Sonderveröffentlichung

Viel Vernunft im Kompaktwagen

Plug-in-Version für den Kia Ceed SW

Samstag, 14.03.2020, 04:48 Uhr

Kennzeichen: Optisch unterscheidet sich das PHEV-Modell durch den geschlossenen Kühlergrill von seinen Brüdern.
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Als erster Hersteller bringt Kia einen Plugin-Kombi in der Kompaktklasse. Der Ceed SW PHEV stromert knapp 60 Kilometer weit, vom elektrotypisch großen Fahrspaß bleibt er aber ein Stück entfernt. 

Kia bittet nun auch noch den Kompakt-Kombi Ceed Sportswagen an die Elektro-Ladesäule. Zusammen mit dem Crossover XCeed PHEV, mit dem er gemeinsam am 7. März seinen Einstand bei den Händlern gibt, ist er der zweite Teilzeit-Stromer der Ceed-Familie – und sogar der erste Plug-in-Kombi in der Golf-Klasse überhaupt. Ein echter Vorteil für den 34 990 Euro teuren PHEV-Sportswagon. Sein 8,9-Kilowattstunden-Akku speichert genug Strom für bis zu 60 rein elektrische Kilometer.

Um das Potenzial des Autos, das sich den Antriebsstrang mit Xceed und PHEV-Niro teilt, voll auszuschöpfen, braucht man allerdings eine ordentliche Lademöglichkeit zu Hause oder am Arbeitsplatz. Der On-Board-Lader kann maximal 3,3 Kilowatt Leistung aufnehmen, vom Schnellladen ist der Ceed SW also weit entfernt. An der Haushaltssteckdose dauert das Volltanken rund fünf Stunden, an einer für rund 800 Euro erhältlichen Wallbox oder öffentlichen Stromsäulen knapp drei Stunden. Voraussetzung dafür ist, dass man auch das circa 260 Euro teure Typ-2-Kabel dazu kauft.

Doch auch bei vollen Akkus springt der Vierzylinder-Verbrennungsmotor erstaunlich oft an. Sogar im EV-Modus mischt sich der Verbrenner mitunter ein. Von einem elektro-typisch flotten Antritt ist der Ceed SW im Strom-Modus weit entfernt. Gleichmäßig und gemütlich schiebt der 45 kW (61 PS) starke E-Motor den rund 1,6 Tonnen schweren Kombi an; beim Kavalierstart wird niemand in die Sitze gedrückt. Selbst wenn der 77 kW (105 PS) starke Vierzylinder seine Kraft beisteuert und in Summe 104 kW (141 PS) und 265 Newtonmeter Drehmoment bereitstehen, wirkt der Ceed nicht wirklich sportlich. 10,8 Sekunden dauert der Sprint auf 100 km/h, maximal läuft der Kombi 195 km/h – rein elektrisch ist höchstens Tempo 120 drin.

Immerhin: Die Batterie wurde unter der Rückbank und im Kofferraum verstaut. Während im Innenraum überhaupt keine Platz-Einbußen zu verzeichnen sind, muss man im Gepäckabteil auf 188 Liter Stauraum verzichten.

Wie gehabt ist auch der Gesamtauftritt des Plug-in-Ceeds: solide, gut verarbeitet, und unaufgeregt. Innen ist alles beim Alten: Nur das Kombiinstrument wurde um eine Akkustands-Anzeige erweitert und gibt Auskunft über die Leistungsabfrage und die zurückgewonnene Energie, außerdem zeigt der Bordcomputer den aktuellen Kraftfluss an.

Der größte Unterschied zum Nur-Benziner ist der Preis: Mindestens 34 990 Euro ruft Kia für den mit LED-Licht, Lenkassistent, Acht-Zoll-Touchscreen, Rückfahrkamera und Smartphone-Integration ausgestatteten Ceed Sportswagon Plug-in-Hybrid auf–das sind 10 000 Euro mehr als für den etwa gleichstarken Ceed 1.4 T-GDI. Darüber rangieren zwei bessere Ausstattungsvarianten, abgesehen vom erwähnten Typ-2-Kabel und der Wallbox stehen ansonsten fünf Optionspakete zur Wahl.

Die sind in der Top-Version Platinum bereits an Bord, neben einer induktiven Ladeschale gibt es dann auch eine sensorgesteuerte Heckklappe, elektrische Sitzeinstellung für den Fahrer, ein Infotainmentsystem mit großem Bildschirm, Navigation und eine dreigeteilt umklappbare Rückbank. Dann werden 41 190 Euro fällig. (sp-x)
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