Sonderveröffentlichung

Der Leiter des Darmzentrums Portal 10 Münster macht Betroffenen Hoffnung

Metastasen sind kein Todesurteil

Prof. Dr. Udo Sulkowski ist Chefarzt am Clemenshospital und Leiter des Darmzentrums Portal 10 Münster. Foto: CLE-Darmkrebszentrum

23.02.2021

Beim Dickdarmkrebs sind die Heilungschancen so gut wie bei keiner anderen Krebserkrankung“, Professor Dr. Udo Sulkowski, Leiter des Darmzentrums Portal 10 Münster, macht Betroffenen Hoffnung. Einen Grund für diese erfreuliche Nachricht sieht der Chefarzt des Clemenshospitals in der Vorsorgedarmspiegelung, bei der viele Tumoren bereits in einem frühen Stadium erkannt und behandelt werden können. Zum anderen seien aber auch die Behandlungsmethoden nach Ansicht des Experten in den vergangenen zehn Jahren wesentlich verbessert worden.


"Beim Dickdarmkrebs sind die Heilungschancen so gut wie bei keiner anderen Krebserkrankung."

Professor Dr. Udo Sulkowski, Leiter des Darmzentrums Portal 10 Münster


Ein Beispiel hierfür ist die sogenannte hypertherme intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC), die bei Metastasen im Bauchraum zum Einsatz kommen kann. „Zunächst werden größere Metastasen chirurgisch entfernt. Danach wird im OP der Bauchraum mit einer warmen Chemotherapieflüssigkeit gespült. Dabei werden eventuell noch vorhandene Tumorzellen vernichtet“, erläutert Sulkowski. Beim HIPEC-Verfahren verfügt das Clemenshospital von allen Kliniken des Münsterlandes über die größte Erfahrung. Neben der Leber und dem Bauchfell können Metastasen eines Darmkrebstumors auch in der Lunge auftreten. „Im Clemenshospital arbeiten alle Fachabteilungen sehr eng zusammen. Sollten Lungenmetastasen auftreten, übernimmt die Klinik für Thoraxchirurgie unter der Leitung von Professor Dr. Peter Feindt den Eingriff“, berichtet Sulkowski.
     

Metastasen sind kein Todesurteil Image 2

Im Darmzentrum Portal 10 werden pro Jahr etwa 100 Patienten mit einer neu aufgetretenen Darmkrebserkrankung operiert, weitere 20 müssen behandelt werden, weil sich nach einiger Zeit Metastasen im Körper gebildet haben.

Sulkowski ist selber beeindruckt von den Fortschritten, die bei der Darmkrebstherapie in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten gemacht wurden. „In einem medizinischen Lehrbuch aus den 1980ern steht, dass die Überlebenschance bei einem Darmkrebs ohne Metastasenbildung bei 40 Prozent liegt. Heute überleben in unserem Darmzentrum über 80 Prozent aller Patienten mehr als fünf Jahre, dabei sind Patienten mit Metastasen eingerechnet.“ Auch ältere Patienten sind inzwischen dank schonenderer Operationsverfahren gut zu behandeln, wie der Chefarzt berichtet. „Das ist eine echte Erfolgsgeschichte der Tumortherapie!“ (pm)


Koloskopie: Kein Grund, ängstlich zu sein

Was passiert eigentlich bei der Darmspiegelung, die für die Früherkennung einer Darmkrebserkrankung so wichtig ist?

Grundsätzlich gilt: Die Koloskopie wird in spezialisierten Arztpraxen, zumeist beim Gastroenterologen (Arzt für Magen-Darm-Krankheiten) oder ambulant in einem Krankenhaus vorgenommen. Auf Wunsch kann der Patient zur Untersuchung ein Beruhigungsmittel bekommen, das diesen in einen Dämmerschlaf versetzt. Vorteil: Dadurch bekommt man von der Untersuchung und irgendwelchen Unannehmlichkeiten gar nichts mit. Damit der Arzt das Darminnere richtig sehen kann, muss der Darm aber zuvor gründlich gereinigt und von Speise- und Stuhlresten befreit worden sein.

Für die eigentliche Untersuchung bedient sich der Mediziner schließlich eines kleinen Endoskops. Mit diesem speziellen und mit einer Kamera ausgestatteten Instrument ist es ihm möglich, das Innere des Darms zu betrachten und die Darmschleimhaut nach Auffälligkeiten abzusuchen. Mit Hilfe dieses Endoskops können eventuelle Wucherungen der Darmschleimhaut (Darmpolypen) sogar direkt entfernt werden – und zwar schon bevor sie zu Krebs entarten. Die gesamte Darmspiegelung dauert nur etwa 20 Minuten. (FBS/dj)