Sonderveröffentlichung

Kapazitäten werden ausgebaut

Universitätsklinikum Münster bleibt bei spezialisierten Ausbildung in der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege

Dienstag, 17.09.2019, 10:16 Uhr

Die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger wird am UKM angeboten. Das Klinikum legt großen Wert auf die Qualität der Ausbildung. Foto: Franziska Koark/dpa
Im Pflegesektor stehen im kommenden Jahr erhebliche Änderungen an: Alle Auszubildenden der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege sollen zwei Jahre lang eine gemeinsame, generalistische Ausbildung erhalten. Dabei besteht die Möglichkeit, im dritten Jahr einen Vertiefungsschwerpunkt in der praktischen Ausbildung zu wählen. „Dann muss man sich entscheiden, ob man sich spezialisieren möchte oder generalistisch bleibt“, blickt Thomas van den Hooven, Pflegedirektor des Universitätsklinikums Münster (UKM), in die Zukunft.

Viele Krankenhäuser bieten nach Inkrafttreten des Bundesgesetzes nur noch die generalistische Ausbildung an. Die Folge: Die Kinderkrankenpflege beispielsweise ist nur noch ein kleiner Baustein während der Ausbildung. Azubis werden dort nun kein vertieftes Wissen mehr erwerben. Das UKM jedoch möchte einen anderen Weg gehen: Das Universitätsklinikum plant, bei der spezialisierten Ausbildung zu bleiben. „Es macht Sinn, denn in Münster leben viele Familien und viele kleine Kinder. Bei der generalistischen Ausbildung könnte die Qualität in der Breite des Berufsbildes leiden“, befürchtet van den Hooven.

"Die Arbeitslast ist groß und die Verweildauer bei vielen gering."

Thomas van den Hooven, Pflegedirektor

Die Ausbildung der Pflegefachkräfte ist im Universitätsklinikum ein großes und wichtiges Thema. Bereits in der Vergangenheit hat man dort stets auf eine gute Qualität geachtet. Im kommenden Jahr wird das Klinikum seine Kapazitäten noch um 50 auf 285 Ausbildungsplätze aufstocken. Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften ist riesig und wachse stets weiter, so Thomas van den Hooven. „Wir brauchen mehr Krankenpflegeplätze. Denn die Arbeitslast ist groß und die Verweildauer bei vielen gering“, erklärt der Pflegedirektor.

UKM Pflege - Universitätsklinikum Münster


Um die Pfleger zu entlasten, werden im UKM Tätigkeiten, die nicht zwingend von Pflegekräften ausgeführt werden müssen, an andere Berufsgruppen übertragen – wie beispielsweise den Transport und die Aufnahme von neuen Patienten. Eine weitere Hilfestellung sind die Krankenpflegeassistenten, die seit dem vergangenen Jahr direkt am UKM ausgebildet werden. Nach einer verkürzten einjährigen Ausbildung unterstützen diese etwa bei der Körper- und Wundpflege oder der Nahrungsaufnahme. Sie übernehmen ein Spektrum an Tätigkeiten, für die keine dreijährige Ausbildung nötig ist, erklärt Thomas van den Hooven: „Es handelt sich hierbei um eine strukturierte Ausbildung mit einem staatlich anerkannten Abschluss“, ergänzt der Pflegedirektor. Die Lehre sei einerseits für alle Menschen gedacht, die bisher aus den unterschiedlichen Gründen noch keine Ausbildung gemacht haben. Ein guter Anreiz, um Fuß im Berufsleben zu fassen. Andererseits kann sie auch für Quereinsteiger einen Weg in den Pflegesektor bahnen. Denn eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem beliebigen anderen Bereich reicht ebenso als Zugangsvoraussetzung.

"Bei der generalistischen Ausbildung könnte die Qualität in der Breite des Berufsbildes leiden."

Thomas van den Hooven, Pflegedirektor

Vor einem Jahr hat das Universitätsklinikum die „Schule für Gesundheits- und Krankenpflegeassistenz“ gegründet Zugangsvoraussetzungen ist mindestens ein Hauptschulabschluss oder eine gleichwertige Schulbildung. Nun haben die ersten Kursteilnehmer ihren erfolgreichen Abschluss gemacht. „Die meisten von ihnen haben bestanden“, freut sich van den Hooven.

Der Großteil von ihnen wird nun direkt auf den Stationen eingesetzt. Einige jedoch haben sich entschieden, im Anschluss an ihr Examen mit der dreijährige Ausbildung zum Kranken-Kinderkranken- und Altenpfleger zu starten.
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