Sonderveröffentlichung

Zwei Weiterbildungsvarianten

Training „on the job“

Wenn Seminare für mehrere Mitarbeiter stattfinden, sind die Kosten für den Arbeitgeber meist nicht allzu hoch. Foto: dpa/Monique Wüstenhagen

4.12.2020

Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Die Verantwortung für die Weiterbildung liegt bei einem selbst. Aber es kann sich lohnen, über das Thema mit dem Arbeitgeber zu sprechen. Schließlich haben auch Unternehmen ein Interesse an Mitarbeitern, die beruflich auf dem aktuellsten Stand sind. „Manche Angebote sind vertraglich, in Tarifverträgen oder in Betriebsvereinbarungen geregelt“, erklärt Tjark Menssen. Er ist Leiter der Rechtsabteilung bei der DGB Rechtsschutz GmbH.
 

FH Münster University of Applied Sciences

Generell gilt: „Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten individuell besprechen, welche Weiterbildung in Frage kommt und wer sie finanziert“, sagt Inga Dransfeld-Haase, Präsidentin des Bundesverbands der Personalmanager (BPM) in Berlin.

Grob lässt sich zwischen zwei Fortbildungsvarianten unterscheiden. Bei der sogenannten Off-the-job-Weiterbildung unterstützen die meisten Firmen das Engagement ihrer Mitarbeiter mit zusätzlichen freien Tagen oder reduzierter Arbeitszeit – zum Beispiel für Bildungsurlaub – über einen abgestimmten Zeitraum. Oft erfolgt dies bei voller Bezahlung. Viele Unternehmen gewähren ihren Mitarbeitern Zuschüsse zu diesen Veranstaltungen oder gewähren zeitlich befristete Darlehen.

Eine weitere Option: Der Arbeitgeber übernimmt komplett die Kosten der Weiterbildung. „Bei dieser Variante meldet das Unternehmen den Mitarbeiter zur Schulung an und wird dadurch zum Vertragspartner des Bildungsträgers“, erläutert Menssen.

Sollte sich der Arbeitnehmer selbst anmelden und der Arbeitgeber ist damit einverstanden, kann das Unternehmen dem Bildungsträger gegenüber eine Kostenübernahme schriftlich erklären oder dem Arbeitnehmer die Kosten erstatten, falls er in Vorleistung getreten ist. In vielen Fällen schließen Arbeitgeber und Beschäftigter eine Fortbildungsvereinbarung.

Bei der sogenannten Onthe-job-Weiterbildung zahlt der Arbeitgeber – wobei sich bei dem Modell die Kosten oft in Grenzen halten. „Hier können Firmen Skalierungseffekte nutzen, in dem ein Online-Seminar, zum Beispiel Business-Englisch, für mehrere Mitarbeiter zur Verfügung gestellt wird“, erklärt Dransfeld-Haase.

Ein weiterer Vorteil für Unternehmen: Mitarbeiter fallen nicht aufgrund tagelanger Abwesenheiten aus. (dpa)