Sonderveröffentlichung

Warn-Apps gegen

Schnelle Hilfe vom Handy

Kann ganz hilfreich sein: eine aktive Blitzer-Warnapp auf dem Smartphone.

20.02.2021
Auto Radink

Eine kurze Unaufmerksamkeit genügt: Ruht der Blick auf dem Radio statt auf der Tachonadel oder hat man einfach ein Schild übersehen, kann es schon im nächsten Moment zu spät sein.  

Es gibt Autofahrerinnen und Autofahrer, die versuchen, sich mit technischer Hilfe vor Blitzern zu schützen. Zum Einsatz kommen Blitzer-Warngeräte oder Blitzer-Apps fürs Smartphones. Kleine Warngeräte kosten online kaum mehr als 50 Euro. Peter Schmitz vom Computer-Fachmagazin „c’t“ unterscheidet Störgeräte (Jammer) von Warngeräten auf Detektor- sowie auf GPS-Grundlage mit Datenbank. „Die Jammer verhindern eine gültige Messung, indem sie die Signale der Radar-Messung stören“, erklärt Schmitz. Detektoren reagieren auf die Wellen von Radar- oder Lidar-Messgeräten, schlagen aber auch bei Weidezäunen und vor Bahnübergängen gelegentlich aus.

„Die Geräte arbeiten auf Grundlage einer GPS-Positionserkennung und greifen auf eine Datenbank von Blitzerstandorten zurück“, sagt Schmitz. Kauf und Besitz solcher Geräte sind in Deutschland erlaubt – aber sie dürfen nicht während der Fahrt betrieben werden.

Besonders populär seien Blitzer-Apps fürs Smartphone oder fürs eingebaute Auto-Navigationssystem, sagt Schmitz. „Das Herunterladen und Installieren ist legal.“

In Deutschland arbeiten rund 4500 stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen. Dazu kommen mobile Stationen und Radarpistolen. Autofahrer dürfen sich ihre Strecke vor der Fahrt anschauen und sich Blitzer merken, erklärt Peter Schmitz. „Das ist legal und erlaubt.“

Anders ist es unterwegs: „Autofahrer dürfen während der Fahrt keine Warn-Apps auf ihrem Smartphone oder Blitzer-Warner benutzen“, sagt Uwe Lenhart, Fachanwalt für Straf- und Verkehrsrecht in Frankfurt/Main. Eine Warn-App auf dem Smartphone dürfe nicht betriebsbereit sein. Eine Zuwiderhandlung wird mit 75 Euro Geldbuße und einem Punkt geahndet. Bei Polizeikontrollen gilt: „Autofahrer sollten Ruhe bewahren und freundlich bleiben“, rät Lenhart. „Sie sollten so wenig wie möglich reden.“

Beamte dürfen nach dem Smartphone fragen, wenn sie den Verdacht haben, dass eine Warn-App benutzt wird, erklärt Lenhart. Sie seien bei einem Anfangsverdacht berechtigt, das Smartphone zu überprüfen und sogar Apps zu löschen. „Autofahrer müssen keinen Sperrcode herausgeben, die Polizei kann aber unter Umständen im Gegenzug das Gerät beschlagnahmen“, sagt Lenhart. (dpa)