Sonderveröffentlichung

2. Münsterländischer Vermögenstag 2018
Interview mit Hartwig Webersinke, Wirtschaftsprofessor an der Hochschule Aschaffenburg

„Kluge Investoren schlagen in Europa bald richtig zu“

Freitag, 09.11.2018, 06:55 Uhr

Prof. Hartwig Webersinke
Prof. Webersinke, Präsident Trump hat die US-Unternehmen mit Steuersenkungen subventioniert. Können deutsche und andere europäische Unternehmen mit ihren Gewinnen da noch mithalten?

Prof. Hartwig Webersinke: Aktuell nicht, doch der Effekt der Steuersenkung ist einmalig und wird verpuffen. Viele deutsche Unternehmen haben sich mit Investitionen auf die neuen Handelsbedingungen vorbereitet und sich somit gestärkt.

Es besteht also Hoffnung für Dax & Co.?

Webersinke: Durchaus! Deutsche Unternehmen haben ihre Wettbewerbsfähigkeit bislang immer wieder unter Beweis gestellt und werden es wohl auch dieses Mal tun, wenn man den Analysten glaubt. Für 2019 rechnen sie mit einem Gewinnwachstum der Dax-Konzerne von zehn Prozent.

Was bedeutet das für Anleger?

Webersinke: Wenn die Gewinne sich so entwickeln wie angenommen, dürften kluge Investoren in Europa bald richtig zuschlagen. Denn die Märkte auf dem alten Kontinent sind günstig bewertet, die allgemeinen wirtschaftlichen Aussichten gut. Das gilt insbesondere für den Dax, der wegen des sehr hohen Gewichts der Automobilbranche stärker unter die Räder gekommen ist als die meisten anderen Indizes.

Wann könnte es endlich wieder aufwärts gehen mit Dax & Co?

Webersinke: Das weiß niemand, doch der Oktober ist ein Monat, in dem negative Trends schon oft ihr Ende fanden und ein neuer Kursanstieg begann. Und dann ist da noch die klassische Jahresendrallye, die kommen kann – oder auch nicht. Für den, der langfristig sein Geld anlegt, ist diese Frage schließlich unerheblich. Hier geht es um langfristige Trends.

Was ist mit deutschen Unternehmen der zweiten Reihe und mit europäischen Aktien?

Webersinke: Auch diese Märkte sind durchaus interessant und werden wie der DAX von Tag zu Tag interessanter weil günstiger bewertet. Anleger sind derzeit vielleicht zu pessimistisch.

Datenschutz