Sonderveröffentlichung

Mit Menschen umgehen

Vom Freiwilligen Sozialen Jahr in den ambulanten Pflegedienst

Montag, 30.09.2019, 13:54 Uhr

Mia Lipke (rechts) hat sich nach ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) für eine Ausbildung als Pflegefachkraft beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) entschieden. Dabei bekommt wird sie von erfahrenen Pflegekräften angeleitet. Foto: Uwe Jesiorkowski
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Nach der Realschule wusste Mia Lipke nicht so recht, wohin ihre berufliche Reise gehen sollte. Freunde brachten sie dann auf die Idee, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu absolvieren. „Man lernt viele soziale Bereiche kennen, nicht nur die Pflege. Und man lernt, mit den Menschen umzugehen und zu kommunizieren“, erzählt sie. „Als erstes habe ich den Bereich der Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz kennengelernt. Man kommt gut in Kontakt zu den Menschen und hat viel Freiraum, was die Alltagsgestaltung betrifft. Für mich war das ein guter Einstieg, um zu lernen, wie man mit der Veränderung bei den Menschen umgeht.“

Die Erfahrungen im FSJ gaben den Ausschlag, eine Ausbildung als Pflegefachkraft beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) zu starten. „Das Schöne an der ambulanten Pflege ist, dass man Menschen darin unterstützen kann, so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden zu bleiben“, berichtet Mia Lipke.

Wenn Mia Lipke mit ihrer Praxisanleitung auf Tour zu den Kundinnen und Kunden des ASB ist, bespricht sie das, was sie gerade mit den Pflegebedürftigen erlebt hat. Im Austausch kann sie so das Erlebte reflektieren, bekommt ein direktes Feedback und lernt, immer selbstsicherer zu werden.

„Anfangs war es schwierig für mich, meine Rolle im Job zu finden. Nach vier Monaten kann ich sagen, dass es gut ist, wie es ist. Ich wurde hier nicht ins kalte Wasser geworfen, sondern von den Fachkräften gut an die Hand genommen. Man hat mich gefragt, ob ich mir bestimmte Sachen zutraue. Wenn nicht, ist das am Anfang auch in Ordnung. Erst einmal habe ich alle Abläufe beobachtet und habe dann nach und nach selber Dinge ausprobiert, zum Beispiel Kompressionsstrümpfe angezogen“, berichtet Mia Lipke.

Ihr gefällt es, von Kunde zu Kunde zu fahren, im Auto durchatmen zu können, um sich dann wieder beim nächsten Kunden voll und ganz auf ihn und seine Situation einzustellen. Außerdem findet es Mia Lipke spannend, verschiedene Haushalte kennenzulernen. „Manchmal komme ich in Wohnungen, in denen sich so einiges angesammelt hat. Wir können den Menschen Unterstützung anbieten, zum Beispiel dass eine Haushaltshilfe kommt.“ Letztlich muss man aber akzeptieren, wie die Menschen leben.

Die Ausbildung zur Pflegefachkraft dauert drei Jahre. Nach bestandenem Examen wird Mia Lipke ihre eigenen Touren fahren. Dann wird sie vor Ort bei den Kundinnen und Kunden eigenständig arbeiten und Entscheidungen treffen müssen. Doch ganz alleine ist sie nie, denn beim ASB gibt es im Hintergrund immer Fachleute, die sie ansprechen kann, wenn es einen Notfall geben sollte.

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Entscheidung für einen Beruf ist häufig auch eine Imagefrage
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Das Ansehen der 25 beliebtesten Ausbildungsberufe in Deutschland unterscheidet sich zum Teil deutlich. Dies zeigen erste Ergebnisse einer noch laufenden Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Einige duale Ausbildungsberufe sind ähnlich angesehen wie Berufe, für die ein Hochschulstudium nötig ist. Ein besonders gutes Image genießen demnach die Ausbildungsberufe Fachinformatiker und Mechatroniker gefolgt von den Industriekaufleuten und Kfz-Mechatronikern.

Weniger hoch angesehen sind Ausbildungsberufe wie Fachkraft für Lagerlogistik, Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk oder Koch. „Wenn wir mehr Jugendliche vor allem für Berufe mit Besetzungsproblemen gewinnen wollen, müssen wir die Rahmenbedingungen dieser Berufe verbessern. Hierzu gehören neben guten Übernahmemöglichkeiten in erster Linie sichere Beschäftigungsaussichten, gute Karriereperspektiven und ein angemessenes Einkommen“, so BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser. (BIBB)

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