Sonderveröffentlichung

Nachgefragt: Das denkt Kinderhaus

Originell und traditionell

Krippenausstellung im Heimatmuseum gibt es im 34. Jahr

Ganz unterschiedliche sehen die Krippen aus, die im Heimatmuseum zu sehen sind. Foto: Bürgervereinigung Kinderhaus

4.12.2019

Sie sind eines der Symbole für Weihnachten schlechthin: Krippen stellen die Geburt Christi aus der Weihnachtsgeschichte dar. Wie unterschiedlich und wie farbenprächtig sie gestaltet sein können, zeigt seit 34 Jahren die Krippenausstellung in Kinderhaus. Über 250 unterschiedliche Exemplare sind seit dem 1. Advent im Heimatmuseum an der St. Josef-Kirche zu sehen (sonntags von 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung unter Telefon 0251/21 16 09). In allen Räumen und auf dem Dachboden des ehrwürdigen Pfründnerhauses von 1662 zeigt die Bürgervereinigung Kinderhaus Krippenschätze nicht nur aus dem Stadtteil, sondern aus ganz Münster.

Originell oder traditionell – ein Hingucker sind sie alle. „Mittlerweile haben wir auch einige Mazzotti-Krippen in der Sammlung“, ist Walter Schröer, zweiter Vorsitzender der organisierenden Bürgervereinigung Kinderhaus, stolz. Der Italiener Pietro Mazzotti war, nachdem er nach Münster eingewandert ist, als Bildhauer tätig und gestaltete die wertvollen Krippen. „Um 1900 waren sie sehr beliebt“, erklärt Schröer. Sogar richtig angezogen seien die Figuren einer großen Kirchenkrippe der Münchener Firma Lang, weist er auf ein weitere besonderes Exemplar hin. Ob selbst geschnitzt, aus Recycling-Material hergestellt, in einer Nussschale oder aus Pappmasche – jede der ausgestellten Krippen ist einzigartig. „Viele Krippen haben wir geschenkt bekommen“, freut sich Walter Schröer, der selbst jedes Jahr eine neue Krippe kreiert. Die Idee, auch in Kinderhaus eine Krippenausstellung zu zeigen, hatte das Ehepaar Ruth und Adolf Betz im Jahr 1985. Die beiden Vorstandsmitglieder der KAB Kinderhaus trugen ihr Anliegen dem damaligen Pfarrer Karl Stindt vor und stießen auf offene Türen. Im Pfarrzentrum fand die erste Ausstellung statt. Zuvor erging ein Aufruf an alle Kinderhauser, mit der Bitte, doch ihre Hauskrippen für die Vorweihnachtszeit leihweise zur Verfügung zu stellen. Gleich 49 Exemplare wurden gezeigt.

Als 1986 die Bürgervereinigung Kinderhaus gegründet wurde, wuchs die Ausstellung jährlich und es wurde sinnvoll, sie ab 1992 im neu eingerichteten Heimathaus zu zeigen. Dort war das Platzangebot viel größer und somit steigerte sich die Krippenzahl jährlich. Nach der Umgestaltung des Museums im Jahr 2003 organisierte Walter Schröer die Ausstellung und es wurden alle Museumsräume genutzt. (jeh)