Sonderveröffentlichung

Ausbildung im Öffentlichen Dienst
Ohne sie läuft nichts

Höflichkeit ist für Verwaltungsangestellte Pflicht

Samstag, 11.05.2019, 12:14 Uhr

Verwaltungsfachangestellte haben viel Kontakt zu Bürgern – sie sollten deshalb auch sehr kommunikativ sein. Foto: David Ebener
Anzeige
WWU Münster
Überall, wo der Bürger ist, sind auch Verwaltungsfachangestellte (VFA) nicht weit. So vielschichtig wie ihr Einsatzgebiet ist auch ihre Ausbildung. Gute Deutsch- und Mathematikkenntnisse werden vorausgesetzt. Außerdem darf niemand in diesem Job den Umgang mit Menschen scheuen – höfliche Umgangsformen sind Pflicht.

„VFA arbeiten in den Verwaltungsbehörden des Bundes, der Länder, der Kommunen sowie in anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaften, seltener auch in Kirchenverwaltungen“, erklärt Raimund Pickel, der Bundesvorsitzende der Deutschen Verwaltungsgewerkschaft in Mainz. Im Klartext heißt das: Ohne sie läuft im öffentlichen Leben fast nichts. VFA stellen beispielsweise Führerscheine aus, bearbeiten Anträge und beraten Bürger in Behörden. Außerdem planen sie kulturelle Events, sorgen für Nachschub bei der Bundeswehr und kassieren Geld für den Staat.

Schon während der dreijährigen Ausbildung werden VFA in sehr unterschiedlichen Behördenbereichen eingesetzt. Pro Ausbildungsjahr müssen zwei sechswöchige Berufsschulblöcke absolviert werden. Auf dem Lehrplan stehen etwa Deutsch, Englisch, Sozialkunde, Verwaltungsrecht, Betriebswirtschaftslehre und Rechnungswesen. Dazu kommt ein Lehrgang pro Jahr an einer Verwaltungsschule. Auch Controlling, Beschaffungswesen und Personalmanagement gehören dazu.

Der Job ist eine Frauendomäne – 70 Prozent der VFA sind weiblich. Sehr gute Noten beim Hauptschulabschluss können zwar den Weg zur Ausbildung öffnen, doch überwiegend werden Azubis mit einem mittleren Bildungsabschluss eingestellt. Zunehmend bewerben sich Abiturienten.

Nach erfolgreich beendeter Ausbildung werden VFA meist als Bürosachbearbeiter eingesetzt. Auch eine Stelle in der freien Wirtschaft oder eine Weiterbildung zum Verwaltungsfachwirt sind möglich. (dpa)

Die Notare des Bürgers

Rund 30000 Standesbeamte gibt es bundesweit, sagt Gerhard Bangert. Er ist Studienleiter an der Akademie für Personenstandswesen und bildet seit mittlerweile 24 Jahren Standesbeamte aus. Gleich nach der Schule kann jedoch niemand den Job machen. Wer sich dafür interessiert, muss zunächst eine Ausbildung in der Verwaltung absolvieren und etwa die Beamtenlaufbahn im mittleren oder gehobenen Dienst durchlaufen. An vielen Orten werden mittlerweile auch Verwaltungsfachangestellte eingesetzt, die nicht verbeamtet sind.

„Wer sich für den Beruf entscheidet, sollte sehr gern mit Menschen umgehen und offen für Neues sein“, sagt Gerhard Bangert. Denn die Fachkräfte müssten sich auf die unterschiedlichsten Fallkonstellationen einstellen. Außerdem müssen Standesbeamte darüber hinaus entscheidungsstark sein. „Was er entscheidet, kann hinterher nur noch ein Gericht korrigieren“, sagt Bangert. (dpa)
Datenschutz