Sonderveröffentlichung

Bestes Handwerk - Schönes Zuhause: Innen perfekt ausgebaut

Parkett bekommt Konkurrenz

Der Trend zum Holz-Fußboden ohne Holz

Die Bodenbelagsbranche widmet sich zunehmend den gesundheitlichen Aspekten ihrer Produkte. So lässt sich dank geräuschabsorbierender Akustik-Verkleidung für Boden und Wände der Lärmpegel im Raum stark reduzieren. Foto: Swiss Krono/dpa

14.03.2020

Er sieht aus wie Holz, ist es aber nicht: Ein Kunststoffboden ist die große Konkurrenz für Parkett, Laminat und vor allem Teppich geworden. Luxury Vinyl Tiles, kurz LVT, nennt sich das Trendprodukt. 

Seine Stärke: Der Belag wirkt nicht mehr wie die altbekannten elastischen Bodenbeläge aus Kunststoffen wie PVC oder Kautschuk. Vielmehr imitieren die Hersteller damit täuschend echt das, worauf die Menschen in ihrem Haus gerne stehen: Fliesen und Betonböden, vor allem aber echte Holzböden und Laminat.

Zu deren Lasten gehe der Trend zu LVT gerade, berichtet Sonia Wedell-Castellano, Projektleiterin der Domotex. Das ist die Weltleitmesse für Teppiche und Bodenbeläge Domotex in Hannover. „LVT bieten unzählige Möglichkeiten und Dekore, die die Verbraucher schätzen – und lustigerweise wählen viele ausgerechnet Holzdekore.“

Aber wie kommt es, dass Kunststoff in Holzoptik dem echten Holz vorgezogen wird? Ganz grundsätzlich sind elastische Beläge aus Kunststoff langlebig und einfach zu pflegen. Bislang werden sie vor allem in Büros oder Krankenhäusern eingesetzt.

Fürs private Zuhause aber werden die Kunststoffbeläge erst wieder interessant in einer noch recht jungen Variante: eben den Luxury Vinyl Tiles. Diese Produkte bestehen aus mehreren Schichten, was den Hersteller erlaubt, die Oberflächen vielfältiger zu gestalten und ihnen teils sogar fühlbare Strukturen zu geben.

Außerdem kommen LVT-Beläge nicht wie die üblichen elastischen Böden von der Rolle und müssen flächig verlegt werden, sondern sie werden wie Fliesen in Rechtecken oder wie Parkett in Plankenform angeboten. Damit lassen sie sich vielfältiger verlegen.

Apropos vielfältigere Muster: Auch das ist ein Trend, von dem die Branchenexperten im Vorfeld der Messe berichten. Zwar scheuten viele noch immer den Griff zu starken Farben am Boden, doch bei Teppichen sei etwas mehr Muster gefragt, sagt Wedell-Castellano.

Dass es jedoch auf das richtige Maß an Mustern und Farben ankommt, zeigt die Entwicklung bei den orientalischen Teppichen. Die traditionell dicht gesetzten Muster dieser Produktgruppe werden derzeit gerne ausradiert – das englische Wort dafür, „erased“, tragen viele Produkte auch als Beinamen.

„Die Farben werden verändert, und Musterstücke werden herausgenommen“, beschreibt Franz ten Eikelder vom Bundesverband der Sachverständigen für orientalische, handgeknüpfte Teppiche und Flachgewebe diesen Trend.

Ansonsten jedoch sinkt das Interesse der Verbraucher an Teppichen und vor allem an flächig verlegten Teppichböden zunehmend, hört man aus der Branche. Trotzdem kommen gerade Teppiche im Raum, nun als Einzelstücke, nicht aus der Mode – was auch an ihrer Akustikwirkung liegt.

Teppiche haben eine lärmdämpfende und behagliche Wirkung, erklärt die Trendanalystin Susanne Schmidhuber. Sie bewertete im Auftrag der Messe Domotex die Trends und wählte für die Messe das Leitmotto „Atmysphere“.

Die Branche sei zunehmend darum bemüht, über einen Bodenbelag auch das Wohlfühlen in einem Zimmer zu verbessern. Zum Beispiel indem sie die Eigenschaft eines Bodens, Schall zu schlucken oder Trittschall zu minimieren, verbessere.

„Die Hersteller sind außerdem sehr bedacht darauf, im Herstellungsprozess Schadstoffe zu reduzieren“, berichtet Schmidhuber. Besonders wichtig sind zudem Nachhaltigkeit und Ökologie. So werden etwa bislang noch ungewöhnliche, vor allem natürliche Materialien zunehmend genutzt: etwa Hanf, Nessel, Raps, Rizinus oder Kreide. (dpa)


Dicke Dachdämmung wird gefördert

Energie und Geld sparen

Eine Dachdämmung ist in ein paar Tagen erledigt und die Kosten sind innerhalb von fünf bis 20 Jahren wieder eingespart. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin. Wie viel die Dämmung kostet, hängt vor allem vom Dachzustand ab.

Wer sein Haus nach dem 1. Februar 2002 gekauft hat, ist sogar verpflichtet, Dachstuhl oder Dachboden zu dämmen, sonst drohen Geldstrafen. Gesetzlich vorgeschrieben ist ein bestimmter Dämmwert: Der sogenannte U-Wert für die Wärmedurchlässigkeit darf 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin nicht überschreiten. Das entspricht in der Regel rund 18 cm Dämmstoff. Allerdings: Das ist der absolute Mindestwert, wer dicker dämmt, wird gefördert.

Wer etwa bei einem Schrägdach einen U-Wert von 0,14 einhält, kann eine KfW-Förderung beantragen, die seit Anfang des Jahres etwa doppelt so hoch ist wie vorher. Werden mehrere Sanierungsmaßnahmen miteinander kombiniert, zum Beispiel Dach und Außenfassade, erhöht sich die Förderung noch einmal.

Voraussetzung für KfW-Förderungen ist allerdings: Ein Gebäudeenergieberater plant die Sanierung und bestätigt sie am Ende. Er muss auf der Liste der Energieeffizienz-Experten des Bundes eingetragen sein, auch seine Dienste werden bei der Förderung bezuschusst. (dpa)