Sonderveröffentlichung

Die Schützengilde Raestrup entwickelte sich in knapp 90 Jahren zum wahren Erfolgsverein

Am Feiertag zur Königswürde

Der Vorstand der Schützengilde Raestrup v.l. Klaus Röttgermann (Oberst), David Brokamp (Vorsitzender Ehrengarde), Ludger Schlieper (3. Beisitzer), Franz-Josef Inkmann ( 1. Vorsitzender), Jan Brokamp (aktueller König und 4. Beisitzer),Sven Hartmann (stellv. Schriftführer), Manfred Inkmann (1. Kassierer) und Christoph Hartmann (1 Beisitzer). Foto: Bernd Pohlkamp

11.06.2020

Im Jahr 1931 wurde die Schützengilde Raestrup gegründet. Eine kleine Gruppe Männer setzte sich seinerzeit an einen Tisch und besprach alles Wesentliche. Zum ersten Vorsitzenden wurde der Reichsbahn-Vorsteher Gerhard Vogt bestellt. 1932 fand in „Schliepers Büschken“ das Wetteifern um die erste Königswürde statt.

Der erste Schützenkönig war August Wiewel. In den nächsten Jahren blühte die Schützengilde auf und die Mitgliederzahl wuchs ständig. Nach 1933 nahmen die Nationalsozialisten großen Einfluss auf das Vereinsleben, besonders auf die Organisation und den Ablauf von Vereinsaktivitäten. In Raestrup hielt die nationalsozialistische Vereinspolitik erst im Jahre 1936 Einzug. Im Jahre 1939 fand das vorläufig letzte Schützenfest statt.

Auf Anordnung der britischen Militärregierung durfte von 1945 bis 1947 kein Schützenfest gefeiert werden. Im Spätsommer 1948 wurden wieder Stimmen laut, die für das Wiederaufleben der alten Tradition waren. Daraufhin erfolgte 1949 die Wiederbelebung der Schützengilde. Ein besonderer Dank galt seinerzeit der „Vorkriegs-Majestät“ von 1939, Gerhard Vogt.

Durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges trug der inzwischen pensionierte Reichsbahnbeamte ein ganzes Jahrzehnt die Würde des Schützenkönigs. Der erste König nach dem Krieg wurde 1949 Reinhard Scheffer-Boichorst. Da das Schießen mit einem Gewehr untersagt war, griffen die Organisatoren zur Armbrust. Da die Treffsicherheit der Schützen damit allerdings gleich Null war, ging dieser als „Schüttelkönig“ in die Geschichte ein.

1976 fand das Schützenfest erstmals in der alten Kapelle bei Rusche statt, geschossen wurde auf einer Wiese daneben. Es stellte sich jedoch heraus, dass dieses nicht der geeignete Standort war. Eine neue Lösung musste her. Der Vorschlag, die Vogelstange im Schützenwald zu errichten, wurde schließlich umgesetzt – der optimale Standort war gefunden.

Auch weitreichende personelle Veränderungen wurden vollzogen. Mit der Wahl von Josef Schlieper Anfang der 80er Jahre zum ersten Vorsitzenden wehte ein frischer Wind im Verein. Da aufgrund des wachsenden Interesses an der Gilde der Platz bald zu klein wurde, wurde die Schützenhalle 1993 erheblich vergrößert.

Mitte der 90er Jahre wurde Franz-Josef Inkmann zum ersten Vorsitzenden gewählt. Eine Änderung gab es zudem beim Schützenfesttermin, der auf Christi-Himmelfahrt verlegt wurde. Dieses war für die Schützengilde eine der wichtigsten Entscheidung, da die Besucherzahlen seitdem stetig nach oben gingen. 2006 feierte der Verein sein 75-jähriges Bestehen. 2013 wurde ein weiteres Ereignis zelebriert: Die Ehrengarde wurde 50 Jahre alt.