Sonderveröffentlichung

Brustkrebsmonat Oktober
Kein rein weibliches Problem

Auch Männer können an Brustkrebs erkranken

Dienstag, 16.10.2018, 07:35 Uhr

Brustkrebs bei Männern wird häufig spät erkannt, denn es gibt keine speziellen Untersuchungen. Warnsignale sind Knoten oder Verhärtungen in der Brust. Foto: dpa
Anzeige
Clemenshospital
Ein Knoten in der Brust oder eine eingezogene Brustwarze: Bei Frauen ist klar, dass so etwas auf Brustkrebs hinweisen kann. Aber bei Männern? Sie ignorieren häufig Beschwerden im Brustbereich. Dabei müssen solche Symptome immer ärztlich abgeklärt werden, lautet die einhellige Meinung der Mediziner. Denn auch Männer können an Brustkrebs erkranken.

Das geschieht zwar viel seltener als bei Frauen. Weil damit aber kaum einer rechnet, wird der Krebs häufig spät erkannt. Entsprechend schlecht sind dann die Aussichten.

Letztlich führt auch bei Männern mit Brustkrebs an einer Operation kein Weg vorbei. Dabei wird neben dem Drüsengewebe auch die Brustwarze und die den Brustmuskel abgrenzende Gewebeschicht entfernt. Sind auch Lymphknoten befallen, dann werden diese ebenfalls herausgenommen.

Da Brustkrebszellen beim Mann auch hormonabhängig wachsen können, muss sich in diesen Fällen der Patient nach der OP einer Hormontherapie unterziehen, häufig ein unangenehmes Verfahren. Denn die Therapie kann Nebenwirkungen wie Depressionen, Gewichtszunahme oder Impotenz haben. Viele Männer brechen sie deshalb vorzeitig ab. Zusätzlich zur Hormontherapie kann auf den männlichen Brustkrebs-Patienten nach der Operation eine Strahlenund Chemotherapie zukommen. (dpa)

Studie „MyPeBS“

Mit einer großangelegten Studie will ein internationales Wissenschaftlerteam die individuellen Ursachen von Brustkrebs besser erforschen und damit passgenauere Vorsorgeuntersuchungen ermöglichen. Wie Studienkoordinatorin Suzette Delaloge mitteilte, trägt die Untersuchung mit 85000 Patientinnen den Namen „MyPeBS“, was für „personalising breast screening“ steht, also personalisierte Brustuntersuchung. Die Studie soll am 1. Dezember starten.

Onkologin Delaloge hob hervor, dass es sich um die weltweit größte derartige Studie handele. Insgesamt 26 Forschungspartner aus Europa und den USA seien daran beteiligt. Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, Frauen Untersuchungen wie die Mammografie mit Röntgenstrahlen, Biopsien oder gar Brustamputationen zu ersparen. (AFP)
Datenschutz