Sonderveröffentlichung

Experten kennen den Markt vor Ort ersparen dem Verkäufer eine Menge Rennerei

Makler leisten mühevolle Kleinarbeit

Bevor eine Immobilie den Besitzer wechselt, erledigen Makler viele Dinge, die die Verkäufer des entsprechenden Objektes entlasten. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

21.11.2020

Ein paar Gespräche mit Verkaufswilligen führen, ein paar Fotos online stellen, bei Besichtigungen nett mit den Interessenten plaudern und nach Vertragsabschluss die Provision kassieren: So stellen sich viele den Beruf des Immobilienmaklers vor. Doch mit dem Berufsalltag dieser Verkaufsexperten haben diese Vorstellungen nicht viel zu tun: „Zwischen den Bildern in den Köpfen der Leute und der Wirklichkeit klaffen Welten“, findet Makler Sven Keussen.

Denn viel teils mühevolle Kleinarbeit bestimme den Alltag, sagt er. Aufgaben, mit denen ein Makler dem Verkäufer eine Menge an oftmals nervenaufreibender Arbeit abnimmt.


»Ohne breites Fach- und Praxiswissen sind Immobilienmakler auf kurz oder lang zum Scheitern verurteilt.«

Sven Keussen, Immobilienmakler


Makler besichtigen angebotene Objekte oder Grundstücke, kalkulieren auf Basis von Vergleichsobjekten Preise und checken Marktanalysen. Dann arbeiten sie sich in Unterlagen ein: Sie sichten etwa Grundrisse und Lagepläne, prüfen, welche Sanierungen es gab und stellen Energiewerte eines Objektes zusammen. Dafür kontaktieren sie zum Beispiel das Bauordnungsamt. Sie entwerfen ein Exposé, dann eine Marketing-Strategie.

Immobilienmakler haben in aller Regel eine Kundenkartei, die es zu pflegen gilt. Es gibt eine ganze Reihe von Verkaufswilligen, die es ablehnen, an ihrem Haus das Schild „Zu verkaufen“ stehen zu haben, sagt Dirk Wohltorf, Vizepräsident des Immobilienverbands Deutschland IVD. „Sie setzen auf Diskretion und wollen, dass ein Makler ihnen einen passenden Kaufinteressenten präsentiert.“

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Immobilienmakler ist keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung. Was bedeutet: Jeder kann sich so nennen – und jeder kann es werden, ob nun direkt nach einem Studium, als Berufsanfänger nach einer dualen Ausbildung oder als Quereinsteiger. „Im Idealfall haben diejenigen, die Makler werden wollen, Ahnung von der Branche und eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann absolviert“, findet Wohltorf. Nach seinen Angaben interessieren sich häufig Frauen und Männer aus anderen kaufmännischen Berufen für den Makler-Job.

Ebenso ist häufig ein immobilienwirtschaftliches Studium gute Grundlage für die Tätigkeit. Daneben gibt es viele verschiedene Ausbildungsträger, die Kurse oder Seminare für Quereinsteiger zu unterschiedlichen Preisen anbieten.

Generell brauchen Makler eine Erlaubnis nach Paragraf 34c der Gewerbeordnung, um tätig werden zu dürfen. Anlaufstelle ist dafür meist das Gewerbe-, das Ordnungsamt in der Stadtverwaltung. Anwärter müssen Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse nachweisen. Dafür legen sie unter anderem ein polizeiliches Führungszeugnis und eine Auskunft vom Amtsgericht vor, aus der hervorgeht, dass sie in den zurückliegenden Jahren rechtlich nicht belangt wurden.

Die behördliche Erlaubnis ist das eine, aber: „Ohne ein breites Fach- und Praxiswissen sind Immobilienmakler auf kurz oder lang zum Scheitern verurteilt“, sagt Keussen. Nicht nur, dass ein Profi den Markt vor Ort und dessen Preise im Detail kennt. Er muss auch im Miet-, Vertrags-, Grundbuch-, Notar- und Baurecht fit sein und über Gesetzesänderungen und aktuelle Urteile Bescheid wissen. Ferner ist er in der Lage, Kunden in Finanzierungs- und Steuerfragen zu beraten. (dpa/dj)

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Wert neutral ermitteln

Bei der erfolgreichen Veräußerung von Immobilien ist die realistische Marktwerteinschätzung der entscheidende Dreh- und Angelpunkt. Während Käufer möglichst vorteilhafte Konditionen anstreben, möchten Verkäufer einen marktgerechten Erlös erzielen. Dementsprechend richtet sich der Preis – genau wie in anderen Handelsbereichen auch – grundsätzlich nach dem Angebot und der Nachfrage. In diesem Zusammenhang eröffnet sich eine Vielzahl an Faktoren, welche bei der Wertermittlung berücksichtigt werden. Ob in ländlichen Regionen, großen Metropolen oder beliebten Wohngegenden wie Berlin-Spandau: Qualifizierte Immobilienmakler unterstützen Hausbesitzer dabei, den Wert ihres Objekts neutral zu ermitteln sowie eine passende Verkaufsstrategie abzuleiten. Die elementaren Gesichtspunkte reichen von der Lage, dem Objektzustand und der Größe bis hin zu Ausstattungsmerkmalen. (ots)