Sonderveröffentlichung

Mehr Geld für Azubis

Tarifliche Ausbildungsvergütungen für das Jahr 2019

Donnerstag, 06.02.2020, 16:13 Uhr

Die höchsten durchschnittlichen tariflichen Ausbildungsvergütungen wurden für den Beruf Zimmerer/Zimmerin mit 1240 Euro ermittelt. Foto: dpa/ZDB
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Im Jahr 2019 lagen die tariflichen Ausbildungsvergütungen im Gesamtdurchschnitt bei 939 Euro pro Monat. Sie erhöhten sich damit gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 3,8 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), das jährlich die tariflichen Ausbildungsvergütungen zum Stand 1. Oktober auswertet.

Generell gilt, dass hohe tarifliche Ausbildungsvergütungen nicht auf bestimmte Ausbildungsbereiche begrenzt sind. Unter den Berufen, deren gesamtdeutsche Durchschnittswerte über 1000 Euro lagen, befanden sich jeweils drei Berufe aus Industrie und Handel und dem Handwerk sowie mit dem Verwaltungsfachangestellten ein Beruf aus dem Öffentlichen Dienst. Die höchsten durchschnittlichen tariflichen Ausbildungsvergütungen wurden für den Beruf Zimmerer/Zimmerin mit 1240 Euro ermittelt.

Niedrige Vergütungsdurchschnitte von unter 800 Euro wiesen vor allem Handwerksberufe auf. Die insgesamt niedrigsten Vergütungsdurchschnitte von knapp 610 Euro gab es bundesweit in den Berufen Schornsteinfeger/-in und Friseur/-in. Beide Berufe verzeichneten allerdings einen überdurchschnittlichen Anstieg der tariflichen Ausbildungsvergütungen im Vergleich zum Vorjahr – im Beruf Schornsteinfeger/-in um 16 Prozent, im Beruf Friseur/-in um immerhin sieben Prozent. Den insgesamt höchsten Anstieg (+ 21 Prozent) gab es im Beruf Gerüstbauer/-in.

Die höchsten Ausbildungsvergütungen wurden 2019 mit 1052 Euro im Öffentlichen Dienst gezahlt. Rund 50 Euro niedriger lag die durchschnittliche tariflich vereinbarte Vergütungshöhe in Industrie und Handel. Zu den anderen drei Ausbildungsbereichen (Landwirtschaft, Freie Berufe und Handwerk) war der Abstand wesentlich größer. Die Durchschnitte lagen alle deutlich unter 900 Euro. Mit 821 Euro waren sie im Handwerk am niedrigsten. Zu beachten ist, dass insbesondere in den beiden größten Ausbildungsbereichen Industrie und Handel und Handwerk die Vergütungen zwischen den einzelnen Berufen sehr stark differierten, während es zum Beispiel im Öffentlichen Dienst kaum Unterschiede zwischen den Berufen gab.

Differenziert man nach dem Geschlecht der Auszubildenden, lagen die tariflich vereinbarten Ausbildungsvergütungen der Berumännlichen Auszubildenden mit 945 Euro pro Monat rund zwei Prozent über den Vergütungen der weiblichen Auszubildenden (928 Euro). (BIBB)

Die kompletten Ergebnisse der tariflichen Ausbildungsvergütungen für 2019 gibt es auf der Homepage des Bundesinstituts für Berufsbildung unter www.bibb.de.
 

Mindestausbildungsvergütung

Zum 1. Januar trat die Novelle des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) in Kraft. Die Auszubildenden haben künftig Anspruch auf eine Mindestausbildungsvergütung. Für das erste Ausbildungsjahr wurde zunächst ein Betrag von 515 Euro festgelegt (§ 17 BBiG), der sich in den Folgejahren erhöht. Von der Mindestausbildungsvergütung ausgenommen sind tarifvertragliche Regelungen. Sieht ein Tarifvertrag eine Ausbildungsvergütung unterhalb der Mindestausbildungsvergütung vor, dürfen tarifgebundene Betriebe sich nach diesem Tarifvertrag richten. Neu ins BBiG aufgenommen wurde die schon angesprochene Rechtsprechung, wonach nicht tarifgebundene Betriebe von den einschlägigen Tarifverträgen um maximal 20 Prozent nach unten abweichen dürfen, allerdings höchstens bis zur Grenze, die die Mindestausbildungsvergütung vorgibt. Für die Berechnung der durchschnittlichen tariflichen Ausbildungsvergütungen spielt die Mindestausbildungsvergütung keine Rolle. Inwieweit sie Einfluss auf zukünftige Tarifabschlüsse über Ausbildungsvergütungen nehmen wird, insbesondere in den wenigen Tarifbereichen, die derzeit noch Ausbildungsvergütungen unterhalb der gesetzten Grenze vereinbart haben, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.
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