Sonderveröffentlichung

Depressionen im Alter können gut behandelt werden

Keine Angst vor der Klinik

Der Aufenthalt in einer Fachklinik kann helfen, dem Leben wieder offen zu begegnen. Foto: Damian

17.11.2020

In der zweiten Lebenshälfte ändert sich das Leben oftmals gravierend: Renteneintritt, Auszug der Kinder oder auch der Verlust des Partners können Brüche mit sich bringen, die man aus eigener Kraft nicht kitten kann. Antriebslosigkeit, Abkapselung oder auch körperliche Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen können Zeichen für Depressionen sein. Diese äußern sich im Alter oft anders, als bei jungen Patienten. Ein stationärer Aufenthalt in einer Fachklinik kann dabei helfen, dem Leben wieder offen zu begegnen. Die Angst vor der Psychiatrie ist dabei völlig unbegründet.

Großzügige Zimmer, ausgefeilte Licht- und Gartenkonzepte, Therapien von Sport- über Kreativangebote, ein familiäres Umfeld und falls erforderlich individuell abgestimmte Medikation – moderne psychiatrische Krankenhäuser sind freundlich und einladend, so auch die Damian Klinik in Münster-Amelsbüren. Professor Dr. Judith Alferink ist hier Chefärztin und kennt die Vorbehalte ihrer Patienten hinsichtlich einer Stigmatisierung als „psychisch krank“. „Dabei verspricht der stationäre Aufenthalt in einer Klinik sehr gute Heilungschancen bei Depressionen“, so die Chefärztin. Das Versorgungsnetz, das für jeden Patient extra gewoben wird, schafft neue Möglichkeiten, das Leben zu gestalten. „Medikamente können – je nach Schweregrad der Depression – helfen, wieder erstes Licht ins Dunkel zu bringen. Die Psychotherapie und ergänzende Therapien zeigen auf, wie man die neuen Lebensumstände aktiv gestalten kann.“ Viele Patienten entdeckten in der Klinik neue Talente, ihre kreative Ader oder auch Interesse an Musik, Kunst, Sport oder Tieren.

Dass Depressionen die Entstehung einer Demenz begünstigen, ist längst bekannt. Angehörige und Freunde sollten hellhörig werden, wenn ein Senior aus dem Umfeld Interessen verliert und Kontakte vernachlässigt. „Abkapselung ist kein normaler Alterungsprozess!“, sagt Professor Dr. Judith Alferink. Unruhe, Stress und Änderungen im Immunsystem sind weitere Folgen einer unerkannten Depression, die in den schwersten Fällen zum Suizid führen kann.

„Sitzen Sie die Krankheit nicht aus, das schafft man nicht alleine“, appelliert sie an Betroffene, die erste Anzeichen von Depressionen im Alter zeigen. Erste Hilfe gibt es beim Hausarzt, der dann in eine Fachklinik überweisen kann. Medizinisch gut betreut kann eine Depression überwunden und die Lebensqualität zurückgewonnen werden. (pm)