Sonderveröffentlichung

Bachelor Professional und Master Professional

Studium ist nicht Pflicht

Foto: dpa/Christin Klose

15.02.2021

Wer Bachelor oder Master werden möchte, muss studieren: So lautete bisher das Credo. Dabei sind die Abschlüsse der Höheren Berufsbildung (zum Beispiel Industriemeister, Fachwirt oder Betriebswirt) schon lange mit den akademischen Titeln gleichwertig. Doch das wussten bislang nur wenige.

Das ändert sich nun. Die Bundesregierung hat mit der Novellierung des Berufsbildungsgesetzes im Januar 2020 die Fortbildungsstufen „Bachelor Professional“ und „Master Professional“ eingeführt. Etwa ein Jahr nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes wurden nun endlich auch die ersten Prüfungsverordnungen mit der neuen Abschlussbezeichnung im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Wer sich fortan etwa in Bilanzbuchhaltung weiterbilden lässt, darf sich auch Bachelor Professional in Bilanzbuchhaltung nennen. Wer geprüfter Betriebswirt wird, trägt gleichzeitig den Titel Master Professional in Business Management.

Carsten Taudt, Geschäftsbereichsleiter Bildung und Fachkräftesicherung der IHK Nord Westfalen: „Für die Absolventen der Höheren Berufsbildung sind das gute Nachrichten. Nun wird auf den ersten Blick deutlich, welch hohes Bildungslevel sie erreicht haben.“ Der Nachweis über die Einstufung des Abschlusses im sogenannten Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) auf Stufe 6 für Fachwirte und Meister ist bekannt, aber die neuen Bezeichnungen sind noch aussagekräftiger. Bachelor oder Bachelor Professional sind gleichwertig, aber nicht gleichartig. „Der Unterschied muss ein Stück weit sichtbar bleiben, um die klaren Vorteile der Praxisorientierung und damit die Einzigartigkeit des Profils dieser Absolventen für kleine und mittlere Unternehmen zu betonen”, so Taudt weiter.

Neben den Bilanzbuchhaltern können ab sofort auch Medienfachwirte, Fachwirte für Einkauf, Industriemeister der Fachrichtung Printmedien und Meister für Veranstaltungstechnik die zusätzliche Abschlussbezeichnung Bachelor Professional erwerben. In NRW werden jedes Jahr circa 10000 Teilnehmer in mehr als 80 verschiedenen Qualifikationsprofilen der Höheren Berufsbildung insbesondere bei den IHKs ehrenamtlich geprüft. „Es wäre wünschenswert, dass all diese Absolventen so bald wie möglich auch den Professional-Titel in der Abschlussbezeichnung tragen dürfen. So unterstreicht schon die Abschlussurkunde die hohe Wertigkeit und Praxistauglichkeit dieser Abschlüsse.“ Laut Taudt sind allerdings noch Beschlüsse der jeweiligen Sozialpartner, die für die Neuregelung dieser Weiterbildungsprofile zuständig sind, notwendig.

■ Weitere Infos gibt es im Internet unter: https://www.ihk-nrw.de/masterplan.


Neue Fortbildungen in der Medienbranche

Nächster Karriereschritt

Künftig gibt es drei neue Fortbildungsregelungen für die Medien- und Veranstaltungsbranche, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) informiert.

Wer in dem Bereich die nächsten Karriereschritte gehen will, kann sich nach der Ausbildung nun zum „Medienfachwirt“, zum „Industriemeister Fachrichtung Printmedien“ oder zum „Meister für Veranstaltungstechnik“ weiterqualifizieren. Absolventen sollen darauf vorbereitet werden, Führungsaufgaben zu übernehmen.

Meister oder Meisterinnen für Veranstaltungstechnik arbeiten zum Beispiel bei Rundfunk- und Fernsehunternehmen, bei Kongressen und Messen oder in Schauspielhäusern, wo sie zum Beispiel Veranstaltungsprojekte eigenständig planen und umsetzen.

Wer eine der beiden Fortbildungen in der Digital- und Printmedienbranche absolviert, den erwarten etwa Führungsaufgaben in verschiedenen Bereichen eines Medienunternehmens, in der Werbebranche oder in Marketingabteilungen von Betrieben. (dpa)
  

Übersicht über die neuen Titel

Die zukünftigen Absolventen der folgenden Fortbildungsabschlüsse sind die ersten, die den Titel des „Bachelor Professional“ beziehungsweise „Master Professional“ führen dürfen:

■ Geprüfter Bilanzbuchhalter – Bachelor Professional in Bilanzbuchhaltung
■ Geprüfter Fachwirt für Einkauf – Bachelor Professional in Procurement
■ Geprüfter Kaufmännischer Fachwirt nach der Handwerksordnung – Bachelor Professional für Kaufmännisches Management nach der Handwerksordnung
■ Geprüfter Industriemeister – Fachrichtung Printmedien – Bachelor Professional in Print
■ Geprüfter Medienfachwirt – Bachelor Professional in Media
■ Geprüfter Meister für Veranstaltungstechnik – Bachelor Professional für Veranstaltungstechnik
■ Geprüfter Betriebswirt nach dem Berufsbildungsgesetz – Master Professional in Business Management nach dem Berufsbildungsgesetz
■ Geprüfter Restaurator im Handwerk – Master Professional für Restaurierung im Handwerk (Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung)