Sonderveröffentlichung

Interieur des Autos richtig pflegen

Damit die Innenausstattung noch nach vielen Jahren wie neu wirkt

Donnerstag, 02.01.2020, 11:01 Uhr

Wer den Innenraum regelmäßig reinigt, hat lange Freude daran. Foto: dpa
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Im Sommer traktieren UV-Strahlung und Hitze Armaturen und Leder. Im Winter müssen Dichtungsgummis Kälte und Nässe wegstecken. Das Interieur eines Autos muss viel aushalten. Damit die Innenausstattung auch noch nach vielen Jahren wie neu wirkt, muss man gar kein Profi sein – ein paar einfache Tricks wirken manchmal Wunder.

Bei jedem Öffnen und Schließen der Türen werden die Gummidichtungen gequetscht und in Mitleidenschaft gezogen, sagt Christian Petzoldt. Im Innenraum greifen hohe Luftfeuchtigkeit und Schweiß mit der Zeit alle Materialien an. „Wenn wir nichts tun, können wir dabei zuschauen, wie solche Sachen immer schlechter werden“, sagt der Autopflege-Spezialist.

Wer die Materialien regelmäßig pflegt, kann sich noch in fünf Jahren über ein neu wirkendes Auto freuen. Dichtungsgummis an den Türen sollten Autofahrer im Frühjahr und im Herbst reinigen und pflegen. „Sind es neuwertige Gummidichtungen, dann reicht eine einfache Reinigung aus. Ist die Dichtung etwas älter, kann man mit Mitteln wie Glycerin, Talkum oder Hirschtalkstift nachhelfen“, sagt Petzoldt.

Zuerst sollte man Dreck mit einfachem Haushaltsreiniger von den Gummis entfernen. Das A und O dabei sei es, den scharfen Reiniger mit klarem Wasser zu neutralisieren. Dabei reicht es, mit einem feuchten Tuch sorgfältig nachzureiben. Danach kann man das Pflegemittel auftragen. „Die besseren sind silikonfrei“, so Petzoldt, „weil Silikone Gummi nach Jahren immer weicher machen und dann auch zerstören.“

Leder braucht erst ab dem zweiten Jahr gepflegt zu werden, sagt Petzoldt. Wenn man mit schwitzigen Händen immer wieder das Lenkrad an derselben Stelle anfasst, quelle es an dieser Stelle irgendwann auf oder die Farbe gehe ab, sagt er. „Wenn ein Ledersitz porös wird, reißt er unter Umständen ein“, sagt Sören Heinze vom Auto Club Europa (ACE). Schweiß und Sonnencreme seien dabei oft die Übeltäter.

Petzoldt empfiehlt ein Pflegemittel, das eine Schweißbarriere aufbaut. Es gebe fettfreie Mittel, die aus dem Reitsport kommen, erzählt er. Zaumzeug muss vor dem Pferdeschweiß geschützt werden. Diese Mittel könne man sich auch im Auto zunutze machen.

Wie geht‘s richtig? Zwischendurch immer mal wieder Kunststoffflächen wie Armaturenbretter mit mildem Seifenwasser und weichem Tuch reinigen. Ein Kunststoff- oder Cockpitreiniger kann stärkere Verschmutzungen entfernen. Die Reinigung werde auf diesen Oberflächen durch weiche Mikrofasertücher wirksam unterstützt und verbessert, erklärt Petzoldt. „Weiche Tücher deshalb, um feine Kratzer und Spuren auf sensiblen Oberflächen wie zum Beispiel Navi-Displays zu vermeiden.“

Wenn der Dichtungsgummi porös wird, kann Wasser eindringen. Im Winter kann dieses dann frieren und man bekommt am Morgen unter Umständen die Tür nicht mehr auf. Im Schlimmsten Fall kann durch entstandene Risse Nässe ins Auto kommen und die Innenmaterialien angreifen. „Wenn man lautere Windgeräusche hört oder es reintropft, ist der Gummi richtig kaputt“, sagt Heinze. Er rät, den Gummi auszutauschen, sobald er eingerissen ist. (dpa)

Silvester: Wer zahlt Schäden?

Party, Böller und Raketen: Der letzte Tag des Jahres ist für einige Menschen der schönste. Doch der Kater kommt am nächsten Morgen. Und manchem Autofahrer brummt der Schädel auch ohne Alkohol an Neujahr: Nämlich dann, wenn das eigene Auto in der Silvesternacht beschädigt wurde. Wer bezahlt den Schaden?

In erster Linie haftet natürlich der Verursacher. Doch wenn der sich nicht ausmachen lässt, können Geschädigte ihre Ansprüche bei ihrer Autoversicherung geltend machen. Das geht aber nur, wenn zuvor eine Teil- oder Vollkaskoversicherung abgeschlossen wurde, informiert der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Ansonsten bleiben die Autobesitzer auf ihrem Schaden sitzen, wenn sich der Verursacher nicht ermitteln lässt.

Welche Versicherung zahlt was? Eine Teilkaskoversicherung tritt in Fällen ein, wenn Feuerwerkskörper das Auto in Brand gesetzt oder durch eine Explosion beschädigt haben. Glasbruch ist in der Regel ebenfalls ein Fall für die Teilkasko. Darüber hinaus ersetzt dann eine Vollkaskoversicherung Schäden, wenn Autos in der Silvesternacht mutwillig ramponiert wurden – also Vandalismus. Über sie lassen sich auch Beulen und Kratzer regulieren, die etwa durch herabfallende Raketen am Fahrzeug verursacht wurden.

Wichtig: Die vertraglich vereinbarte Selbstbeteiligung müssen die Autobesitzer im Regulierungsfall immer einkalkulieren. Zudem kann die Begleichung des Schadens auch Auswirkungen auf die Schadenfreiheitsklasse haben. Wer den Schaden feststellt, sollte ihn aus möglichst verschiedenen Perspektiven fotografieren und seinen Kfz-Versicherer umgehend informieren. (dpa)
   
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