Sonderveröffentlichung

Schwatter Fridach
„Schwatter Fridach“ steht bevor

Aus dem Münsterland kommt jetzt die Antwort auf den lizenzierten „Black Friday“

Freitag, 23.11.2018, 05:51 Uhr

In Amerika ist er längst etabliert, auch in Deutschland macht sich der lizenzierte „Black Friday“ mittlerweile einen Namen bei den Schnäppchenjägern – auch im Münsterland, als „Schwatten Fridach“ Foto: obs/Black-Friday.de
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Riesige Plakate in den Schaufenstern oder unzählige Schildchen an den Kleidungsstücken: Beim Schlussverkauf sehen Kunden rot.

Insbesondere Szenen aus amerikanischen Einkaufshäusern mit wühlenden, vollbepackten, gar schubsenden Menschen prägen das Bild. Beim lizenzierten „Black Friday“ werden Schnäppchenjäger und Shoppingwütige hellhörig – auch im Münsterland.

Der „Schwatte Fridach“ ist die westfälische Antwort auf den Tag, der ganz im Zeichen des Shoppingerlebnisses steht. Und zwar nicht online, sondern in den Geschäften in der Heimat. Warum sich der Kauf vor Ort lohnt und womit der Einzelhandel lockt, das verrät der Vorsitzende des Einzelhandelsverbands Westfalen-Münsterland und Chef der münsterischen SuperBioMarkt AG Michael Radau im Interview.

Weshalb ist es so wichtig, den heimischen Einzelhandel zu unterstützen?

Michael Radau: Es ist ein Geben und Nehmen. Mit dem stationären Einzelhandel unterstützt man generell die Einzelhandelspräsenz vor Ort, die ja neben Steueraufkommen auch Arbeitsund Ausbildungsplätze bietet. Ein funktionierender stationärer Einzelhandel ist immer auch Rückgrat der Gesellschaft, unterstützt in der Regel Kultur und Sport vor Ort und bietet für viele auch soziale Kontakte und Kommunikation.

Welche Vorteil(e) bietet der Kauf vor Ort gegenüber Onlineshops für Kunden?

Michael Radau: Neben den schon genannten Aspekten kann ich Ware beim Einkauf vor Ort auch unmittelbar sehen, fühlen, anprobieren, kann mir technische Dinge erklären lassen und habe bei späteren Rückfragen bestenfalls direkt einen Ansprechpartner. Beratungsqualität schützt oft vor Fehleinkäufen und aufwendiger Rücksendung. Außerdem kann ein freundlicher, lächelnder Verkäufer von keiner noch so gut gemachten Bildschirmpräsentation ersetzt werden.

Wie reagieren Kaufhäuser, um dem Trend Onlinehandel zu trotzen? Welche Möglichkeiten bieten Sie?

Michael Radau: Nicht nur Kaufhäuser reagieren auf den Onlinehandel, eigentlich muss sich jeder Einzelhändler mit der Thematik auseinandersetzen und für sich eine Strategie entwickeln, wie man mit dieser Herausforderung umgeht: Es muss nicht immer ein eigener Online-Shop sein, kann es aber. Lieferservices sind auch ein Thema, ebenso „click-and-collect-Angebote“ und viele Ideen mehr. Was sinnvoll ist, muss man individuell beurteilen. Aus meiner Sicht unverzichtbar ist aber in jedem Fall eine Auffindbarkeit im Internet, da immer mehr Kunden auch den stationären Einkauf durch Onlinerecherche vorbereiten. Bei Kaufhäusern gilt aber in besonderem Maße, dass sie erlebnisorientiert sind.

Sind Produkte online günstiger als wenn man diese vor Ort kauft? Wie ist Ihre Einschätzung?

Michael Radau: Dazu gibt es sicherlich kein klares Ja oder Nein. Ich kann besondere Schnäppchen sowohl im Internet als auch im stationären Handel finden. Wir müssen aber generell, auch als Kunden, aus der reinen Preisbetrachtung raus. Immer nur das Billigste funktioniert auf Dauer in einer Gesellschaft nicht. Hier muss der stationäre Handel aber seinen Mehrwert noch viel deutlicher hervorheben.

Gibt es eine spezielle Sparte, bei der sich der Kauf vor Ort besonders lohnt?

Michael Radau: In gut aufgestellten Geschäften, egal ob Filialbetrieb oder Facheinzelhandelsgeschäft, lohnt sich der Einkauf vor Ort meines Erachtens immer, weil der persönliche Kontakt dann eine Win-win-Situation ergibt. Dies gilt über alle Branchen und Sparten hinweg. (kri)

L&T

Was sich hinter dem „Black Friday“ verbirgt

Foto: dpa
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In seinem Ursprungsland ist der „Black Friday“ seit Jahrzehnten eine feste Institution und bringt jedes Jahr Millionen Amerikaner dazu, tumultartig die Geschäfte zu stürmen. Traditionell findet der „Black Friday“ immer am Freitag nach dem amerikanischen Erntedankfest Thanksgiving statt und gilt als der umsatzstärkste Tag des ganzen Jahres. Seit 2006 wird er auch in Deutschland gefeiert.

In den folgenden Jahren kamen immer mehr Händler dazu und sorgten für eine wachsende Bekanntheit in Deutschland.

So wundert es kaum, dass Expertenschätzungen mittlerweile von bis zu 20 Millionen deutschen Shoppern zum „Black Friday“ 2018 ausgehen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechne alleine mit einem Umsatz von rund 2,4 Milliarden Euro. Offline-Einkäufe sind dabei noch nicht eingerechnet. Ob die Kunden am „Black Friday“ lieber virtuell im Internet oder physisch in den Geschäften einkaufen gehen, ist ihnen in diesem Jahr erstmals selbst überlassen. Denn fanden die „Black Friday“-Aktionen in den vergangenen Jahren vor allem online im Internet statt, so gehen mittlerweile viele Händler dazu über, ihre Angebote auch in den Filialen anzubieten.

Eine Übersicht über die besten Deals in den Innenstädten und Shopping-Centern finden die Kunden bei black-friday.de (pm)

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