Sonderveröffentlichung

Keine Angst vor der Klinik

Depressionen im Alter können gut behandelt werden

Dienstag, 19.11.2019, 04:25 Uhr

Angst vor einem stationären Aufenthalt bei einer Depression im fortgeschritten Alter braucht man nicht zu haben. Moderne psychiatrische Krankenhäuser sind freundlich und einladend. Foto: Alexianer
In der zweiten Lebenshälfte ändert sich das Leben oftmals gravierend: Renteneintritt, Auszug der Kinder oder auch der Verlust des Partners können Brüche mit sich bringen, die man aus eigener Kraft nicht kitten kann. Antriebslosigkeit, Abkapselung oder auch körperliche Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen können Zeichen für Depressionen sein. Diese äußern sich im Alter oft anders, als bei jungen Patienten. Ein stationärer Aufenthalt in einer Fachklinik kann dabei helfen, dem Leben wieder offen zu begegnen. Die Angst vor der Psychiatrie ist dabei völlig unbegründet.

Großzügige Zimmer, ausgefeilte Licht- und Gartenkonzepte, Therapien von Sport- über Kreativangebote, ein familiäres Umfeld und falls erforderlich individuell abgestimmte Medikation – moderne psychiatrische Krankenhäuser sind freundlich und einladend, so auch die Damian Klinik in Münster-Amelsbüren. Professor Dr. Judith Alferink ist hier Chefärztin und kennt die Vorbehalte ihrer Patienten hinsichtlich einer Stigmatisierung als „psychisch krank“. „Dabei verspricht der stationäre Aufenthalt in einer Klinik sehr gute Heilungschancen bei Depressionen“, so die Chefärztin. Das Versorgungsnetz, das für jeden Patient extra gewoben wird, schafft neue Möglichkeiten, das Leben zu gestalten. „Medikamente können – je nach Schweregrad der Depression – helfen, wieder erstes Licht ins Dunkel zu bringen. Die Psychotherapie und ergänzende Therapien zeigen auf, wie man die neuen Lebensumstände aktiv gestalten kann.“ Viele Patienten entdeckten in der Klinik neue Talente, ihre kreative Ader oder auch Interesse an Musik, Kunst, Sport oder Tieren.

»Sitzen Sie die Krankheit nicht aus, das schafft man nicht alleine.«

Chefärztin Professor Dr. Judith Alferink

Dass Depressionen die Entstehung einer Demenz begünstigen, ist längst bekannt. Angehörige und Freunde sollten hellhörig werden, wenn ein Senior aus dem Umfeld Interessen verliert und Kontakte vernachlässigt. „Abkapselung ist kein normaler Alterungsprozess!“, sagt Alferink. Unruhe, Stress und Änderungen im Immunsystem sind weitere Folgen einer unerkannten Depression, die in den schwersten Fällen zum Suizid führen kann.

„Sitzen Sie die Krankheit nicht aus, das schafft man nicht alleine“, appelliert sie an Betroffene, die erste Anzeichen von Depressionen im Alter zeigen. Erste Hilfe gibt es beim Hausarzt, der dann in eine Fachklinik überweisen kann. Medizinisch gut betreut kann eine Depression überwunden und die Lebensqualität zurückgewonnen werden. (pm)

Wenn einem das Privatleben zu viel wird

Burnout jenseits der Arbeit
Druck und Stress in den eigenen vier Wänden: Der gefürchtete Burnout trifft nicht nur überforderte Arbeitnehmer. Foto: dpa
Druck und Stress in den eigenen vier Wänden: Der gefürchtete Burnout trifft nicht nur überforderte Arbeitnehmer. Foto: dpa
Überforderung, keine Perspektive auf Besserung und keine Wertschätzung aus dem Umfeld: Was im Berufsleben einen Burnout verursacht, gibt es genauso oft auch im Privatleben – und damit auch die Erschöpfung, die zur Krankheit wird. „Auch nicht erholsamer Schlaf und Dauerstress führen zu Überlastung“, sagt Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater. Auslöser sind zum Beispiel plötzliche Erkrankungen in der Familie, eine Trennung oder ein plötzlicher Todesfall. Selbst dauerhaft schwelende unlösbare Konflikte mit Nachbarn tragen zur Erschöpfung bei.

Was auch immer der Grund ist – der Mechanismus hinter der Erschöpfung ist oft derselbe: Die Betroffenen versuchen, etwas zu erfüllen, was sie nicht sind, und erschöpften sich daran.

„Diejenigen, die ein Burnout-Syndrom haben, sind die Leistungsträger, die bis zum bitteren Ende die Fassade aufrecht erhalten“, erklärt Ärztin Mirriam Prieß, die auch als Führungskräftecoach arbeitet. Deshalb wachen die meisten Betroffenen erst auf, wenn es schon zu spät ist und der Körper deutliche Erschöpfungssignale sendet. Die beginnen mit leichter Unruhe, Gereiztheit und Antriebslosigkeit. Dazu kommen Konzentrationsstörungen, Kopf- und Magenschmerzen, Schwindel, Ohrgeräusche, hoher Blutdruck und Herz-Kreislaufprobleme.

Prieß rät, diese Symptome ernst zu nehmen. Für ein erstes Gespräch sei dann der Hausarzt die richtige Adresse. (dpa)
    
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