Sonderveröffentlichung

Schnelles Handeln gefordert

Früherkennung als Lebensretter

Donnerstag, 03.10.2019, 14:33 Uhr

Einmal im Monat sollten Frauen ihr Brüste auf Verhärtungen und andere Veränderungen abtasten. Foto: dpa
Die Amerikanische Krebsgesellschaft (American Cancer Society) initiierte 1985 den ersten Brustkrebsmonat. Seitdem nutzen immer mehr Industrieländer den Monat Oktober, um die Öffentlichkeit für das Thema Brustkrebs zu sensibilisieren. Auch wenn es seit Gründung der Initiative große Fortschritte in der Diagnose und bei der Therapie gibt, eines hat sich bis heute nicht geändert: Entscheidend ist die Früherkennung.
    

»Ob eine Frau an Brustkrebs erkrankt oder nicht, ist von vielen Faktoren abhängig«

Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin der Barmer
  

Die Zahlen der Deutschen Krebsgesellschaft sind eindeutig: Derzeit erkrankt durchschnittlich eine von acht Frauen im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter, besonders ab dem 40. bis 50. Lebensjahr, um dann etwa ab 70 Jahren wieder abzusinken. Jährlich erhalten rund 75 000 Frauen in Deutschland die niederschmetternde Diagnose Brustkrebs. Damit ist das Mammakarzinom der häufigste bösartige Tumor bei Frauen. Etwa 17000 Patientinnen sterben an den Folgen, auch weil die Krankheit manchmal bei ihnen zu spät erkannt wurde. „Anders als andere Krankheiten macht sich Brustkrebs nicht durch Schmerzen bemerkbar. Stattdessen können veränderte Brustwarzen, eine Größenveränderung des Busens sowie kleine Verhärtungen im Brustgewebe und an den Lymphdrüsen im Achselbereich auf eine Erkrankung hindeuten. Um solche Veränderungen rechtzeitig zu bemerken, ist es immens wichtig, dass Frauen einmal im Monat ihre Brust selbst abtasten“, betont Dr. Ursula Marschall, Leitende Medizinerin bei der Barmer. Zusätzlich sollten Frauen jedoch auch die jährliche Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen wahrnehmen. Ab 30 können sie einmal im Jahr zum Frauenarzt gehen, der Brust und Achselhöhlen abtastet und auf Veränderungen achtet. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren werden alle zwei Jahre zur Mammographie in ein spezialisiertes Untersuchungszentrum eingeladen.
   

UKM Universitätsklinikum Münster

Neben den Vorsorgeuntersuchungen sollten Frauen insgesamt auf einen gesunden Lebensstil achten, also Sport treiben, wenig Alkohol trinken, aufs Rauchen verzichten und sich ausgewogen ernähren. Doch auch wer sich nach diesen Empfehlungen richtet, hat keine Garantie auf ein Leben ohne Brustkrebs, weiß Marschall. „Ob eine Frau an Brustkrebs erkrankt oder nicht, ist von vielen Faktoren abhängig. Dazu zählt beispielsweise der Zeitpunkt von Menstruation und Wechseljahren oder die Frage, ob eine Frau Mutter ist.“ Sollte eine Krebserkrankung diagnostiziert werden, ist schnelles Handeln gefordert. Der Frauenarzt wird der Patientin ein spezialisiertes Brustzentrumempfehlen, wo dann gemeinsam über Behandlungsoptionen beraten wird. Dabei gibt es nicht die eine richtige Methode. Bei manchen Patientinnen ist es die Entfernung des Tumors mit anschließender oder auch vorheriger Chemotherapie, bei anderen ein Eingriff ohne Chemo, und wieder andere benötigen eine Amputation. Egal welche Therapieform zum Einsatz kommt, wichtig ist auch eine intensive Nachsorge. Hier bietet die Barmer betroffenen Versicherten die Teilnahme an einem sogenannten Besser-Leben-Programm an, wodurch sie aktiv in den Behandlungsplan eingebunden werden, der auf aktuellsten wissenschaftlichen Kenntnissen basiert. (pm)
   
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