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Wie man die beste Matratze für sich findet oder: Welche Matratze passt zu mir?

Dienstag, 12.03.2019, 12:20 Uhr

Um die richtige Matratze zu finden, sind eine gute Beratung und Probeliegen unabdingbar. Foto: Lattoflex/ AGR
Wenn man sich nach einem Urlaub oder einer längeren Reise wieder nach Zuhause sehnt, sagt man häufig, dass man sich auf sein eigenes Bett freuen. Sie auch?

Eine schöne und vor allem naheliegende Vorstellung, denn das eigene Bett gehört zweifelsohne zu den Möbelstücken in unserem Zuhause, denen man eine ganz besondere Bedeutung beimisst. Das Bett ist Zufluchtsort, Ruhestätte, Kraftort und letztlich der Platz, an dem man sich sicher und geborgen fühlt. Wann aber wird ein Bett zu unserem Lieblingsplatz?

„In erster Linie dann, wenn die Matratze passt und bestmöglich auf uns abgestimmt ist“, sagt David Stahl, zertifizierter Schlafberater bei Schründer Schlafräume in Münster. Er erklärt, worauf es beim Matratzenkauf ankommt und wie man die beste Matratze für die ganz individuellen Bedürfnisse findet.

„Welche Matratze ist die beste?“ Wenn Kunden mit dieser Frage an Stahl herantreten, ist das für ihn der Anfang einer sehr sensiblen und detailverliebten Spurensuche. „Schlaf ist Typsache und eine höchst individuelle Angelegenheit“, erklärt Stahl: „Das universelle Allheilmittel für alle gibt es nicht, wohl aber die beste Matratze für jedes Bedürfnis und jede Vorliebe.“


»Schlaf ist Typsache und eine höchst individuelle Angelegenheit.«

Schlafberater David Stahl

Testberichte im Netz zu Matratzen gibt es etliche und alle versprechen, die Antwort auf die Frage nach der besten Matratze zu haben. Ein einfacher Vergleich zwischen den verschiedenen Matratzentypen reicht aber nicht aus, um nach ein paar Klicks die perfekte Lösung und eine möglichst günstige Matratze mit beeindruckendem Preis-Leistungs-Verhältnis zu ergattern. „Wer eine Matratze kaufen möchte, sollte in erster Linie genügend Zeit mitbringen und unbedingt in einem Fachgeschäft die Möglichkeit des Probeliegens und Vermessens nutzen“, rät Stahl. Nur so lässt sich wirklich ein Vergleich zwischen den verschiedenen Matratzen anstellen. Andernfalls kann sich der gekrönte Testsieger einer x-beliebigen Seite im Netz für die ganz individuellen Anforderungen schnell als Fehlinvestition herausstellen.

„Gutes Liegen erreicht man durch das Zusammenspiel verschiedener Komponenten“, sagt Stahl, „Dazu zählt neben der Matratze genauso der Federholzrahmen wie auch Kissen und Bettdecke. Erst wenn alles aufeinander abgestimmt ist, kann man guten Gewissens vom rundum perfekten Bettsystem sprechen.“

Eine seriöse und gute Beratung in Sachen Matratzenkauf sieht im qualifizierten Fachhandel so aus, dass der Kunde erst einmal zu ganz bestimmten Aspekten befragt wird, erklärt Stahl. Dazu zählt beispielsweise die Information, ob die Person nachts eher friert oder mehr zum Schwitzen neigt. Wie schwer ist der Kunde und hat er vielleicht Rückenprobleme? Ist er Seiten- oder Rückenschläfer, liegt er nachts ruhig in den Federn oder wechselt er im Schlaf häufig die Position? „All diese Hinweise sind wichtige Indizien, um sich Stück für Stück an die perfekte Matratze heranzutasten“, so der Schlafexperte.

Federkernmatratzen: Wie der Name schon sagt – Federkernmatratzen bergen in ihrem Inneren Stahlfedern in ganz unterschiedlichen Härtegraden. Ihr großer Vorteil: Wer auf einer Federkernmatratze schläft, wird durch die Federn aktiv unterstützt und fühlt sich quasi „wie auf Händen getragen“.

„Hochwertige und qualitativ einwandfreie Federkernmatratzen sind so gefertigt, dass die Federn den Körper optimal aufnehmen, tragen und bestmöglich stützen“, erklärt der Experte. Ziel einer jeden Matratze ist es, die Wirbelsäule in ihrer natürlichen S-Form zuunterstützen. Um dies zu gewährleisten, werden die Matratzen mit unterschiedlich starken Federn an den jeweiligen Stellen ausgestattet, also zoniert. „Matratzen mit Federkern haben den großen Vorteil, dass sie in Sachen Belüftung unschlagbar sind“, so Stahl weiter.

Eine Kategorie unter den Matratzen mit Federkern sind die sogenannten Bonellfederkernmatratzen; ihre Federn sind tailliert und durch Drähte miteinander verbunden. Ihr Nachteil: Durch ihren Verbund wirken sie eher flächen- als punktelastisch und schwingen bei Bewegung gerne nach.

Anders als bei der Bonellfederkernmatratze besteht eine Taschenfederkernmatratze aus einer Vielzahl von Einzelfedern, die allesamt autark funktionieren. Sprich: Die Stützwirkung ist hier viel genauer. Die einzelnen Federn sind in kleine Säckchen eingenäht, mit dem Ziel, dass jede Feder unabhängig von den übrigen arbeitet.

Auch bei der Tonnentaschenfederkernmatratze sind die Federn sind einzeln eingenäht, haben allerdings eine wesentlich bauchigere Form. Auch diese Variante überzeugt mit einer hohen Punktelastizität und einer hervorragenden Stützwirkung.

Grundsätzlich gilt: Federkernmatratzen sind besonders geeignet für Menschen, die gerne kühl schlafen, die nachts eher schwitzen und somit Wert legen auf einen schnellen und zuverlässigen Abtransport von Wärme und Feuchtigkeit sowie eine aktive Unterstützung durch die Matratze wünschen

Schaummatratzen: Federn sucht man hier vergebens, stattdessen stößt man auf intelligente Materialien, die sich an jede Körperkontur anschmiegen und dank verschiedener Zonen im Schaum ganz unterschiedliche Stützwirkungen erzielen.

Die wohl am häufigsten in Deutschland verbreitete Form unter den Schaummatratzen ist die Kaltschaummatratze. Kaltschaummatratzen speichern Wärme außerordentlich gut. Um verschiedene Bereiche der Matratze passgenau für Hüfte oder Schulter herzustellen, wird sie mit verschiedenen Einschnitten, sogenannten Zonen, versehen. Das Ergebnis ist eine außerordentlich hohe Punktelastizität und eine gute Stützkraft.

„Hochwertige Kaltschaummatratzen verfügen über spezielle Belüftungssysteme im Material, die für ein angenehmes Klima sorgen“, erklärt Stahl, „Trotzdem kommen sie in diesem Punkt nicht an die Federkernmatratze ran.“

Daneben gibt es noch die sogenannten Viscomatratzen. Meist bestehen sie aus einer Kombination aus herkömmlichem PUR-Schaum (PUR steht für Polyurethane und ist das Material, das auch bei Kaltschaummatratzen verwendet wird) und – ganz entscheidend – dem Memory Foam, auch Gedächtnisschaum genannt. Er passt sich hervorragend an die Silhouette der jeweiligen Person an. Die hohe Anpassungsfähigkeit soll ein Gefühl von Schwerelosigkeit vermitteln und übertrifft sogar die einer herkömmlichen Schaummatratze.

Zur dritten großen Unterkategorie der Schaummatratzen zählt die Latexmatratze. „Latexmatratzen sind vor allem für diejenigen interessant, die eine langlebige Matratze mit guter Wärmeisolierung und herausragender ergonomischer Passform suchen“, erklärt Stahl. Außerdem sind Latexmatratzen für ihre gute Punktelastizität bekannt und verfügen ebenfalls über eine ergonomische Anpassung.

Der Nachteil von Latexmatratzen: Ihr Material ermöglicht kaum eine Luftzirkulation. Wer nachts stark schwitzt, wird mit einer herkömmlichen Matratze aus Latex also nicht glücklich.

Schaummatratzen sind besonders geeignet für Menschen, die gerne warm schlafen, eine hohe Stützkraft mit guter Punktelastizität wünschen, die eine Matratze suchen, die sich dem eigenen Körper perfekt anpasst und die eine Matratze rein aus Naturmaterialien wünschen.

Den richtigen Härtegrad finden

Eines der wichtigsten Kriterien beim Matratzenkauf ist der richtige Härtegrad. „Aber es kommt nicht nur auf das Gewicht an, sondern vor allem auch auf die Statur und die Proportionen des Kunden, aus denen sich mitunter ganz neue Anforderungen ergeben“, weiß der Schlafberater David Stahl. Ergo: Die pauschale Aussage „Ab 110 Kilo bitte Härtegrad 3 wählen“ ist demnach lediglich als grober Richtwert zu betrachten. Das Feintuning ergibt sich immer aus dem individuellen Empfinden. Was aber, wenn der Partner weiche Matratzen bevorzugt, während man sich selbst nur auf einer festeren Matratze wohl fühlt? „Generell sollten Paare sich für zwei Lattenroste und somit auch zwei Matratzen entscheiden“, rät Stahl. Sein Tipp: Jeder Mensch schläft am besten auf einer auf ihn individuell abgestimmten Matratze. „Selbstverständlich gibt es auch sogenannte Partnermatratzen, die je Seite mit einem ganz individuellen Härtegrad ausgestattet sind und wie eine große Matratze wirken“, so der Experte.
Privatarztpraxis Nicole Riesinger

Seiten-, Rücken- oder Bauchschläfer?

Zu behaupten, dass bestimmte Schlaftypen gewisse Matratzen auf keinen Fall oder unbedingt wählen sollten – das wäre zu weit gegriffen, meint Schlafberater David Stahl, „Allerdings gibt es Tendenzen und Vorlieben der einzelnen Personen, die sich häufig wiederholen.“ Seitenschläfer beispielsweise wissen eine besonders flexible und elastische Matratze zu schätzen, bei der Schulter und Hüfte leicht einsinken können, um die Wirbelsäule in ihrer natürlichen Form zu unterstützen. Hierfür ist es auch elementar, dass die Matratze im Bereich der Taille eine gute Stützwirkung aufweist, damit die Wirbelsäule an dieser Stelle nicht „einsackt“. Für Seitenschläfer kommt generell jede Matratze in Frage, die mit mehreren Zonen ausgestattet ist und die ideal der eigenen Silhouette anpasst.

Falls man zu den Rückenschläfern gehört, kann man ebenfalls problemlos zwischen den unterschiedlichsten Matratzentypen wählen. Für dieses Schäfertyp ist wichtig, dass der Körper im Bereich von Schultern und Gesäß leicht in die Matratze einsinken kann.

Bauchschläfern sei zunächst einmal gesagt: Ihre Liegeposition ist leider nicht optimal. Denn die Wirbelsäule wird in dieser Lage in eine unnatürliche Position genötigt und der Kopf ist zur Seite verdreht. Hier kann es leicht zu einer Überstreckung der Halswirbelsäule kommen. Wer trotzdem nicht auf diese Schlafposition verzichten möchte, sollte darauf achten, dass die gewählte Matratze – egal ob aus Schaum oder mit Federkern – im Bereich des Beckens und der Lordose eine starke Stütze bildet. Andernfalls könnte man sonst leicht ins Hohlkreuz fallen.

Computergestütztes Messverfahren

Bei Schründer Schlafräume arbeitet man mit einem computergestützten Messverfahren. Das intelligente dormabell MessSystem 2.0 erfasst die ergonomischen Besonderheiten des Kunden schnell und sicher wertet sie direkt aus.

Parameter wie Kopfbreite, Nackentiefe oder Lordosenabstand werden hier gemessen und liefern den Schlafexperten und Physiotherapeuten vor Ort wichtige Anhaltspunkte. Auf dieser Grundlage können dem Kunden passgenaue Vorschläge gemacht werden für Matratze, Kissen oder auch die perfekte Unterfederung für sein Bettsystem. „Die Liegeprobe bleibt selbstverständlich als eine der wichtigsten Komponenten unserer Beratung bestehen. Das MessSystem ist hier die perfekte Ergänzung, um persönliche Präferenzen auch in Zahlen ausdrücken und den Kunden somit noch individueller beraten zu können“, weiß Schlafberater David Stahl.

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