Sonderveröffentlichung

Eingriffe in Motorsteuerung und Bremse

Stabile Fahrt dank ESP

Ausweichmanöver: ESP kann ein Schleudern des Fahrzeugs schon im Ansatz verhindern.

7.02.2021

Das Elektronische Stabilitätsprogramm im Auto rettet seit Jahren Menschenleben. Das je nach Hersteller unter Abkürzungen wie ESP oder ESC (Electronic Stability Control) geführte System kann das Auto in extremen Fahrsituationen stabilisieren und so Unfälle verhindern.

Auch wenn die Systeme je nach Hersteller unterschiedlich heißen, ist die grundlegende Funktionsweise immer gleich: Einzelne Räder werden gezielt abgebremst, um ein Untersteuern oder Übersteuern des Fahrzeugs zu verhindern, erklärt Achmed Leser vom TÜV Thüringen. „Teilweise wird auch direkt in die Motorsteuerung eingegriffen, was noch schnellere Effekte als ein Bremseingriff bringt“, sagt Leser. All das trägt dazu bei, dass ein Auto in Extremsituationen nicht ausbricht oder ins Schleudern gerät.

Um im richtigen Moment eingreifen zu können, überwacht das System permanent die Signale verschiedener Sensoren. Der Abgleich von Raddrehzahlen, Lenkwinkel und Gierrate erlaubt, instabile Fahrzustände in Sekundenbruchteilen zu erkennen.

Registriert das Steuergerät unerwünschtes Fahrverhalten, greift es sofort ins Fahrgeschehen ein. Das Fahrzeug werde in der Spur gehalten, solange das physikalisch möglich sei, sagt Leser.

Die ESP-Systeme wurden 1995 von der Firma Bosch entwickelt und waren anfangs teuren Oberklassefahrzeugen vorbehalten, erläutert der TÜV Thüringen. Ihren ersten großen Auftritt hatten die Elektronischen Stabilitätsprogramme 1997 beim „Elchtest“: Damals war ein neuer Kompaktwagen während eines schnellen Ausweichmanövers umgekippt und auf dem Dach gelandet. Dieses Ereignis ebnete den Weg für den flächendeckenden Einsatz elektronischer Fahrdynamikregelungen in Fahrzeugen. Sie verbesserten die Fahrsicherheit entscheidend.

Nach Angaben der Unfallforschung der Versicherer haben die elektronischen Systeme allein in den Jahren von 2000 bis 2013 rund 200 000 Unfälle verhindert und 6000 Menschen das Leben gerettet. Seit dem Elchtest stehen ESP & Co. als Synonym für Fahrsicherheit, aber bis zum flächendeckenden Einsatz in Neuwagen dauerte es fast 20 Jahre: Erst 2014 wurde ESP in Europa Pflicht in jedem Neufahrzeug. (sp-x)