Sonderveröffentlichung

Ausbildung zur Konditorin kommt auch während Corona voran

Pralinen statt Berufsschule

Anna Klaas hat sich für den Konditorberuf entschieden und gibt ihre Begeisterung fürs Handwerk gern als Ausbildungsbotschafterin weiter. Foto: HWK/Teamfoto Marquardt

7.09.2020

Als durch Corona die Berufsschule im März unterbrochen wurde, hätte die angehende Konditorin Anna Klaas eigentlich Zwischenprüfung gehabt. Die 19-Jährige lernt im dritten Lehrjahr in der Bäckerei und Konditorei Thumann in Sassenberg-Füchtorf. Statt Schule hieß es mehr Praxisunterricht in der Backstube.

Vor der Corona-Pandemie besuchte Klaas bis zu zweimal pro Woche das Adolph-Kolping-Berufskolleg in Münster. Zusätzlich befand sie sich im März noch in der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) am Handwerkskammer Bildungszentrum (HBZ) in Münster, als durch den Lockdown der gesamte Präsenzunterricht eingestellt wurde. Auch die Zwischenprüfung wurde abgesagt. Das Berufskolleg reagierte schnell und schickte der Konditorenklasse Unterrichtsmaterial per E-Mail.
 

Fiege

Anders als in der Schule lief die Arbeit in der Backstube unter strengen Hygienevorschriften vor Ort weiter. Klaas und ihre Kollegen arbeiten seitdem in Schichten auf Abstand und mit Mund-Nase-Abdeckung. Die ausgefallene Schulzeit nutzte sie für praktische Übungen: „Ich habe handwerklich viel probiert und gelernt, Pralinen herzustellen. Das ist nicht einfach und sehr zeitintensiv.“

Seit August besucht die Auszubildende die Berufsschule in Münster wieder einmal wöchentlich vor Ort. „Das funktioniert sehr gut. Auch der persönliche Austausch mit den Lehrern und Mitschülern ist wichtig“, meint Klaas.
 

Finanzverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen

„Schon als Schülerin habe ich leidenschaftlich gerne gebacken und bin über ein Praktikum in einer Warendorfer Konditorei auf den Beruf aufmerksam geworden“, erzählt die Sassenbergerin. Nach dem Hauptschulabschluss machte sie ihre Leidenschaft zum Beruf und bewarb sich beim Familienbetrieb Thumann. Ihre Begeisterung für das Konditorenhandwerk gibt die junge Frau gerne weiter: „Als Ausbildungsbotschafterin wurde ich dafür geschult in Klassen zu gehen und Schülern von meiner Ausbildung zu erzählen. Durch Corona sind aktuell keine Einsätze möglich, aber ich freue mich schon, wenn es wieder soweit ist.“

Nach der Ausbildung kann sich Anna Klaas ein mehrmonatiges Praktikum auf einem Kreuzfahrtschiff vorstellen: „Ich möchte als Konditorin arbeiten und gleichzeitig andere Kulturen kennen lernen,“ plant sie. Auch verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten stehen ihr als Gesellin offen. Eine kaufmännische Fortbildung oder die Meisterschule können eine Option sein.

Fragen und Online-Lehrstellenbörse

Informationen über die Ausbildungsberufe und einen erfolgreichen Start ins Handwerk stehen auf der Webseite www.handwerk.de. Wer Fragen zu den Ausbildungsmöglichkeiten hat, Berufe und Ausbildungsbetriebe im Praktikum testen will oder direkt eine Lehrstelle sucht, kann sich an die nächste Kreishandwerkerschaft und unter '0251/705-4004 an die Ausbildungsvermittler der Handwerkskammer Münster wenden. Sie bietet auch eine Online-Lehrstellenbörse mit vielen freien Praktikums- und Ausbildungsplätzen in der Region an: www.hwk-muenster.de/ausbildungsvermittlung.