Sonderveröffentlichung

Plädoyer für duale Ausbildung

„No risk – no fun“

KH-Hauptgeschäftsführer Frank Tischner Foto: Jörg Kersten

29.01.2021

Kann man heutzutage ohne Abitur und Studium überhaupt noch Karriere machen? „Definitiv“, erklärt Frank Tischner, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf (KH) mit großer Bestimmtheit, und er muss es wissen. Nicht nur, dass im Bereich der KH rund 4.500 junge Menschen in den verschiedensten Handwerksberufen, von denen es mehr als 100 gibt, eine Ausbildung absolvieren, Frank Tischner hat es mit seinem Lebenslauf höchst persönlich unter Beweis gestellt.

Gestartet ist er ganz klassisch mit einer Handwerkslehre als Bäcker und Konditor und der Meisterprüfung im Konditoren-Handwerk. Auf der an-schließenden „Wanderschaft“ hatte zunächst seine handwerklichen und fachlichen Fähigkeiten erweitert und verfeinert. Dann schlug er den Weg in Richtung Betriebswirtschaft, Marketing und Management ein. Doch das Handwerk hat ihn dann doch nicht losgelassen. So ist er seit 2011 Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf, der rund 2.200 Handwerksunternehmen angehören. Seine Initiativen im Bereich der sozialen Medien für die Nachwuchswerbung oder das internationale Bildungsengagement der Kreishandwerkerschaft finden weithin Beachtung und Anerkennung.

Seinen bisherigen beruflichen Karriereweg, bereut Tischner nicht – im Gegenteil: „Es heißt ja auch: ‚No risk, no fun!‘“, meint Frank Tischner, der durch Richtungs- und Stellenwechsel in seinem bisherigen Berufsleben einiges riskiert hat, aber immer auch bei jeder neuen Aufgabe wieder den Spaß am Gestalten hatte. An seiner im dualen Berufsausbildungssystem verankerten Handwerkslehre gefiel ihm besonders die Mischung von praktischer Arbeit im Betrieb, das Lernen der theoretischen Grundlagen in der Berufsschule und die überbetrieblichen Lehrgänge, in denen er zusammen mit anderen Auszubildenden zusätzliche praktische Fertigkeiten erlernte. Damit wurde eine Basis geschaffen, auf der man viel aufbauen kann, wenn Können und Wollen mit einhergehen. Aber dies sei, betont Tischner, für jedes berufliche Weiterkommen Grundvoraussetzung.

Für den KH-Hauptgeschäftsführer ist die betriebliche duale Ausbildung kein Auslaufmodell, sondern aufgrund der großen Variabilität der Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten ein Berufsweg mit viel Perspektive. Spannende Entwicklungen wie etwa die Digitalisierung sorgen dafür, dass sich Berufsfelder und Anforderungen kontinuierlich weiterentwickeln und die für Handwerksunternehmen in der Region in den nächsten Jahren anstehende Notwendigkeit der Nachfolgeregelung bietet viele Chancen für die Selbstständigkeit als Unternehmer. Und die Ausbildungsbereitschaft der Handwerksunternehmen ist auch in Zeiten von Corona ungebrochen groß, denn der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften ist im Handwerk nach wie vor groß.