Sonderveröffentlichung

Was hinter zweijährigen Ausbildungen steckt

Option für schwächere Schüler?

Zweijährige Ausbildungen gibt es fast in allen Branchen. Oft da, wo viel automatisiert abläuft, etwa in der Chemieindustrie. Foto: dpa

3.12.2020

Angehende Maler und Lackierer müssen drei Jahre Berufsausbildung durchlaufen. Bauten- und Objektbeschichter dagegen haben nach zwei Jahren ihren Abschluss in der Tasche. Zweijährige Ausbildungen werden oft als Option für schwächere Schüler ins Gespräch gebracht. Aber was steckt eigentlich dahinter?
 

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Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) legt fest, dass Ausbildungen nicht mehr als drei und nicht weniger als zwei Jahre betragen sollten. Die kürzeren Ausbildungen seien aber nicht für bestimmte Zielgruppen entwickelt worden, erklärt Torben Padur vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). „Grundsätzlich existieren zweijährige Ausbildungen, weil es einen spezifischen Bedarf gibt – ganz konkrete Arbeitsplätze, die besetzt werden sollen. Das sind keine Berufe für schlechte Hauptschüler.“

Nichtsdestotrotz seien die geforderten Qualifikationen oft niedriger als bei dreijährigen Ausbildungsberufen. Zudem bereiten sie häufig auf Berufe vor, die einen hohen Routineanteil haben – oder in denen vieles stark automatisiert abläuft. Maschinen- und Anlagenführer etwa, die beispielsweise an großen Fertigungsstraßen von Automobilherstellern die Abläufe steuern und überwachen.
 

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Padur zufolge gibt es aus diesem Grund im produzierenden Gewerbe, also zum Beispiel in der Chemieindustrie, relativ viele Ausbildungen, die auf zwei Jahre ausgelegt sind. Aber auch im Baubereich können sich Jugendliche in zwei Jahren etwa zum Hochbaufacharbeiter ausbilden lassen. Im Handwerk sei die Ausbildung zum Fahrradmonteur oder die Fachkraft Lederverarbeitung zu nennen. „Nicht zuletzt gibt es zweijährige Ausbildungen im Dienstleistungsbereich“, erklärt Padur. Verkäufer etwa erhalten ihren Abschluss nach zwei Jahren, ebenso wie Servicefachkräfte.

Wichtig zu wissen: Zweijährige Ausbildungen sind nur in wenigen Fällen als Pendant zu einer ähnlichen dreijährigen Ausbildung zu verstehen. „Auf jede Ausbildung lässt sich zwar noch eine weitere draufsetzen“, so Padur. Inwieweit Azubis sich Prüfungsleistungen oder Praxiserfahrung aus einer ersten Ausbildung aber anrechnen lassen können, regele die jeweilige Verordnung des Berufs. (dpa)