Sonderveröffentlichung

Münsterisches Pflege-Bündnis hofft auf positive Effekte

Bild hat sich gewandelt

Pflegealltag in einer Demenz-WG der Diakonie in Münster. Foto: Starke Pflege in Münster

15.06.2020

Starke Pflege in Münster“: Da denkt man direkt an die Corona-Zeit. Das Projekt ist aber schon vor der Pandemie gestartet. Dahinter verbirgt sich ein Bündnis von Pflegearbeitgebern – 14 Träger und Unternehmen aus verschiedenen Verbänden sowie drei Bildungseinrichtungen. „Das Projekt will das Image von Pflege in der Öffentlichkeit korrigieren. Wir zeigen, was die Berufe in der Branche so interessant und vielfältig macht, ohne die Schwierigkeiten und Herausforderungen zu beschönigen“, so Sprecher Roland Weigel.  

Pflegekräfte sind in den vergangenen Wochen zu Alltagshelden geworden. Hilft das Virus womöglich, die Ziele schneller umzusetzen, als gedacht? „Natürlich haben wir uns sehr über die Aufmerksamkeit und Wertschätzung gefreut. Aber wir haben auch gesehen, wie kurzlebig solche Effekte in unserer Welt sind“, sagt Roland Weigel: „Die Mitarbeiter wollen nicht nur beklatscht und mit lobenden Worten überhäuft werden. Sie wollen, dass der Wert und die Bedeutung der Pflegearbeit nachhaltig gewürdigt werden.“ Dabei ginge es nicht nur um eine bessere Bezahlung, sondern auch um eine bessere Personalausstattung und eine moderne Infrastruktur, die echte Arbeitsentlastung und Nutzen für die Menschen bringt. 

IHK Nord Westfalen

Zur Wertschätzung gehört laut Roland Weigel übrigens auch die Anerkennung, dass die Pflegeeinrichtungen dem hohen internen und öffentlichen Druck durch die Corona-Bedrohung Stand gehalten haben. „Die Infektionszahlen sind niedrig und da, wo es Infektionen gegeben hat, wurden diese erfolgreich bekämpft. Dabei hat sich gezeigt: Mitarbeiter in den Pflegeeinrichtungen sind keine Engel oder Helden, sie sind Profis. Daran wird man sich hoffentlich auch noch nach der Corona- Krise erinnern.“

Roland Weigel hofft, dass sich die positive Grundstimmung auf das Projekt auswirken wird: „Es wäre schön, wenn sich jetzt manches Vorhaben schneller realisieren lassen würde. Wir denken dabei beispielsweise an Kooperationen mit der Wohnungswirtschaft bei der Schaffung von günstigem Wohnraum für Auszubildende und Mitarbeiter oder an die Förderung von wohnortnahen alternativen Pflege- und Betreuungsangeboten. Wir denken auch an die Umsetzung von Lösungen für digitale Arztvisiten, Online-Fallbesprechungen und Qualifizierungen im Web.“

Das Fazit des Projekt-Sprechers: „Pflege ist eine sinnstiftende und wertvolle Arbeit. Diese Botschaft motiviert hoffentlich nach der Corona-Krise viele Menschen zu einer Berufswahl in der Pflege.“ Von Jan-Philipp Jenke