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Berufe im Rechts- und Steuerwesen
Von wegen Erbsenzähler

So arbeiten Steuerfachangestellte heute

Samstag, 06.04.2019, 10:01 Uhr

Steuererklärungen bearbeiten und Steuerbescheide prüfen: Was anderen oft erstmal trocken vorkommt, macht der angehenden Steuerfachangestellten Virgina Bach großen Spaß. Foto: dpa
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Augustinus Meyer Steuerberater
Virginia Bach ist noch immer von ihrem Beruf begeistert – auch im dritten Ausbildungsjahr. Einem Job, den sich mancher vielleicht als trocken vorstellt: Die 23-Jährige wird Steuerfachangestellte: „Das ist ein vielfältiger, spannender Beruf, in dem man tiefe Einblicke in interessante Gebiete bekommt“, sagt sie.

Bach lernt in einer mittelgroßen Kanzlei in Hannover, in der die Digitalisierung bereits eingezogen ist – das allerdings ist längst nicht bei allen Steuerberatern der Fall. „Das Berufsbild ändert sich“, sagt Holger Bodmann, Steuerberater und einer der geschäftsführenden Partner bei HSP Steuer. „Die Qualifikation der Auszubildenden wird durch die Digitalisierung beeinflusst. Die zahlenverliebten Einzeltäter, die still vor sich hingearbeitet haben, werden immer weniger.“ Denn mehr und mehr Arbeiten können vom Computer und intelligenter Software übernommen werden.

Immer bedeutender werde es in Zukunft sein, die Geschäftsfelder der Mandanten zu verstehen. „Daher sind soziale Kompetenzen für unsere Mitarbeiter sehr wichtig“, sagt Bodmann. Neben Büroorganisation und Gesprächen mit den Mandanten gehört die Erstellung von Finanzbuchführungen sowie Lohn- und Gehaltsabrechnungen, Jahresabschlüssen, die Bearbeitung von Steuererklärungen und das Prüfen von Steuerbescheiden zu den Aufgaben der Fachangestellten. „Aus den Kanzleien sind die Steuerfachangestellten jedenfalls nicht wegzudenken“, sagt Thomas Hund, Geschäftsführer und Leiter der Berufsrechtsabteilung der Bundessteuerberaterkammer in Berlin. Denn sie arbeiten den Steuerberatern zu, leiten die ersten Schritte der Beratung ein – und je fortgeschrittener sie in ihrem Beruf sind und je mehr Erfahrung sie haben, umso wertvoller werden sie.


"Das ist ein vielfältiger, spannender Beruf, in dem man tiefe Einblicke in interessante Gebiete bekommt."

Virginia Bach, angehende Steuerfachangestellte

Nach der Prüfung stehen den Steuerfachangestellten viele Wege offen. Sie können in einer Kanzlei bleiben oder in die Industrie wechseln. Zudem sind verschiedene Spezialisierungen möglich: zum Beispiel als Bilanzbuchhalter, als Fachassistent für Lohn und Gehalt oder als Steuerfachwirt. Wer die Ausbildung erfolgreich beendet und weitere zehn Jahre berufspraktische Erfahrungen gesammelt hat, kann sogar die anspruchsvolle Prüfung zum Steuerberater ablegen.

Die Vergütung der Steuerfachangestellten in Ausbildung richtet sich nach den Empfehlungen der örtlichen Steuerberaterkammern. Die können sehr unterschiedlich sein. Während die Steuerberaterkammer in Sachsen ein Gehalt von 650, 750 und 850 Euro im ersten, zweiten und dritten Ausbildungsjahr empfiehlt, steigen Auszubildende in Hamburg und Schleswig-Holstein mit 850 Euro pro Monat ein und bekommen nach Empfehlung der dortigen Kammern jedes Jahr 100 Euro mehr. (dpa)
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