Sonderveröffentlichung

Unfall - was nun??
Wenn‘s knallt: Ruhig bleiben

Wildwechsel im Frühjahr besonders gefährlich

Samstag, 16.03.2019, 09:32 Uhr

Bei Straßen, die an Wäldern entlangführen, sollten Autofahrer besonders aufpassen. Dort könnte Wild die Straße kreuzen. Foto: ADAC
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Im Frühjahr ist der Wildwechsel morgens und abends während der Dämmerung gefährlich. Wie man brenzligen Situationen vorbeugt oder ihnen versiert begegnet. 

Zu jeder Tages- und Nachtzeit können Tiere ohne Warnung die Straßen queren. Vorsichtiges Fahren ist deshalb besonders in den Dämmerungsstunden wichtig. Wildunfälle begleiten den Straßenverkehr seit seinen Anfängen. Nahezu genauso lange suchen Verkehrsingenieure, Jäger und Naturschützer nach Lösungen, um Wildunfälle zu verhindern. 

Grundsätzlich gilt: Fuß vom Gas im Wald und an unübersichtlichen Wald- oder Feldrändern. Erhöhte Vorsicht ist vor allem auf neuen Straßen durch den Wald gefordert. Wild ändert vertraute Wege kaum. 

Sollten Tiere auf der Fahrbahn oder am Straßenrand stehen, heißt es: Abblenden, kontrolliert abbremsen und hupen. Meist werden diese dann verscheucht, aber mit Nachzüglern sollte man dennoch rechnen. Denn Wildschweine, Rehe und andere Arten leben oft gesellig.

Wenn eine Kollision unvermeidbar ist, ist ein kontrollierter Aufprall besser als ein unkontrolliertes Ausweichen. Deswegen gilt es, im Ernstfall das Lenkrad festzuhalten, geradeaus zu fahren und dabei zu bremsen. Nach einem Zusammenstoß sollte man die Warnblinkanlage einschalten und die Unfallstelle absichern. Das gilt auch für den Fall, wenn das Tier verletzt geflüchtet ist. Ganz wichtig dabei: Ruhe bewahren.

Anschließend sollte die Polizei informiert werden, wobei der genaue Standort anzugeben ist. In vielen Bundesländern muss bei einem Wildunfall zusätzlich noch ein Jäger informiert werden. Das übernimmt in der Regel die Polizei.

Das tote Tier sollte mann an den Randstreifen ziehen, damit keine Folgeunfälle passieren. Wegen eventueller Tollwutgefahr sollte man die Tiere aber nicht mit bloßen Händen anfassen, sondern nur mit Handschuhen. Auch verletzte Tiere sollte man nicht berühren, da sie sich wehren könnten. Schließlich wartet man, bis die Polizei und der Jäger eintreffen.

Was viele übrigens nicht wissen: Das angefahrene Wild darf vom Unfallort nicht entfernt werden. Wer dies macht, riskiert eine Anzeige wegen Wilderei. Dasselbe gilt auch für die Mitnahme verendeter Tiere für den eigenen Verzehr. Das darf nur der Jagdpächter. (pm)

Zentralruf hilft weiter

Wenn es im Ausland einmal gekracht hat, können Sachschäden auch von daheim aus reguliert werden, sofern es sich um ein EU-Mitgliedsland handelt oder der Gegner aus einem EU-Staat kommt. Das geht auch in der Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein. Dazu solle man sich an den Zentralruf der Versicherer wenden 0800/2502600, rät der ADAC. Dort erfahren Autofahrer, wer als Regulierungsbeauftragter zuständig ist. Es gilt das Schadenersatzrecht des Unfalllandes.

Außerhalb der Europäischen Union müssen sich Autofahrer direkt an den gegnerischen Versicherer wenden. Hilfreich ist der Europäische Unfallbericht: Die deutsche Version gibt es unter anderem auf adac.de/auslandsunfall. (adac)


Rechtsschutz sinnvoll

Ein Rechtsstreit vor Gericht nach einem Unfall kann teuer werden. Aus Sicht der Stiftung Warentest ist deshalb ein Verkehrsrechtsschutz sinnvoll. Grundsätzlich übernimmt sie meist die Kosten für Anwalt, Gutachter und Gericht. Jeder kann die Versicherung abschließen. Doch nicht alle Versicherer decken Kosten ab, wenn es zum Beispiel um Ärger beim Carsharing oder Mietwagen geht. Wichtig beim Abschluss eines Vertrages ist es deshalb, genau auf die Bedingungen zu achten. (dpa)

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