Sonderveröffentlichung

Rund um das Auto
Was tun bei Hitze im Pkw?

Lässt sich eine Klimaanlage nachrüsten?

Samstag, 17.08.2019, 08:08 Uhr

Vor dem Start die Umluft-Taste drücken: Bei großer Hitze gibt es beim Bedienen der Klimaanlage im Auto einiges zu beachten. Foto: Christin Klose/dpa
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Hitzerekorde machen auch Pkw-Fahrern zu schaffen. Gut, dass die meisten modernen Autos eine Klimaanlage haben. Aber gerade bei Basisversionen billigerer Neuwagen oder in älteren Gebrauchten ist der Kältespender noch nicht selbstverständlich. Kann man nachrüsten?

Technisch ist es zwar fast immer möglich“, sagt Technik-Experte Marcel Mühlich vom Auto Club Europa (ACE). „Das Problem ist der Aufwand, den man dafür betreiben muss.“ Denn es sind viele Bauteile wie Kompressor, Leitungen, Trockner, Verdampfer und Kondensator unterzubringen. Auch müsse etwa für die Arbeiten das Armaturenbrett raus, um den Verdampfer einzubauen, wo das Kühlmittel Verdunstungskälte in den Innenraum abgibt. „Das ist bei manchen Autos extrem aufwendig.“ Mühlich rechnet bei relativ einfach aufgebauten Pkws mit Preisen zwischen 2000 und 2500 Euro. Es könne aber auch ganz schnell bei 4000 Euro liegen. In der Regel sei das Nachrüsten ein Nischenmarkt, obwohl auch Fremdhersteller es anbieten.

»Der kleine Innenraum eines Autos mit seiner Verglasung heizt sich auf wie ein Gewächshaus.«

Technik-Experte Marcel Mühlich vom Auto Club Europa (ACE)

Wirtschaftlich könnte es sich eher noch bei Oldtimern lohnen. Da gibt es aber einen ganz wichtigen Punkt: „Wenn das betreffende Modell schon mit Klimaanlage angeboten wurde, ist es machbar und empfehlenswert“, sagt der Experte. Er warnt aber: „Wenn es das Fahrzeug niemals mit Klimaanlage gab und es früher auch nicht üblich war, diesen Fahrzeugtyp nachzurüsten, verliert man seinen Oldtimerstatus.“ Dann fällt ein H-Kennzeichen weg. Das könne auch jemandem passieren, der eine moderne Klimaanlage im Oldtimer nachrüsten lässt. „Das hängt immer auch ein wenig vom Sachverständigen ab.“ Entsprechend historisch anmutende Bauteile seien in den Klassiker-Sparten der Anbieter aber durchaus noch auf dem Markt erhältlich. Bei Minivans, Wohnmobilen oder Kleintransportern lässt sich vergleichsweise einfach eine sogenannte Aufbauklimaanlage zum Bei spiel auf dem Dach installieren. Die bekommt den benötigten Strom vom Bordnetz. Die Teile sind aber alle in einer Box untergebracht. Der kalte Luftstrom gelangt dann etwa durch eine Öffnung der Karosserie ins Fahrzeug, etwa am Dach. Solche Dach- oder Aufbauklimaanlagen kosten circa ab 1300 plus Einbau, so Mühlich.

Auf dem Markt gibt es auch für Preise um die 50 Euro sogenannte Verdunstungs-Klimaanlagen für die 12-Volt-Steckdose. Davon rät Mühlich aber ab: „Die sind absolut wirkungslos“, sagt der Fachmann. Sie arbeiten nicht wie richtige Klimaanlagen mit Kühlmitteln wie bei einem Kühlschrank. „Sondern es sind im Prinzip Ventilatoren, vor die ein feuchtes Tuch gehängt wird“, erklärt er.

Der Luftstrom an sich ist zwar zu spüren, aber schlechter als bei einem normalen Ventilator. „Denn hier ist ja noch ein Gehäuse drum.“ Eigentlich wollen die Geräte eine Verdunstungskühle erzielen. „Doch der kleine Innenraum eines Autos mit seiner Verglasung heizt sich auf wie ein Gewächshaus“, sagt Mühlich.

Wenn Verdunstungskühle überhaupt etwas Wirkung zeige, dann um den Nachteil einer höheren Luftfeuchtigkeit. „Sie schwitzen schneller.“ Außerdem können die Geräte bei Unfällen gefährlich werden, wenn sie am Armaturenbrett angebracht sind und Airbags auslösen oder sie durchs Auto fliegen. (dpa)
   
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