Sonderveröffentlichung

Rund um das Auto
Lieber schmal oder extrabreit?

Bei der Bereifung kommt es nicht nur auf dir Profiltiefe an

Samstag, 17.11.2018, 14:39 Uhr

Welche Bereifung eignet sich am besten für den Winter, wie wirken sich diese bei verschiedener Witterung aus? Um das herauszufinden, hat der Allgemeine Deutschen Mobil-Club (ADAC) fünf verschiedene Reifenbreiten getestet. Foto: ADAC/isp-grube.de
Anzeige
Tappe Kfz-Meisterbetrieb
BMW
Autohaus Ludger Raus
Autohaus Broemmler GmbH
Autohaus Treus
Die Fahrzeughersteller rüsten ihre Fahrzeuge immer öfter mit größeren und breiteren Reifen aus. Bei Sommerreifen wird dadurch die Fahrdynamik betont, wie aber schlagen sich Breitreifen im Winter? Der ADAC hat erstmals fünf Reifenbreiten für ein Automodell getestet. Ergebnis: Bei Aquaplaning, Schneematsch und schneebedeckter Fahrbahn hat die schmalere Dimension Vorteile, auf trockener Oberfläche die breitere.

Insgesamt fallen die Unterschiede zwischen den fünf Dimensionen geringer aus als zwischen den Modellen innerhalb einer Dimension, die der ADAC regelmäßig in seinen Tests untersucht. Alle Reifen, von ganz schmal (195/65 R15) bis ganz breit (225/40 R18), erreichen das Gesamturteil „gut“, es gibt keine signifikanten Leistungsunterschiede.

Bei den Einzeltests zeigten sich jedoch durchaus Unterschiede: Auf Schnee haben schmale Reifen Vorteile beim Anfahren. Auch die Seitenführung bei Kurvenfahrten ist besser. Die Aquaplaninggefahr bei Nässe und Schneematsch fällt bei schmaler Bereifung ebenfalls geringer aus: Extrabreite Winterreifen schwimmen wesentlich früher auf als schmale. 
Foto: ADAC
Foto: ADAC
Beim Aquaplaningtest (Wassertiefe 7 mm) verlieren die 225-er Reifen bereits bei rund 70 Stundenkilometern den Kontakt zur Fahrbahn, die schmalen 195- er Pneus jedoch erst bei deutlich über 80 Stundenkilometern. Auf trockener Fahrbahn und beim Abrieb zeigt der 195er im Gegenzug leichte Nachteile. Der Breitreifen hat auf trockener Fahrbahn Vorteile bei der Fahrsicherheit und dem Lenkgefühl. Ein positiver Nebeneffekt schmalerer Reifen ist der größere Fahrkomfort, bedingt durch die höhere Seitenwand. Ebenso der günstigere Anschaffungspreis: Bei den getesteten fünf Dimensionen lagen zwischen dem schmalsten und dem breitesten Reifen rund 85 Euro – pro Stück. Das rechnet sich trotz des höheren Verschleißes der schmaleren Reifen. Zusätzlich können meist nur auf die schmaleren Reifen Schneeketten aufgezogen werden. „Egal, auf welche Reifenbreite die Wahl fällt – ein Modellvergleich unseres regulären Reifentests empfiehlt sich immer, denn unabhängig von der Dimension ist ein guter Reifen für sicheres Vorankommen unverzichtbar“, betont Dr. Reinhard Kolke, Leiter Test und Technik.

Wichtiger Tipp: Vor dem Kauf eines Winterreifens das Fahrzeughandbuch zu Rate ziehen und die richtige Felgengröße identifizieren. Denn nicht immer sind die Felgen, auf denen das Fahrzeug mit Sommer- oder Ganzjahresreifen ausgeliefert wurde, mit Schneeketten kompatibel. (adac)
Datenschutz