Sonderveröffentlichung

Diagnose Krebs: Vor- und Nachsorge
Keine Angst vor der Darmspiegelung

Ab dem 50. Lebensjahr steigt das Risiko für die Entwicklung von Geschwülsten im Dickdarm

Dienstag, 29.01.2019, 09:01 Uhr

Vor einer Darmspiegelung braucht niemand Angst zu haben. Foto: Helios-Klinik Lenge
Zugegeben, es gibt schönere Vorstellungen als die einer Darmspiegelung. Ein Kaffee in der Mittagssonne klingt nach einem deutlich angenehmeren Ereignis. Und warum soll man sich überhaupt „spiegeln“ lassen? Beschwerden bestehen doch keine!?

Ab dem 56. Lebensjahr übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Darmspiegelung. Bereits Jahre davor – nämlich ab dem 50. Lebensjahr – übernimmt Ihre Kasse die Kosten für einen jährlich durchzuführenden Test, bei dem Stuhl auf menschliches Blut untersucht wird.

Ab dem 50. Lebensjahr steigt das Risiko für die Entwicklung von Geschwülsten (Polypen) im Dickdarm deutlich an. Wenn man dem Dickdarmkrebs etwas Positives abgewinnen möchte, dann seine Eigenschaft, dass er sich aus zunächst harmlosen Vorstufen entwickelt und er sich für diese Entwicklung – vom harmlosen kleinen Polypen bis zum Krebs – bis zu zehn Jahre Zeit lässt. Viel Zeit also, um eine Krebserkrankung zu verhindern.


Zentrum für Krebsmedizin, Comprehensive Cancer Center Münster (CCCM)

„Wir behandeln im Zentrum die unterschiedlichsten Krebserkrankungen des Magen-Darm-Entdeckt man bei der Darmspiegelung eine solche kleine Geschwulst, so kann diese in der Regel noch während der Untersuchung abgetragen werden. Bemerkt hat der Patient diesen Polypen bisher wahrscheinlich nicht, da dieser nur selten Beschwerden verursacht. Durch die Abtragung des Polypen ist die Weiterentwicklung zu einer bösartigen Geschwulst nun gestoppt.

Aber wie läuft so eine Darmspiegelung eigentlich ab? Zunächst findet ein Aufklärungsgespräch mit dem Arzt statt. Recht unbeliebt ist dann der Tag vor der Untersuchung. Der Darm muss mit einem speziellen „Reinigungsmittel“ gespült werden. Viel trinken ist nun angesagt. Der Darm wird sich einmal vollständig entleeren. Ohne Entleerung ist die Sicht bei der Darmspiegelung nämlich denkbar schlecht. Diese Vorbereitungsprozedur ist zwar lästig, aber extrem wichtig für die Beurteilbarkeit.

Die Darmspiegelung selbst findet in aller Regel in einem, durch ein Medikament erzeugten, Dämmerschlaf statt. Zumeist erinnern sich Patienten somit nicht an die Untersuchung. Der Dickdarm wird auf seiner gesamten Länge mit einem biegsamen, schlauchartigen Gerät, welches durch den After eingeführt wird, begutachtet. Das sogenannte Endoskop hat einen Durchmesser von rund sieben bis zehn Millimetern und verfügt über eine Minikamera mit Licht. Es wird langsam und Stück für Stück den kompletten Dickdarm voran geführt. Die Untersuchung dauert etwa 30 Minuten, Schmerzen haben die Patienten dabei nicht.

Im Anschluss ruhen Sie sich noch etwas aus und lassen sich dann am besten von einem Angehörigen abholen. Die aktive Teilnahme am Straßenverkehr beziehungsweise das Führen von Kraftfahrzeugen und Maschinen ist nach der Untersuchung tabu. Wenn Proben entnommen wurden, werden diese zur feingeweblichen Untersuchung eingeschickt. Das Ergebnis liegt zumeist am dritten Arbeitstag nach der Untersuchung vor, und kann dann besprochen werden. Zum Schluss erhalten die Patienten noch eine Empfehlung, wann die nächste Darmspiegelung stattfinden soll. Dies kann nach einem, drei, fünf oder gar zehn Jahren der Fall sein und hängt vom aktuellen Befund ab.

Beratung: Sexualität und Krebs

Sich selbst im eigenen Körper wohl zu fühlen ist oftmals die Voraussetzung für erfüllten Sex. Genau das fällt vielen Menschen nach der Diagnose einer Krebserkrankung schwer. Die Wahrnehmung der eigenen Attraktivität kann durch die Krankheit zutiefst erschüttert werden. Hinzu kommt, dass nicht nur die Erkrankten, sondern auch die Partner lernen müssen, mit der neuen Situation umzugehen.

Zärtlichkeit und Geborgenheit sind jetzt für viele Menschen bedeutender denn je. Für einige ist es gerade jetzt wichtig, nicht auch auf Sex verzichten zu müssen. Auch keine Lust und keinen Sex zu haben, kann richtig sein, sofern es sich für das Paar stimmig anfühlt. Denn beim Sex gibt es kein „richtig“ oder „falsch“. Wenn es einem als Paar gelingt, sich einfühlsam über seine Sorgen, Ängste und Wünsche bezüglich seiner Sexualität auszutauschen, besteht die Chance, gemeinsam wieder zu einer Lösung zu finden, die für beide erfüllend ist.

Sollte man bei dem Gespräch über dieses Thema Unterstützung wünschen, ist man eingeladen, als Paar einen Termin für das spezielle Beratungsangebot der Krebsberatung zu vereinbaren.

Dr. Julia Trifyllis (Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Schwerpunkt Sexualmedizin, Psychoonkologin, Mitarbeiterin der Krebsberatungsstelle) bietet diese Paarberatungen an. Der nächste Termin ist am Donnerstag, 31. Januar, ab 13.30 Uhr. Anmeldungen sind unter Telefon 0251/62562010 möglich.

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