgas knapp wird, sollte man schon genau wissen, wo die nächste Tankstelle zu finden ist – denn den Treibstoff gibt es längst nicht an jeder. Foto: dpa
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Eine elektrische Premiere jagt derzeit die nächste: Das Ladekabel wird für die angeschlagene Automobilindustrie zunehmend zur Rettungsleine – beinahe scheint die E-Mobilität aktuell schon alltäglich. 

Doch, und darin sind sich alle Experten einig: So schnell wird die Wende nicht kommen. Selbst wenn tatsächlich in fünf, zehn oder 15 Jahren einmal jedes zweite Auto mit Akku fahren sollte, hieße das im Umkehrschluss, dass allein in Deutschland weiterhin über eine Million Verbrenner pro Jahr verkauft würden.

„Auch daran müssen wir deshalb mit Hochdruck weiterarbeiten, um die Emissionen zu drücken“, erklärt etwa VW-Sprecher Peter Weisheit. Über kurz oder lang werden synthetische Kraftstoffe kommen. Und immer neue Katalysator-Techniken drücken bei herkömmlichen Benzinern und Dieseln die Emissionen. Doch rückt im Zuge dieser Veränderungen auch eine ältere Alternative zurück in den Fokus, die zuletzt noch von E-Autos aus dem Blickfeld verdrängt wurde: der Erdgasantrieb.

„Erdgasfahrzeuge haben zweifellos einen guten Ruf als saubere Alternative zu Dieseln und Benzinern“, sagt Andreas Radics von der Strategieberatung Berylls in München. „Denn bei der Verbrennung von Erdgas oder Compressed Natural Gas (CNG) entsteht weniger Stickoxid, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid. Und Rußpartikel produzieren sie praktisch gar nicht.“ Außerdem sei Erdgas billiger als Benzin oder Diesel: Weil der Kraftstoff mindestens bis 2026 steuerlich begünstigt ist, hat man auch den Mehrpreis bei der Anschaffung schnell wieder hereingefahren.

CNG-Modelle sind in aller Regel bivalent konstruiert und haben noch einen kleinen Benzintank an Bord. Sobald das Erdgas aufgebraucht ist, wechselt die Elektronik automatisch auf flüssigen Treibstoff und schließt so die vorhandenen Versorgungslücken im CNG-Netz.

Zwar erklärt auch Radics, dass die CNG-Infrastruktur in Deutschland ausbaufähig sei, weil es rund 15 Mal mehr konventionelle Tankstellen gäbe als solche für Erdgas. Doch vor allem bei der Reichweite bietet Erdgas gegenüber allen anderen alternativen Antrieben Vorteile, sagt der Experte. Bis zu 700 Kilometer schaffen manche Modelle. Der Erdgasantrieb ist alles andere als neu und war schon einmal deutlich angesagter. Kurz nach der Jahrtausendwende, als Elektroautos allenfalls ferne Visionen waren, gab es entsprechende Umrüstungen bei zahlreichen Herstellern. Heute dagegen ist das CNG wieder in der Nische verschwunden: In Deutschland ist es nur noch der VW-Konzern, der diese Technologie proklamiert. (dpa)
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