Sonderveröffentlichung

90 Jahre Tischlerei Telgmann
Mit einer Hobelbank fing es an 

Tischlerei an der Leerer Straße wurde für Handwerk in der Denkmalpflege ausgezeichnet

Samstag, 08.12.2018, 06:41 Uhr

Norbert Brunstermann, Michael Diese, André Albers, Matthias Telgmann, Christiane Telgmann, Heinz Telgmann und Lehrling Yannick Gerdener (v.l.) feiern in diesen Tagen das 90-jährige Bestehen der Tischlerei an der Leerer Straße in Burgsteinfurt. Foto: Bernd Schäfer
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Tischlerei Ch. Telgmann vormals Fänger
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Die Geschichte der Tischlerei von Hermann Saatjohann gen. Fänger begann am 10. Dezember 1928 – also vor genau 90 Jahren.

Mit einer Hobelbank in einem kleinen Zimmer gründete Hermann Saatjohann gen. Fänger senior in der schweren Zeit der Weltwirtschaftskrise seine Tischlerei, die er nur „Fänger“ nannte. Heute ist in diesem Raum das Büro untergebracht, von dem aus seine Enkelin Christiane Telgmann die Geschicke der Firma leitet.

Im Lauf der Jahre vergrößerte sich die Tischlerei räumlich wie auch personell immer weiter. Hermann Saatjohann jun. erlernte den Beruf des Tischlers in den Jahren 1951 bis 1954 bei dem Tischlermeister und Bauhauskünstler Heinrich Neuy in Borghorst, der sein Talent der Schnitzerei förderte.

Damals entstanden viele schöne Gegenstände, die noch heute im Familienbesitz sind. Seine Meisterprüfung legte er 1962 ab. Mit dem Tod von Hermann sen. übernahm der Sohn 1986 die Tischlerei und baute noch einmal weiter aus – so umfangreich, wie es das begrenzte Grundstück an der Leerer Straße hergab.

Die Firma bildete und bildet nach wie vor alle drei Jahre einen Lehrling zum Tischlergesellen aus – immer mit gutem bis sehr gutem Erfolg.

Als erste von zwei Töchtern erlernte auch Christiane Saatjohann das Tischlerhandwerk bei dem mittlerweile betagten Heinrich Neuy in Borghorst sowie bei Karl Brandt sen. in Burgsteinfurt.

Es war die Zeit der „Mädchen in Männerberufen“ Anfang der 1980-er Jahre, der die Entscheidung nicht schwer machte. In ihrer Berufsschulklasse war sie eines von neun Mädchen – das hat es danach nicht mehr wieder gegeben. Nach der Gesellenprüfung arbeitete sie noch ein Jahr im elterlichen Betrieb und musste dann gesundheitsbedingt zur Bürokauffrau mit !HK-Abschluss umschulen. Zu jener Zeit war das ein schwerer Schritt, weil sie eigentlich lieber praktisch arbeiten wollte.

Heute sieht sie das anders, denn so kann sie ihren Mann, den Tischlermeister Heinz Telgmann unterstützen, der die praktische und organisatorische Arbeit des Betriebsleiters übernommen hat, seit die beiden den Betrieb 2009 von Hermann Saatjohann gen. Fänger. jun übernommen haben.

Heute firmiert die Tischlerei unter dem Namen Telgmann vormals Fänger, Christiane und Heinz Telgmann führen den Betrieb in der dritten Generation.

Schwerpunkt ist die Bautischlerei, aber auch der Bau im Bestand unter Denkmalschutz-Aspekten.

Für die Restaurierung des Torhauses der Johanniterkommende am Burgsteinfurter Blocktor hat der Betrieb vor einem Jahr den 2. Preis für Handwerk in der Denkmalpflege von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in Düsseldorf überreicht bekommen haben.

Leider konnten ihre Eltern das nicht mehr miterleben, da beide kurz vor Weihnachten 2016 verstarben. Die vierte Generation, Sohn Hendrik, hat ebenfalls seine Gesellenprüfung im Tischlerhandwerk abgelegt, danach weiter studiert und den Masterabschluss im Bauingenieurwesen gemacht.

„Unser besonderer Dank gilt unserer Kundschaft und den Zulieferfirmen, mit denen wir über Jahrzehnte eine gute Geschäftsbeziehung pflegen und wir hoffen, dass sie auch in den nächsten Jahren zum Erfolg unseres kleinen Familienunternehmens beitragen werden“, geht der Blick von Christiane und Heinz Telgmann schon in Richtung des 100-jährigen Bestehens.
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