Sonderveröffentlichung

Sprechstunde - Darmkrebs

„Präventiophobie“ überwinden

Neue Werbekampagne zum Darmkrebsmonat März
„Präventiophobie“ überwinden

Im TV-Spot schlüpft Schauspielerin Sissi Perlinger in die Rolle einer Ärztin. Foto: Neverest/FBS

25.02.2020

Zum 19. Mal steht der März in ganz Deutschland im Zeichen der Darmkrebsvorsorge. Ausgerufen von der Felix Burda Stiftung, der Stiftung LebensBlicke und dem Netzwerk gegen Darmkrebs engagieren sich in diesem Monat Medien, Gesundheitsorganisationen, Unternehmen, Städte, Kliniken und Privatpersonen konzertiert für die Prävention von Darmkrebs.

Der Darmkrebsmonat März 2020 steht unter dem Motto „Präventiophobie – Wenn die Angst vor der Darmkrebsvorsorge größer ist als die Angst vor dem Krebs“. Die Felix Burda Stiftung will mit diesem erfundenen Terminus augenzwinkernd auf Vorbehalte aufmerksam machen, die tödlich sein können. Die für die Aktion engagierte Werbeagentur auch Radio-Beiträge und einen TV-Spot, der mit Kabarettistin Sissi Perlinger und Schauspieler Wayne Carpendale gedreht wurde.


»Statt als gesunder Mensch Prävention zu betreiben, wird der Vorsorge geradezu phobisch aus dem Weg gegangen. Bis es dann womöglich zu spät ist!«

Carsten Frederik Buchert, Director Marketing & Communications der Felix Burda Stiftung.
   


Jährlich erkranken rund 60400 Menschen in Deutschland neu an Darmkrebs. Die Diagnose dieser Erkrankung wird im Laufe des Lebens bei einem von 17 Männern und einer von 20 Frauen gestellt. Und so sterben jedes Jahr rund 24300 Menschen an dieser Krebsart, die sich durch rechtzeitige Vorsorge verhindern lässt.

Dass Prävention möglich ist, zeigen die positiven Entwicklungen der zurückliegenden Jahre: Dank des jährlichen Darmkrebsmonat März und der dadurch generierten Aufmerksamkeit für die Prävention von Darmkrebs haben seit Einführung der Untersuchung im Jahr 2002 bereits rund 7,5 Millionen Menschen an der Vorsorgekoloskopie teilgenommen. Dadurch konnten bis heute circa 139000 Todesfälle und 290000 Neuerkrankungen verhindert werden. Und die Anzahl der jährlichen Neuerkrankungen und Sterbefälle von Darmkrebs sank in den vergangenen zehn Jahren um 20 Prozent.
    

Wayne Carpendale überzeugt als irrer Phobiker. Foto: Neverest/FBS
Wayne Carpendale überzeugt als irrer Phobiker. Foto: Neverest/FBS

Obwohl die Zahlen belegen, dass das gesetzliche Angebot zur Darmkrebsvorsorge wirkt, wird dieses bisher von zu wenigen Versicherten in Anspruch genommen: Nur rund 1,8 Prozent der anspruchsberechtigten Frauen und Männer nutzen jedes Jahr die Vorsorgekoloskopie.

Dr. Christa Maar, Vorstand der Felix Burda Stiftung betont aber: „Auch wenn die Teilnahme an der Vorsorgekoloskopie leider immer noch niedrig ist, gibt es doch auch einen positiven Trend zu vermelden: Die Teilnahmerate der Männer – die zu Anfang besonders wenig Interesse an der Untersuchung hatten – lag zuletzt knapp vor der Teilnahmerate der Frauen. Das zeigt doch, dass Aufklärung wirkt.“

Als häufigste Gründe für die Nicht-Teilnahme an einer Darmspiegelung werden genannt: „Weil ich keine Probleme mit dem Darm habe“ und „Weil ich es persönlich nicht für notwendig halte“. Auch die Angst vor der Untersuchung spielt eine wichtige Rolle, so das Robert Koch-Institut.

Die Erkenntnisse eines studentischen Forschungsprojekts der Hochschule Fresenius in München vom Januar 2020 zeigen, wie es um das Wissen der Bevölkerung über Prävention bestellt ist: So würden 32 Prozent der Befragten über 45 Jahre, die aktuell nicht zur Vorsorge gehen, dies erst beim Auftreten von Symptomen tun. Und nur rund 13 Prozent aller Befragten gaben an, dass sie unter „Prävention bzw. Vorsorge“ Maßnahmen zur Gesundheitserhaltung verstehen.

„Dies zeigt, dass das Prinzip von Vorsorge und Prävention nicht verstanden wird“, so Carsten Frederik Buchert, Director Marketing & Communications der Felix Burda Stiftung. „Statt als gesunder Mensch Prävention zu betreiben, wird der Vorsorge geradezu phobisch aus dem Weg gegangen. Bis es dann womöglich zu spät ist! Wenn diese Angst vor der Vorsorge fast größer ist, als die Angst vorm Darmkrebs selbst, sprechen Mediziner von Präventiophobie“, erklärt Buchert augenzwinkernd. (FBS)

Neue Methadon-Therapiestudie

In den zurückliegenden Jahren ist das Schmerzmittel Methadon als vermeintlich vielversprechendes Krebsmedikament in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten. Jedoch liegen bisher noch keine belastbaren Daten für den Einsatz in der klinischen Praxis vor. Wissenschaftler wollen nun in einer Therapiestudie feststellen, ob Methadon bei Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs wirksam ist. Damit wird der Wirkstoff erstmals unter klinischen Bedingungen untersucht. Die Deutsche Krebshilfe fördert die Studie mit 1,6 Millionen Euro. Eingeschlossen in die Studie werden Patienten mit bereits metastasiertem Darmkrebs, bei denen die Chemotherapie nicht mehr anschlägt. Experimentelle Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Methadon als wirksame Substanz erweisen könnte. Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, betont: „Bisher liegen zum in der Öffentlichkeit diskutierten Thema Methadon in der Krebstherapie nur Ergebnisse aus der Grundlagenforschung vor. Auf dieser Basis raten wir nach wie vor von einem Einsatz von Methadon als Krebsmedikament außerhalb von kontrollierten Studien ab. Daher halten wir es für wichtig, das mögliche Potenzial dieses Wirkstoffs nun erstmals unter klinischen Bedingungen zu untersuchen.“ (ots)


Regelmäßige Kontrollen wichtig

Erhöhtes Risiko bei entzündlichen Darmerkrankungen

Anlässlich des Weltkrebstages hat die die Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) auf das erhöhte Darmkrebsrisiko bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) hingewiesen und zur Vorsorge aufgerufen.

In Deutschland sind schätzungsweise mehr als 400000 Menschen von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, kurz CED, betroffen. Zu diesen zählen unter anderem Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Bei beiden Krankheiten kommt es zu entzündlichen Veränderungen in den Verdauungsorganen, wobei bei Colitis ulcerosa nur der Dickdarm beteiligt ist und bei Morbus Crohn der ganze Verdauungstrakt betroffen sein kann.

Die Entzündungen im Darm tragen dazu bei, dass das Darmkrebsrisiko bei CED-Patienten erhöht ist. Besonders das Risiko für das Kolon-Karzinom (Dickdarmkrebs) ist bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn mit Dickdarmbeteiligung im Vergleich zur Normalbevölkerung erhöht. Daher sind eine gute Therapie, die die Entzündungen möglichst niedrig hält und regelmäßige Arztbesuche von sehr großer Bedeutung. Durch eine engmaschige Überwachung können Veränderungen im Darm, die möglicherweise auf Krebs hindeuten, frühzeitig erkannt werden. Die DCCV ruft daher alle Betroffenen zur regelmäßigen Vorsorge auf. (pm)