Sonderveröffentlichung

Mit einem „besser machen könnte ich das“ fängt alles an

Der „Vater“ der Sportschau sagt Tschüss

Ohne ihn hätte es die Erfolgsgeschichte „Lengericher Sportschau“ nie gegeben: Detlef Dowidat. Foto: Michael Baar

17.02.2021

Angefangen hat alles mit einer Beschwerde. Detlef Dowidat fand es unpassend, dass bis 1990 die Sportlerehrung der Stadt „zwischen Tür und Angel“ im Rahmen von Ausschusssitzungen stattfand — und sagte das auch dem damalige Stadtdirektor Helmut Center. „Wenn Sie es besser können, machen Sie es doch“, habe der ihn angegiftet, erinnert sich der WN-Redakteur.

Die Initialzündung kam wenig später, als Detlef Dowidat eine Sportgala in Greven besuchte, wo erfolgreiche Tänzer aus Lengerich auftraten. Dort traf er Josef Hoppe, damals Anzeigenleiter im Verlag Aschendorff. So etwas könnte doch auch in Lengerich laufen, merkte Josef Hoppe beiläufig an. Was bei Detlef Dowidat zu dem Gedankengang führte: „Beides packe ich zusammen, klar geht das, und besser machen könnte ich eine Sportlerehrung auch.“

Reiffenschneider

Zusammen mit Günter Tierp von der Stadtsparkasse und Heinz Klausmeyer vom Stadtsportverband stellt er das Programm für die erste Sportschau zusammen. Eigentlich sollte es auch eine Sportgala werden — aber die Kuwait-Krise Anfang 1991 macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Festveranstaltungen kamen kurzerhand auf den Index — bundesweit. „Innerhalb von drei Wochen haben wir dann das ganze umgestrickt und daraus eine Sportschau in der Dreifachsporthalle gemacht“, blickt er zurück.

Ausverkauftes Haus, ein tolles Programm — die erste Lengericher Sportschau wird ein Riesenerfolg. Was zu einem großen Teil daran liegt, dass Detlef Dowidat ein Herzensanliegen umgesetzt hat: die Beteiligung heimischer Akteure. „Die haben mir immer am Herzen gelegen. Sie waren Jahr für Jahr das Salz in der Suppe, die Highlights schlechthin. Besonders denke ich an die Kindergärten und Schulen“, resümiert er. Und auch in einem zweiten Punkt hat er einfach Nägel mit Köpfen gemacht. Als vor Jahren die Diskussion um das Thema Inklusive aufkam, hat er kurzerhand die Leider Werkstätten ins Programm geholt. „Bei der Sportschau wurde Inklusive gelebt“, sagt er dazu nur.

Was ihn ebenfalls sehr freut ist die Tatsache, dass bei den 29 Sportschauen nie etwas passiert ist. Keine Unfälle, keine Verletzungen. „Dafür bin ich dem Herrgott sehr dankbar.“ Gleichwohl ist nicht immer alles so gelaufen, wie er es geplant hat. Spontan fallen ihm die tschechischen Tischtennis-Künstler ein. „Abgemacht war ein Zehn-Minuten-Auftritt, aber die sind erst nach 30 Minuten von der Platte gegangen.“ Heute kann er darüber schmunzeln, damals hat ihn das sehr geärgert.

Nach der 30. Auflage wollte er Schluss machen. Doch die ist ins Wasser gefallen, beziehungsweise die Corona-Pandemie hat diesen Abschluss verhindert. Ein außergewöhnliches Programm hatte er vorbereitet. Doch es sollte nicht sein. Sein Wunsch ist, dass ein neues Format gefunden wird, welches den erfolgreichen Sportlerinnen und Sportlern der Stadt auch in Zukunft gerecht wird. Ein ein großes Dankeschön gilt neben allen Akteuren insbesondere dem Publikum, dass 30 Jahre die Treue gehalten hat und fast immer für ein ausverkauftes Haus gesorgt hat. „Ohne die Zuschauer wäre die Sportschau kein Erfolgsschlager geworden“, stellt er fest. Dem ist nichts hinzuzufügen. (mba)