Sonderveröffentlichung

Wie mit Kinder-Kunstwerken umgehen

Nicht bewerten

Ist das Kunst oder kann das weg? Nicht jedes Gekritzel der Kinder muss man aufheben. Foto: dpa

12.05.2020

Mit den Kunstwerken der lieben Kleinen ist das so eine Sache. Sollten Eltern Kinder für jedes Gekritzel loben oder ehrlich sagen, wenn es ihnen nicht so gefällt oder sie auf den Bildern überhaupt nichts erkennen können? „Weder das eine noch das andere“, findet Nicola Schmidt. Stattdessen hat die Erziehungsexpertin einen Trick parat. „Wichtig ist, die Sachen nicht zu bewerten. Dann muss man auch nicht lügen. Stattdessen sagen wir, was wir sehen oder empfinden“, rät die Buchautorin von „Erziehen ohne Schimpfen“.

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So könne man sagen: „Oh, da sind ja so viele Farben verteilt“ oder „Ach, das sind ja so viele Linien, da wird mir ja ganz schwindelig wie in einem Karussell“. Eine andere Reaktion könne auch sein: „Ah, ein Delfin. Den kann ich schon viel besser erkennen als beim letzten Mal.“ Man könne die Sache noch ausbauen und erklären: „Da kann man richtig erkennen, dass du Spaß hast. Wenn der Delfin jetzt noch einen Zacken bekommt, erkennt man ihn noch besser.“

Bleibt die Frage, was man mit den ganzen Kunstwerken macht: Aufheben für die Ewigkeit oder nach der Marie-Kondo-Methode verfahren und sagen: Du hast mich glücklich gemacht, aber jetzt ist es Zeit zu gehen? Nicola Schmidt rät, nur einige Zeichnungen aufzuheben: „Zum Beispiel drei Bilder, auf denen die ersten Köpfe zu erkennen sind, und das erste Pferd, das nach Pferd aussieht“, schlägt sie vor. Bei größeren Kindern sollte man das Kind mit einbeziehen. Sagt es „alle aufheben“, müsse man das auch tun. (dpa)