Sonderveröffentlichung

Der 1912 gegründete SVR ist heute sehr viel mehr als ein Fußballverein

Skepsis weicht nach dem ersten Sieg

Blick ins Fotoalbum: Beim Richtfest für das Vereinsheim 1992 schlug der damalige Vorsitzende Horst Buchterkirche den letzten Nagel ein – was sehr lange dauerte. 

17.10.2020

Von Badminton bis Wirbelsäulengymnastik, von Kinderturnen bis zum „Sport 60 plus“ – der SV Rinkerode steht heute für eine ganz breite Palette an Bewegungsangeboten.

Gegründet wurde der Sportverein im Jahr 1912 jedoch als reiner Fußballclub. Zunächst habe die ältere Generation dieser Sportart und damit dem Ansinnen der jungen Gründungsmitglieder Skepsis entgegengebracht, schildert die Chronik. Doch sei diese bereits mit dem ersten Spiel gewichen, als die Rinkeroder mit 4:2 gegen Wolbeck gewannen.


Skepsis weicht nach dem ersten Sieg Image 2

»Wir sind stolz darauf, dass wir ohne finanzielle Zuwendungen an die Spieler die Kreisliga halten können.«

Vorsitzender Udo Nees


Anfangs wurde auf dem landwirtschaftlichen Gelände hinter Lüningmeyer dem Ball hinterhergejagt, doch immer wieder mussten neue Flächen gesucht und für die Ausübung des Ballsports hergerichtet werden, bis 1955 schließlich der heutige Standort am Breul gefunden war. Auch mit einem Ort zum Umkleiden war es schwierig. Zeitweise zogen sich die Spieler auf Lohmanns Kegelbahn um. Später am Breul stellte der SVR gar einen ausgedienten Münsteraner Straßenbahn-Waggon dafür auf.

1973 erfolgte die Erweiterung des Sportplatzes. Geschaffen wurden ein zweites Spielfeld, eine Flutlicht-Anlage und eine 100-MeterLaufbahn sowie Parkplätze. Vier Jahre später konnte der Verein schließlich auch mit Umkleide- und Duschräumen aufwarten. Das heutige Vereinsheim wurde von 1992 bis 1994 mit enormem ehrenamtlichem Engagement verwirklicht. Ein weiterer Meilenstein erfolgte 2011 mit der Einweihung des Kunstrasenplatzes, der auch durch die Eigenleistung zahlreicher Helfer sowie viele Spenden realisiert werden konnte. Und ein Jahr später feierte der SVR mit einem viertägigen Jubiläums-Wochenende sein 100-jähriges Bestehen.


»Das bindet viel Energie.«

Abteilungsleiterin Marion Fabian über die Corona-Maßnahmen


Nächste Projekte sind die Erneuerung der Holzfassade des Vereinsheims sowie die funktionelle Erweiterung der SVR-Website zur Optimierung der vereinsinternen Kommunikation. Zudem hoffe man auf die Fördergelder für die Multifunktionssportstätte, erläutert Udo Nees, der seit 2005 als erster Vorsitzender die Geschicke des heute etwa 1480 Mitglieder zählenden Vereins lenkt und Nachfolger von Horst Buchterkirche ist, der den SVR 30 Jahre lang prägte.

Zu den großen sportlichen Erfolgen der Fußballer zählte der erstmalige Aufstieg der ersten Mannschaft in die Kreisliga A in der Saison 1992/93. Nach etlichen Jahren vergeblicher Anläufe war die Freude beim Team um Trainer Ernst Mackel groß. Nach einem „Ausrutscher nach oben“, dem Aufstieg in die Bezirksliga in der Saison 2012/13, spielt die erste Mannschaft heute unter Trainer Sven Kuschel weiterhin in der Kreisliga A, die zweite Mannschaft in der Kreisliga C. „Wir sind stolz darauf, dass wir ohne finanzielle Zuwendungen an die Spieler die Kreisliga halten können“, sagt Nees mit Blick auf andere Vereine. Von 1979 bis 2000 gab es auch eine erfolgreiche Damenmannschaft im SVR, entstanden 1968 als Mädchenteam beim Jungkolping. Für die aktuelle Saison sind 15 Jugend-Mannschaften gemeldet, darunter vier Juniorinnen-Teams. Zudem gibt es die Alten Herren. Abteilungsleiter ist Burkhard Weber. Von großer Bedeutung für die heutige Gestalt des SVR war die 1967 entstandene Turnhalle der Rinkeroder Grundschule.

Denn zu dem Zeitpunkt traten erstmals rund 80 Frauen dem Verein bei, um sich in der Halle zur Gymnastik zu treffen. Damit war die Basis sowohl für die Entwicklung des Breitensportangebots als auch für die der Tischtennisabteilung gelegt.

Nach deren Gründung im Jahr 1969 ließen die sportlichen Erfolge nicht lange auf sich warten. Aufgrund von dauerhaft guter Jugendarbeit, in der besonders Familie Mangels engagiert war und immer noch ist, kann die Abteilung unter Leitung von Thomas Gremm heute mit vier Jugend- sowie drei Seniorenmannschaften aufwarten. Im vergangenen Jahr wurde das 50-jährige Bestehen gefeiert.

Mehr als 20 verschiedene Angebote umfasst heute das Breitensportprogramm, das von Abteilungsleiterin Marion Fabian gemanagt wird. „Sie hat es auf professionelle Füße gestellt, hat neue Übungsleiter und Angebote gesucht“, findet Nees lobende Worte. Heute sind mehr als 50 Prozent der SVR-Mitglieder in dieser Abteilung sportlich aktiv, viele davon sind ehemalige Fußballer.

Die aktuelle Corona-Situation macht das Engagement für alle SVR-Organisatoren arbeitsintensiver. Habe sie früher ein Mal jährlich einen Belegungsplan erstellt, erläutert Marion Fabian, so seien nun fortlaufend Anpassungen erforderlich, über die die Sportler auch entsprechend informiert werden müssten. So zählt zu den Maßnahmen, dass die beiden Sporthallen vormittags vollständig den Grundschülern vorbehalten sind. In den Ferien wiederum können sie ganztägig vom SVR genutzt werden. Bestimmte Laufwege in die und aus den Hallen sind einzuhalten, es muss Zeit zum Lüften und zum Desinfizieren des Sportmaterials eingeplant werden. „Das bindet viel Energie“, so die Abteilungsleiterin.

Dennoch können fast alle Kurse nun wieder angeboten werden, freuen sich Nees und Fabian. Es sei krass gewesen, wie stark die Fitness in den 14 Wochen Zwangspause nachgelassen habe, schildert die Übungsleiterin ihre Erfahrungen. Doch „die Nachfrage der Sportler ist zurückgegangen“, sind sich beide einig. Es gebe immer wieder Absagen aufgrund der Corona-Lage von vorsichtigen Mitgliedern, nicht nur von den älteren. So seien bei vielen Angeboten aktuell freie Plätze zu vergeben. Die Mitgliederzahl sei aber konstant geblieben, auch Anfragen zur Reduzierung der Beiträge habe es nicht gegeben, zeigt sich Nees dankbar für die Treue der SVR’ler wie auch der Sponsoren. (bim)

sportverein-rinkerode.de