Sonderveröffentlichung

Steverhalle zeigt sich runderneuert

Moderner, effizienter, barrierefrei

In Rekordzeit ist die Steverhalle in Senden saniert und modernisiert worden. Fotos: Gemeinde Senden

6.11.2020

Die umfangreiche Sanierung und Modernisierung der Steverhalle in Senden startete im Februar 2019. Die Arbeiten waren ursprünglich auf zwei Jahre angelegt, jetzt konnten sie schon im Oktober 2020 fertig gestellt werden.

Gestern konnte bereits die erste konstituierende Sitzung des Gemeinderats in der Halle stattfinden. Aktuell unterliegen die Veranstaltungen in der Halle den Corona-Richtlinien. So kann eine erste Lesung mit den Journalisten Heribert Prantl, die für den kommenden kommenden Donnerstag geplant war, nun zunächst doch nicht stattfinden. Und auch der Vereinssport kann aktuell noch nicht auf die neuen Räume zugreifen. Wohl aber der Schulsport, der ab dem 16. November in der Steverhalle stattfinden soll. Die Details klären die Beschäftigten der Stabsstelle Kultur & Sport gerade in Gesprächen mit den jeweiligen Ansprechpartnern.


»Auch das Foyer erhält eine Hörschleife, die in der eigentlichen Halle schon montiert ist.«

Architektin Beate Malsch


Beate Malsch koordiniert seitens der Gemeinde Senden die Arbeiten. Sie sieht vor allem zwei Ursachen dafür, dass das Bauprojekt noch vor dem Zeitplan umgesetzt werden kann. Zum einen hat das gut greifende, straff organisierte Baustellen-Management dazu beigetragen, zum anderen der durchgehend engagierte Einsatz des Hausmeisters Nils Falk. „Aber natürlich steht und fällt ein solches Großprojekt damit, dass alle beteiligten Firmen, Planungs- und Architekturbüros, die Handwerker und die Beschäftigten der Gemeinde Senden gut zusammengearbeitet haben. Das ist bei der Vielzahl der verschiedenen Dinge, die wir angegangen sind, einfach entscheidend“, so die Fachfrau aus dem Rathaus.

Beate Malsch erklärt, welche Arbeiten noch kurz vor der Eröffnung der Halle auf der Baustelle anstanden: „Im Inneren ging es vor allem um verschiedene Installationen.

So wurden letzte Einstellungsarbeiten noch vorgenommen, die Sicherheitsbeleuchtung und die elektroakustische Lautsprecher-Anlage installiert. Auch das Foyer erhält eine Hörschleife, die in der eigentlichen Halle schon montiert ist. Draußen werden die Grünanlagen gestaltet, am Schluss erfolgt noch die Bau-Endreinigung und das Einräumen von Stuhllager, Geräteräumen und Foyer.“

Im ersten Bauabschnitt wurden bereits Lüftung und Beleuchtung verbessert, neue Fenster montiert und das Dach mit einer neuen Stahlträger-Konstruktion sowie einer Aluminium-Haut überzogen. Für die neuen Lüftungszentralen wurde zwei Anbauten an die Halle gebaut.

Zwar finden aktuell keine Veranstaltungen statt, demnächst soll sich aber die Halle wieder mit Leben füllen
Zwar finden aktuell keine Veranstaltungen statt, demnächst soll sich aber die Halle wieder mit Leben füllen

Im zweiten Abschnitt standen der Innenausbau der Halle und des Foyers an. Das Foyer erhielt neue Fenster und ein neues Lichtband im Deckenbereich. Eine weitere Erneuerung sind die Heizkörper unter der neu montierten Hallendecke und die neue LED-Beleuchtung. Dabei wurden die Vorgaben zu Wärme-, Schall- und Brandschutz natürlich umgesetzt. Zuletzt wurde der neue, circa 1200 Quadratmeter große Sportfußboden eingebaut. Dieser Holzparkettboden soll als Schwingboden besonders gelenkschonend sein. Gleichzeitig eignet er sich auch gut für die Nutzung bei Kulturveranstaltungen.

Ein wichtiges Ziel bei der Modernisierung der Halle war es die Energieeffizienz zu steigern. „Wir rechnen damit, dass sich sowohl der Energie- als auch der CO2-Verbrauch um rund 50 Prozent reduzieren“, erläutert Malsch. Sie geht von einer Ersparnis von rund 415 000 Kilowattstunden pro Jahr und 91 250 Tonnen CO2 pro Jahr aus. „Nach unseren Berechnungen sparen wir so den Energieverbrauch für Strom und Wärme von etwa 43 durchschnittlichen VierPersonen-Haushalten“. Dafür sorgen unter anderem eine neue Wärmedämmung sowie eine neue Heizungsanlage, die Errichtung einer Photovoltaik-Anlage und einer Wärmepumpe.

Die größte Halle im Kreis

Ein Ort für Kultur seit 1989

Die 1989 in Senden erbaute Steverhalle ist die größte Veranstaltungshalle im Kreis Coesfeld. Durch ihre Struktur bietet die Mehrzweckhalle viele Nutzungsmöglichkeiten – Sport-, Schul-, Kultur-, Freizeit-, und Wirtschaftsveranstaltungen können dort stattfinden.

Die umfangreichen Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen tragen zur Gebäudeerhaltung und energetischen Effizienzsteigerung bei. Außerdem erhöht sich die Nutzungsqualität zum Beispiel durch verbesserte Lüftungs- und Heizsysteme sowie bessere Schalldämmung und Akustik.

Bei der ganzheitlichen Planung wurde intensiv mit dem Inklusionsbeirat zusammengearbeitet.

Die Kosten

Die Kosten des Bauprojekts sind im Vergleich zu den Planungen gestiegen. Dem Förderantrag der Gemeinde lag eine Summe von 4,88 Millionen Euro zugrunde. Dazu kamen Aufwendungen wie rund 90 000 Euro für die Photovoltaik-Anlage und circa 45 000 Euro für die Begrünung der Flachdächer, die nicht förderfähig sind, sich aber ökologisch und energetisch positiv auswirken.

Hintergrund sind auch allgemeine Kostensteigerungen in der Baubranche sowie „Unwägbarkeiten durch Bauen im Bestand“. Derzeit rechnet die Gemeindeverwaltung mit Gesamtkosten von etwa 5,2 Millionen Euro. Die endgültige Bilanz wird erst am Jahresende gezogen. Die Bezirksregierung Münster fördert die Maßnahme mit 2,44 Millionen Euro.