Sonderveröffentlichung

Ü 50: Ohne Technikscheu im Job nochmal durchstarten

Nicht auf den Lorbeeren ausruhen

Bei Mentorenpärchen hilft eine junge Mitarbeiterin der älteren bei technischen Fragen und Problemen. Foto: dpa/Christin Klose

15.02.2021

Über Jahrzehnte hinweg war man engagiert und aktiv im Arbeitsleben, inzwischen ist die Rente in Sicht. Sich auf den Lorbeeren ausruhen und die letzten Berufsjahre vor sich hinplätschern lassen? Das muss nicht sein. Es spricht einiges dafür, auch jenseits der 50 im Job noch einmal so richtig durchzustarten. „Dazu gehört auch, die immer mehr zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt als eine Herausforderung anzunehmen und sich ihr zu stellen“, sagt Nina Brandau vom Digitalverband Bitkom.

Aufgeschlossen sein, an Fortbildungen teilnehmen und in Sachen digitale Abläufe fit werden: Das ist nicht zuletzt auch förderlich für die eigene Karriere. „In vielen Fällen steigen Beschäftigte anschließend beruflich auf, erhalten verantwortungsvollere Aufgaben und oft auch ein höheres Gehalt“, erklärt Christian Ludwig von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg.
  

IHK Nord Westfalen

Wer die Digitalisierung von Betriebsabläufen begleitet, dabei seine Berufserfahrung einbringt und nachjustiert, erfährt Wertschätzung im Betrieb und trägt gleichzeitig zum Wissenstransfer bei.

Um in Sachen Digitalisierung Schritt zu halten, sind Fortbildungen der richtige Weg. Heute finden sie häufig am eigenen PC statt.

Ein Vorteil von regelmäßigen Weiterbildungen, die individuell ausgerichtet sind: Beschäftigte erhalten sich ihre eigene Lernfähigkeit und bleiben geistig flexibel.

Mit einer Weiterbildung lassen sich aber nicht nur fachliche Qualifikationen erlernen. „Es geht dabei auch um Fähigkeiten wie etwa Konfliktmanagement, Rhetorik, Präsentationstechniken oder interkulturelle Kompetenz“, erklärt Brandau. Vielfach gibt es auch die Möglichkeit, „on the job“ zu lernen. Dabei lassen sich Arbeitnehmer etwa online in Aufgaben einweisen und wenden ihr erworbenes Wissen gleich in der Praxis an.

Eine andere Option: Mentoren-Pärchen. Dabei steht ein Mitarbeiter einem älteren Kollegen zur Seite und hilft bei Fragen.

Weiterbildung geht auch ganz klassisch – nämlich in Form von Lehrgängen oder Seminaren. Anbieter sind Kammern, Berufsverbände oder private Träger. Das Feld der sogenannten Anpassungsweiterbildungen ist groß. „Autonomes Fahren etwa, Kurse für CNC-Fräsen oder Bildbearbeitungsprogramme“, zählt Ludwig auf.

Wenn älteren Arbeitnehmern im Job-Alltag bestimmte Aufgaben schwer fallen, sollten sie sich nicht scheuen, dies zu kommunizieren, rät Brandau. Gemeinsam mit dem Vorgesetzten sollten sie Strategien entwickeln, wo es am jeweiligen Arbeitsplatz künftig langgehen soll und welche Weiterbildung sie brauchen. (dpa)


Schritt für Schritt neue Ziele definieren

Bildungsscheck und Beratung zur beruflichen Entwicklung

Die NRW-Landesregierung setzt durch den Bildungsscheck Arbeitnehmern und Arbeitgebern einen Anreiz, sich beruflich weiterzubilden und zu qualifizieren. Die Förderung ist unabhängig davon, ob es um berufliches Fortkommen, das Einschlagen einer neuen Richtung oder den Wiedereinstieg nach einer Familien- oder Pflegepause geht. Sowohl die Beschäftigten als auch die Betriebe, sofern sie nicht mehr als 250 Mitarbeiter haben, können den Bildungsscheck beantragen, teilt der Münsterland e.V. mit.

Veränderungen gehören für viele Beschäftigte zum beruflichen Alltag und jede neue Aufgabe birgt neue Anforderungen. Weiterbildungen, fachliche Kompetenzen oder Schlüsselqualifikationen, zum Beispiel abschlussbezogene Angebote, Sprach- und EDV-Kurse, aber auch die Auffrischung von Lern- und Arbeitstechniken lassen sich über den Bildungsscheck fördern. Das gilt auch für neue Berufsabschlüsse oder die Nachqualifizierung für die volle Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifizierungen. Die Ansprüche an Beschäftigte im Zusammenspiel mit dem Fachkräftemangel führen dazu, dass lebenslanges Lernen und Weiterbildung auf dem Arbeitsmarkt neue Chancen auf eine verbesserte Position eröffnen.

Die Beschäftigten und Betriebe erhalten derzeit einen Zuschuss von 50 Prozent zu den Weiterbildungskosten, den anderen Teil tragen die Beschäftigten oder die Betriebe selbst. Die maximale Förderhöhe, also die Erstattung pro Bildungsscheck NRW, beträgt 500 Euro. Innerhalb eines Kalenderjahres können Beschäftigte einen Bildungsscheck und Betriebe bis zu zehn Bildungsschecks für ihre Mitarbeiter in Anspruch nehmen.

Eine sinnvolle Ergänzung für Beschäftigte bietet die Beratung zur Beruflichen Entwicklung (BBE). Berater setzen sich mit den Fähigkeiten, Interessen und Wünschen der Ratsuchenden auseinander und entwickeln im Gespräch die für sie passende Lösung.

Die Ratsuchenden erhalten wichtige Informationen über den Arbeitsmarkt, über mögliche Weiterbildungen und über finanzielle Unterstützungen dafür. Sie definieren gemeinsam mit dem Berater eine berufliche Zielsetzung, die die Veränderungswünsche berücksichtigt, und suchen nach der Erörterung der Möglichkeiten und Rahmenbedingungen die bestmögliche Lösung. Jeder kann bis zu neun Beratungsstunden in Anspruch nehmen. Die kostenlose Leistung ist in ganz NRW nutzbar.
  

Ansprechpartner finden

Informationen zum Bildungsscheck NRW und zur Beratung zur Beruflichen Entwicklung sowie zu den Beratungsstellen im Münsterland: Münsterland e.V., Regionalagentur Münsterland, am FMO Flughafen Münster/Osnabrück, Airportallee 1, 48268 Greven; Ansprechpartnerinnen:

Alexandra Poppenborg, Tel. 02571/949317, Mail poppenborg@muensterland.com;

Charlotte Vennemann, Tel. 02571/949331, Mail vennemann@muensterland.com; www.regionalagentur-muensterland.com.

Weitere Infos: www.weiterbildungberatung.nrw.