Sonderveröffentlichung

Kurvenfahren und Taktieren ist angesagt

RSV-Chef Gideon Schwarze sowie Ex-Radrenn-Profi und Schirmherr Fabian Wegmann im Interview

Donnerstag, 13.06.2019, 12:44 Uhr

Brennen für das Radrennen rund um die Hiltruper Marktallee: RSV-Vorsitzender Gideon Schwarze (links) und Schirmherr Fabian Wegmann (rechts). Foto: AGRAVIS Raiffeisen AG
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Der eine, Gideon Schwarze, war einer der Treiber, als 2016 das Hiltruper Traditionsradrennen „Rund um die Marktallee“ nach einer Pause mit Unterstützung der Agravis Baustoffhandlung in Amelsbüren wiederbelebt wurde. Der andere, Fabian Wegmann, stieg ein Jahr später als sportliches Aushängeschild und Schirmherr mit ein. Gideon Schwarze, erster Vorsitzender des Radsportvereins (RSV) Münster, und Fabian Wegmann, ehemaliger Radrenn-Profi aus Münster, deutscher Meister und heute zum Beispiel Co-Kommentator bei der ARD oder als Sportlicher Leiter des Sparkassen Münsterland- Giros und der Deutschland-Tour im Radsport aktiv, blicken im Interview auf „ihr“ Radrennen: den „Agravis-Cup – 88mal um die Marktallee“.

Wie hat sich das Hiltruper Radrennen, heute „Agravis-Cup – 88mal um die Marktallee“, seit seiner Wiederaufnahme im Jahr 2016 entwickelt?

Schwarze: In jeder Hinsicht sehr positiv. Von Jahr zu Jahr kommen mehr Zuschauer auf die Marktallee. Da haben wir uns immer gesteigert. Aber was sich auch sehr erfreulich entwickelt, ist der Effekt auf uns als Radsportverein Münster. Wir haben uns damit beim Nachwuchs in Position gebracht. Unsere Jugend schaut auf dieses Rennen, da sie sich dort präsentieren kann, und das motiviert ungemein.

Wegmann: Es ist auch schön zu sehen, wie Hiltrup auf dieses Rennen reagiert. Es war ja früher schon ein sehr großes Rennen, und auch jetzt identifizieren sich von Mal zu Mal mehr Hiltruper damit. Insgesamt weiß ich von meiner Arbeit beispielsweise für die Deutschland-Tour, dass das Interesse am Radsport in Deutschland wieder anzieht. Diese Akzeptanz ist schön zu sehen. Vor allem, dass auch die Kinder wieder Bock darauf haben. Die Kids bleiben gerade nach einem Erlebnis vor Ort wie dem Agravis-Cup oft dabei – und das ist für den Verein sehr wichtig. Heute ist es ja so, dass die Kinder gegen die ganze Welt fahren, aber per E-Sports auf dem PC. Alles, was sie motiviert, rauszugehen und aktiv Sport zu treiben, ist da gut. Und wenn es „meine“ Sportart ist: umso besser!

Schwarze: Wir schauen stark auf die Jugend, das ist für uns als Verein nachhaltiger. Wenn die Sportler erstmal im Amateurbereich fahren, machen viele ihr eigenes Ding. Aber um die darunter, die Jugendlichen, müssen wir uns kümmern. Das macht einen Verein auch groß und stark.

Was macht den besonderen Reiz des Agravis-Cups aus?

Wegmann: Der Sparkassen Münsterland-Giro ist gerade für Kinder gigantisch. Das Hiltruper Rennen ist kleiner, familiärer, es vermittelt den Radsport direkter als ein großes Rennen. Bei Letzteren sieht die Jugend ihre Idole. Dort kommen die jungen Fahrer hin, wenn sie selbst die kleineren Rennen fahren. Rennen wie das in Hiltrup sind für junge Leute der Einstieg in unseren Sport. Beim Agravis-Cup ist der enge Rundkurs etwas Besonderes. Man könnte sagen: Ausdauer holt man sich bei den Straßenrennen – Kurvenfahren, Windschattenfahren, Taktieren, das lernt man beim Hiltruper Rennen. (pm)
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