Sonderveröffentlichung

Die Berufswelt ändert sich – aber das ist auch normal

Schuster bleib nicht bei den Leisten


29.04.2021
Allfinanz Deutsche Vermögensberatung Regionaldirektion Christian Muellmann und Team

Bäcker, Scherenschleifer, Hausschlachter – die Bilder auf dieser Seite hat der Heimatverein Greven für eine bemerkenswerte Ausstellung gesammelt. Sie zeigte Berufe, so wie es sie früher gab. Und heute nicht mehr. Zumindest nicht in dieser Form.

Alles ist im Wandel. Wer sich heute bei der Grevener Karrieremesse online über Berufe informiert, der begibt sich auf eine Reise. Es kann sein, dass er im Laufe seines aktiven Lebens verschiedene Berufe erlebt, immer wieder neue Techniken kennenlernt.

Das war nicht immer so. In den 70er Jahren schrieb der amerikanische Zukunftsforscher Alvin Toffler ein Buch, das auf Deutsch „Der Zukunftsschock“ hieß. Damals lebten viele Berufstätige mit dem Gefühl, dass sie einmal ihren Beruf wählen und dann für immer dabei bleiben konnten. „Schuster bleib bei deinen Leisten“, war so ein Spruch, der daran erinnerte, dass Wandel unerwünscht war.

Und nun kam dieser Toffler und schrieb, dass man möglicherweise mehrere verschiedene Berufe in seinem Leben übernehmen müsse. Alles sei in Bewegung. Immerhin hatte er einen Trost. Eines sei ganz sicher: „Der ständige Wandel.“

Tatsächlich gab es immer Berufe, die durch technische Neuerungen überflüssig wurden. Der Heizer in der Lokomotive zum Beispiel war bei Elektro-Loks nicht mehr nötig.
 

Diakonie Münster

Kutscher und Hufschmied, früher wichtige Jobs, um die Landwirtschaft am Laufen zu halten, spielen heute nur noch eine Rolle für den Reitsport.

In Druckhäusern gibt es heute keine Setzer mehr, die ganze Zeitungsseiten aus kleinen Bleiplatten zusammen frickelten. Ein Beruf, der früher einmal eine lange Ausbildung erforderte und mit den ersten Satzcomputer sang- und klanglos verschwand.

Das mag für jemanden, der vor dem Beginn seiner Berufslaufbahn steht, erst einmal erschreckend sein. Und tatsächlich haben die technologischen Revolutionen der vergangenen Jahrzehnte manchen Berufstätigen herausgefordert. Aber, wenn man sich einmal unsere heutige Berufswelt ansieht, dann stellt man fest: Bei jeder Veränderung sind bisher neue Jobs entstanden. Viele erfordern mehr Qualifikation als die althergebrachten Jobs. Aber in vielen können die beruflichen Fertigkeiten, die man in seiner Ausbildung erworben hat, wunderbar angewandt und ausgeweitet werden.
    

1. Digitale Grevener Karriere-Messe

Ein erfahrener Maschinenführer in der Industrie, der schon viele Veränderungen in seinem Berufsleben mitgemacht hat, ist für Unternehmen Gold wert. Gerade in Krisen und bei Herausforderungen zeigt sich, was gründliche Berufsausbildung und -Erfahrung bedeuten. Sie sind der Schlüssel für den wirtschaftlichen Erfolg unserer Gesellschaft. Für Unternehmen und Handwerk sind die Auszubildenden die Garantie für die eigene Zukunft.

Die Ausbildung ist dabei übrigens nicht die Fortführung der Schule mit anderen Mitteln. Viele Jugendliche, die in der Theorie nicht so gut waren, blühen in der Praxis auf. Arbeit, Herausforderung, Problemlösungen – das hat immer eine sehr praktische Seite. Wichtig für Jugendliche ist aber auch, nicht auf „Modeberufe“ hereinzufallen. Was in manchen Betrieben und Arbeitsweisen steckt, erfährt man oft erst beim Tun. Die Welt der Unternehmen, auch im Kleinen, bietet unglaublich viele Überraschungen und Tätigkeitsfelder. Mit der Brille des Schülers, der gerade seinen Abschluss gemacht hat, ist das oft nicht zu sehen. Die Devise sollte also sein: Sich Trauen, Ausprobieren. Und damit leben, dass sich alles mal ändern kann. Lebenslanges Lernen in der Praxis ist das beste Mittel gegen Langeweile. -bn-