Sonderveröffentlichung

Ökologisch gut gebaut
Möglichst wenig Energie

Wie man beim Hausbau seinen CO²-Fußabdruck klein hält

Samstag, 17.08.2019, 07:57 Uhr

Ob Dach, Fenster oder Heizanlage: Schon beim Bauen können Bauherren auf ihren ökologischen Fußabdruck achten. Grafik: Bausparkasse Schwäbisch Hall
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Ein Bauvorhaben kostet Geld und eine Menge Energie. Doch wie können Bauherren auf der Baustelle möglichst wenig Energie einsetzen? Architekt Sven Haustein von der Bausparkasse Schwäbisch Hall betrachtet verschiedene Gebäudeteile und erklärt, wie umweltbewusste Bauherren ihren ökologischen Fußabdruck verringern können. „Grundsätzlich erzeugt ein Hausbau immer Emissionen. Am klimafreundlichsten sind Gebäude daher, wenn die eingesetzten Baustoffe wenig Ressourcen bei der Herstellung und beim Zusammenfügen benötigen, aber am Ende auch wieder rückgebaut, recycelt oder sogar wiederverwendet werden können“, erklärt schließlich Schwäbisch Hall-Experte Haustein . „Bis dahin sollten die Gebäude so lange wie möglich genutzt werden können.“

Die Gebäudehülle nimmt anteilig die größte Fläche des Hauses ein und fällt daher auch bei der Klimabilanz besonders ins Gewicht. Ob Beton, Ziegel oder eine Holzfassade das Gebäude ummanteln, entscheidet maßgeblich über die Emissionen, die der Neubau verursacht: „Nur bei Verwendung nachwachsender Rohstoffe können Bauprozesse CO² -neutral sein“, sagt Haustein. „Das ist beim Hausbau in erster Linie Holz. Die Produktion fast aller klassischen Baustoffe wie Beton und Stein, Dachziegel oder Glas erfordert hohe Temperaturen und damit einen Energieaufwand, der viel CO² freisetzt.“ Der Vorteil wiederum: „Mit Beton lassen sich im Hinblick auf Statik, Brand- und Schallschutz vergleichsweise einfach Gebäude errichten“, erläutert Haustein.

»Kieswüsten auf Flachdächern sollten Immobilienbesitzer vermeiden, sie helfen weder der Klimabilanz des Gebäudes noch verbessern sie das Wohnklima im Innern.«

Architekt Sven Haustein

Die Branche forscht seit längerem, wie sich die Klimabilanz von Beton verbessern lässt. Beispielsweise gibt es Rezepturen, die sich bei niedrigeren Temperaturen brennen lassen. Das Potenzial ist groß, die Alternativen werden aber erst in einigen Jahren in der Breite nutzbar sein. „Bis dahin bieten Siegel wie das CSC des Concrete Sustainability Council eine gute Orientierung, wie ökologisch, effizient und sozial Hersteller von Beton und Zement arbeiten“, so der Architekt.

Ähnliches gilt für Ziegeloder Kalksteinbauweise. Beide werden gebrannt, was die Klimabilanz beim Bau negativ ausfallen lässt. Kompensieren lässt sich dieses Minus über eine lange Nutzungsdauer.

Wer ein klassisch gedecktes Dach mit Ziegeln umgehen will, hat zwei Möglichkeiten: „Die Dachfläche lässt sich auch mit Photovoltaikplatten decken, die tagsüber Strom liefern und so viel für die Klimabilanz während der Nutzungsdauer des Gebäudes tun. Alternativ funktioniert bei leichter Dachneigung auch ein Gründach. Egal, wie man sich entscheidet: Kieswüsten auf Flachdächern sollten alle Immobilienbesitzer vermeiden, sie helfen weder der Klimabilanz des Gebäudes noch verbessern sie das Wohnklima im Innern“, appelliert der Schwäbisch Hall-Experte.
   
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