Sonderveröffentlichung

Online-Sitzung und kostümierter Sonntagsspaziergang in Sprakel

Kreative Alternativen gefragt

Im vergangenen Jahr grüßte Prinz Ingo II. vom Wagen. Coronabedingt musste der Umzug am Sonntag ausfallen. Fotos: KIG/Lisa Düllmann

5.02.2021

Normalweise wäre ganz Sprakel am Sonntag auf den Beinen gewesen, verkleidet und Karneval feiernd. Die Realität sah aber ein wenig anders aus: Aufgrund von Corona musste der alljährliche Umzug abgesagt werden. Ein bisschen närrischen Frohsinn gab es trotzdem. So machten einige Familien sich auf zum Sonntagsspaziergang im Kostüm. Prinzgardisten waren mit blauer Vereinsjacke zu sehen. „Die Karnevalisten wollten zeigen, dass sie da sind“, sagt Roland Grünagel, erster Vorsitzender der Karnevals-Interessen-Gemeinschaft (KIG) Sprakel-Sandrup-Coerde. Er betont, dass keine größeren Gruppen unterwegs waren, lediglich Familien. Also alles Corona-konform.
   

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Corona und Karneval seien eben schwierig zusammenzubringen, erklärt Grünagel. Daher sei Kreativität gefragt gewesen. Im November veranstaltete die KIG eine Damensitzung online. Videos wurden aufgezeichnet und unter Live-Moderation abgespielt.

Vergangenen Freitag legte der Verein nach. So wurde der Galaabend ebenfalls online gefeiert. Verschiedene Künstler stellten Videomitschnitte zur Verfügung. Die Moderation von Roland Grünagel wurde aufgezeichnet. Das Programm wurde zusammen mit DJ Andreas alias „Nemo“ online ins Wohnzimmer gestreamt. Die Zuschauerzahlen und die Resonanz sei laut des ersten Vorsitzenden positiv gewesen. „Die Familien haben sich zusammen hingesetzt, teilweise in Verkleidung vor dem Fernseher oder PC.“ Konfetti und Luftschlangen sorgten für die richtige Atmosphäre. Übrigens: Die Onlinesitzung ist nach der Ausstrahlung noch 14 Tage abrufbar sein.

„Die Leute haben gemerkt, dass wir uns bemüht haben, Ersatz zu liefern“, zieht Grünagel ein erstes Fazit der Session. Mehr sei leider nicht drin gewesen. Gleichzeitig hofft er, dass es das erste und letzte Mal war, dass online gefeiert wurde.

Neben dem Umzug gab es in der Corona-Session in Sprakel auch keinen Prinzen und Kinderprinzen. „Darauf haben wir verzichtet, da wir ja nicht viel bieten konnten“, so Grünagel. Anders als bei Schützenvereinen, die im Sommer keinen neuen König ermitteln konnten, haben Prinz Ingo II. und Kinderprinz Alexander I. kein zweites Jahr drangehängt, da die letzte Session voll durchgezogen werden konnte. „Das zweite Mal wird nie besser“, fügt Grünagel hinzu. Jan-Philipp Jenke