Sonderveröffentlichung

25 Jahre Markus Holtmann - Der Schreiner
Wo Althölzer wieder neu erstrahlen

Urkunde und Historisches bei der Jubiläumsfeier

Samstag, 05.10.2019, 11:47 Uhr

Das Firmengebäude an der Gutenbergstraße, in das Markus Holtmann im Jahr 2004 umsiedelte. Fotos: Sina-Marie Hofmann
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Markus Holtmann
Loose Glas
Wir versuchen bei Holz etwas anders zu denken“, erklärt Schreinermeister Markus Holtmann. Am 27. September feierte er mit Kunden, Freunden und Mitarbeitern das 25-jährige Bestehen seiner Firma, die auf 3000 Quadratmetern ihren Platz an der Gutenbergstraße gefunden hat. „Ich habe jetzt ein Top-Team“, meint er über seine acht Mitarbeiter, die mit ihm zusammen verschiedenste Möbel aus Massivholz fertigen.

Markus und Elke Holtmann (Mitte) mit Alfred Engeler und Frank Tischner von der Kreishandwerkerschaft.
Markus und Elke Holtmann (Mitte) mit Alfred Engeler und Frank Tischner von der Kreishandwerkerschaft.
Der Schwerpunkt der Firma liegt auf historischen Althölzern aus dem Münsterland – diese müssen mindestens 140 Jahre alt sein. Dafür gründete er sein Label „History Wood“. Die Hölzer werden aus alten Häusern, Höfen und Scheunen ausgewählt. Aus zwölf verschiedenen Oberflächen und Kollektionen können sich Kunden bauen lassen, was sie wollen. Von Treppen über Betten bis hin zu Waschtischen und Bodendielen in der Dusche. Wichtig für Holtmann ist dabei, nachhaltig zu denken: „Nachhaltiger als mit Upcycling kann man eigentlich kaum sein.“ Bei den Massivhölzern achtet Holtmann auf Regionalität – und das kommt gut an. „Die Kunden wissen: Das ist regional – das kommt echt aus Greven.“ Doch kommt er seinen Kunden ebenso entgegen. „Wenn wirklich mal ein Kunde sagt‚ bau mir was aus Spanholzplatten, dann kaufen wir das auch mal als teilfertiges Element zu und konfigurieren es nach Kundenwunsch“, erläutert Holtmann.

Der Schwerpunkt der Firma liegt auf historischen Althölzern aus dem Münsterland – diese müssen mindestens 140 Jahre alt sein. Dafür gründete er sein Label „History Wood“.
Der Schwerpunkt der Firma liegt auf historischen Althölzern aus dem Münsterland – diese müssen mindestens 140 Jahre alt sein. Dafür gründete er sein Label „History Wood“.
Mit der Unterstützung seiner Frau Elke Holtmann erledigt er weitestgehend die Administration. Dazu kann er einen Ratschlag geben: „Mit dem Wissen von heute würde ich jedem raten: Mach deinen Meister und studiere wenigstens ein paar Semester BWL.“

Bei der Laudatio seiner Feierlichkeiten blickte er zusammen mit seinen Gästen auf die Firmengeschichte zurück: Diese begann mit der Aussage seines Vaters vor 35 Jahren: „Jung, ich habe eine Lehrstelle für dich zum Schreiner.“ Nach der abgeschlossenen Ausbildung bei Venschott arbeitete Holtmann in verschiedenen Betrieben. „Ich habe überall mit den Augen geklaut“, scherzte er. Danach besuchte er die Meisterschule in Arnsberg. Ein Jahr lang arbeitete er in einem Betrieb als Meister. „Ich war mir schnell sicher“, erzählte Holtmann, „hier werde ich überall nur blockiert“. Deswegen eröffnete er seine eigene Schreinerei auf dem elterlichen Hof – in einem Stall. Die ersten drei Jahre hielt er seine Schreinerei noch klein, dann zog er ins Gewerbegebiet am Eggenkamp. Dort residierte er sieben Jahre, bis er 2004 in seine neu erbaute Werkstatt an der Gutenbergstraße umsiedelte. Danach versuchte er sich mit einem Holzfachmarkt und einem Laminat-Outlet aus, welche sich nicht bewährt haben. Deswegen wurde der Laden vor acht Jahren umgebaut und eine Erlebnisausstellung ins Leben gerufen. „Die Kundenberatung wurde dadurch deutlich einfacher und effizienter“, meinte Holtmann.

Aus zwölf verschiedenen Oberflächen und Kollektionen können die Kunden wählen (oben). Markus Holtmann während seiner Laudatio – auf der Kreissäge (Mitte). Beispielsweise lassen sich Betten mit den historischen Althölzern bauen.
Aus zwölf verschiedenen Oberflächen und Kollektionen können die Kunden wählen (oben). Markus Holtmann während seiner Laudatio – auf der Kreissäge (Mitte). Beispielsweise lassen sich Betten mit den historischen Althölzern bauen.
Während der 25 Jahre musste er auch einige Rückschläge in Kauf nehmen. Er verlor zwei treue Mitarbeiter durch Schicksalsschläge. Ein weiterer Rückschlag war das Unwetter 2014 – „die Ausstellung und das Büro im Erdgeschoss waren ein Totalschaden“. Als der Schaden 2015 dann behoben war, folgte ein Brand, der die Werkstatt komplett zerstörte. Während der Sanierungsarbeiten der Werkstatt gab es dann einen Folgebrand. Im April diesen Jahres wurden endlich die letzten neuen Maschinen geliefert und angeschlossen, dazu Holtmann: „Jetzt können wir wieder richtig was machen.“

Nach seiner Rede wurde Holtmann von Alfred Engeler und Frank Tischner, Vertretern der Kreishandwerkerschaft, beglückwünscht und erhielt eine Urkunde für das langjährige Bestehen seiner Firma. Neben seiner Selbstständigkeit ist er ehrenamtlich tätig im Gesellenprüfungsausschuss. Er selbst hat mit seinem Betrieb schon 42 Lehrlinge durch die Ausbildung gebracht. Ebenso ist er sehr aktiv in der Tischlerinnung, der Holzlandgruppe und einem Ring historischer Fachhändler.

Zur weiteren Zukunft der Firma meinte Holtmann: „Ich hoffe, dass die nächsten 25 Jahre nicht ganz so herausfordernd, aber genauso spannend und kurzweilig werden.“ Sina-Marie Hofmann

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