Sonderveröffentlichung

Jubiläumsfest auf Haus Borg Rinkerode
Zusammen 170 Jahre alt

Ein Blick in die Chroniken verrät, was in dieser Zeit passiert ist

Sonntag, 23.09.2018, 21:24 Uhr

Gemeinsam feiern Spielmannszug, Kolpingsfamilie und Kolping-Blasorchester am Wochenende ihre runden Geburtstage in Innenhof von Haus Borg in Rinkerode. Fotos: Vereine/-stk-
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Von Birte Moritz  

Drei Gruppen, die aus der vielfältigen Rinkeroder Vereinslandschaft nicht mehr wegzudenken sind, feiern am 22. und 23. September im Innenhof von Haus Borg Geburtstag. Grund genug, einmal auf die Vereinsgeschichten zurückzublicken.  

► Schon seit 1948 besteht der Spielmannszug. Einen Vorläufer der heutigen Musikgruppe gab es aber schon in den 1920-er und 30-er Jahren. Mit Trommeln, Flöten und einer Pauke marschierten die damals scherzhaft „Rinkeroder Knüppeljungs“ genannten Männer bei Festivitäten durch die Straßen. Dieser Vorläufer „soll Anfang der 20-er Jahre aus den Reihen des Sportvereins hervorgegangen und von Willi Bröker ins Leben gerufen worden sein“, heißt es in der Chronik.

Ausschlaggebend für die Entstehung des heutigen Spielmannszuges im Jahre 1948 war die neu gegründete Laienspielschar des Davertdorfes. Für eine Aufführung auf dem Schulhof benötigte sie eine Musikantengruppe. Kurzerhand sprach man die ehemaligen „Knüppeljungs“ Josef Horstkötter und Heinrich Rips an. Diese trommelten einige junge Männer zusammen und begannen mit der Übungsarbeit. In den Sommerferien vor genau 70 Jahren war es dann soweit: Als erstes Musikstück seiner Geschichte ließ der von Tambourmajor Heinrich Rips geführte Spielmannszug anlässlich des Theaterstücks vor viel Publikum den „Schwedischen Reitermarsch“ erklingen.

Kolpingsfamilie
Kolpingsfamilie

Waren es in den Anfangsjahren 15 Spielleute, so gehören aktuell 28 Aktive dem Zug an. Nicht mehr reine Männersache ist das Musizieren seit dem Frühjahr 1976, als sich sechs junge Frauen der Gruppe anschlossen. Damals wie heute haben die Spielleute zahlreiche öffentliche Auftritte bei jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen. Das Highlight ist dabei nach wie vor das heimische Schützenfest. Aber auch auf das Marschieren im Karnevalsumzug von Frechen nahe Köln, gemeinsam mit den Walsteddern, freuen sich die Musiker immer wieder.

► 60 Jahre Kolpingsfamilie Rinkerode – das sind sechs Jahrzehnte mit vielfältigen Veranstaltungen, für unterschiedliche Altersgruppen und mit unzähligen ehrenamtlich Engagierten. Die Gründung wurde laut Chronik von Heinz Husmann und Ludger Harmann initiiert. Als Tischlergesellen traten sie 1956 in die Kolpingsfamilie Albersloh ein, um dort berufliche Fortbildung und eine Interessenvertretung zu erhalten. Doch die beiden fanden eine solche Vereinigung auch für Rinkerode sinnvoll und riefen daher im Sommer 1957 zu einer ersten Zusammenkunft auf. Am Pfingstsonntag des Jahres fand mit knapp 20 Mitgliedern und zahlreichen Gästen das ganztägige große Gründungsfest statt. Die Kolpingsfamilie traf sich zu religiösen und politischen Diskussionen genauso wie zu Quizturnieren, Film- oder Herdfeuerabenden oder sportlichen Aktivitäten.

Auch Fahrten und Feste gehörten von Anfang an zum umfangreichen Programm. Auch für die Jugendlichen bestanden viele Angebote. Eine erste Jungkolpinggruppe gab es 1960. Man traf sich wöchentlich zu Spiel und Sport und unternahm auch Radreisen. Eine besonders beachtete Gründung war 1968 die des ersten Mädchen-Fußballteams. Zur Einordnung: Erst zwei Jahre später hatte der DFB sein Verbot des Frauenfußballs aufgehoben. Über viele Jahre erzielten die Kolping- Sportlerinnen immer wieder größere Erfolge, bis sie 1979 Teil des SVR wurden.

Kolping-Blasorchester
Kolping-Blasorchester
Im Jahr 1989 zählten die Rinkeroder zu den fünf Preisträgern eines deutschlandweiten Kolping-Wettbewerbs, zum einen für das von Bernhard Arning vorgestellte Projekt „Treffpunkt Jugend“, zum anderen für ihr Gesamtprogramm. Zur jährlichen Generalversammlung treffen sich die Mitglieder immer um den 4. Dezember herum, um sie so mit dem Kolping-Gedenktag zu verbinden.

► Es war im Herbst 1977, als der Vorstand der Kolpingsfamilie den Wunsch aus der Bevölkerung aufgriff, eine eigene Blaskapelle ins Leben zu rufen, die – neben dem Spielmannszug – beim Schützenfest und bei sonstigen Feiern für die Musik sorgen könnte. „Nach reiflicher Überlegung“, wie es in der von Karl- Heinz Droste erstellten Chronik heißt, lud der Vorstand im Dezember des Jahres zu einer Informationsveranstaltung ein. Die Resonanz war erfreulich.

Und so griffen 28 Rinkeroder im Alter von neun bis 50 Jahren erstmals am 13. Februar 1978 zu den meist neuen Instrumenten. Zum Einsatz kamen Trompeten, Posaunen und Hörner, mehrere Schlagzeuge sowie Klarinetten und Saxofone. Im September 1979 wurde das Blasorchester zu einer eigenständigen Gruppe innerhalb der Kolpingsfamilie. Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte es im Mai 1980 bei der Einweihungsfeier des Pfarrzentrums. Und von der Darbietung des KBO gemeinsam mit dem Kolping-Kinderchor beim Weihnachts-Festgottesdienst waren die Besucher derart angetan, dass sie unüblicherweise spontan Beifall spendeten, erinnert die Chronik.

Zusammen 170 Jahre alt Image 4
Bereits innerhalb der ersten zehn Jahre seines Bestehens hatte sich das KBO einen Namen gemacht, so dass zum dreitägigen Geburtstagsfest 1988 weit mehr als 1000 Besucher kamen. Die Feier zum 25-jährigen Bestehen nennt die Chronik ein „Fest der Superlative“. Die Begeisterung für das KBO ließ 30 Musikfreunde aus dem Davertdorf sowie aus Hiltrup im Dezember 1989 sogar einen Fanclub gründen. Auf diese Weise unterstützten sie das Orchester in ideeller und finanzieller Hinsicht.

Außerdem ist das Kolping-Blasorchester offen für neue Mitstreiter. Ein Mal im Jahr veranstaltet es einen „Schnuppertag“, bei dem Kinder und Jugendliche die Instrumente kennenlernen und ausprobieren können. Sind sie interessiert, so erhalten sie KBO-intern eine musikalische Ausbildung, um dann im Vororchester und später im großen Ensemble zu spielen.

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