Sonderveröffentlichung

Wertvolle praktische Erfahrungen

Wie viel Berufspraxis brauchen Uni-Absolventen?

Montag, 30.09.2019, 15:06 Uhr

Ein Praktikum im Ausland ist nicht nur ein Abenteuer: Wer schon im Studium Berufserfahrung sammelt, kann damit später bei der Jobsuchepunkten. Foto: dpa
Viele Studierende hangeln sich während des Studiums von Praktikum zu Praktikum. Andere arbeiten über mehrere Jahre als studentische Aushilfe und fühlen sich, als wären sie längst im Berufsalltag angekommen. Für andere steht das Geld-Verdienen im Vordergrund.

Doch muss man als frisch gebackener Uni-Absolvent überhaupt schon passende Berufserfahrung vorweisen? Und wenn ja: wie viel?

Darauf zu verzichten ist aus Sicht von Ragnhild Struss jedenfalls nicht empfehlenswert. „Praktika stellen als einschlägige Praxiserfahrung einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber rein theoretisch ausgebildeten Berufseinsteigern dar“, sagt die Expertin vom Hamburger Karriereberatungs-Unternehmen Struss und Partner. „Daher gilt: Je mehr Praktika man absolviert hat, umso besser.“

Menge allein ist aber nicht alles. In jedem Fall sei es wichtig, dass ein roter Faden erkennbar ist und die Tätigkeiten nicht wild durcheinander gewürfelt wirken, erläutert Struss. „Passen Sie extrem gut zu einer ausgeschriebenen Stelle, können mitunter schon ein bis zwei Praktika ausreichend sein, um zu punkten.“

Grundsätzlich könne man sagen, dass potenzielle Arbeitgeber praktische Erfahrung schätzen, bestätigt Petra Lehmann von der Zentralen Studienberatung der Universität Heidelberg. Das könnten Praktika, studentische Nebentätigkeiten oder Werkverträge sein.

"Praktika stellen einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber rein theoretisch ausgebildeten Berufseinsteigern dar."

Karriereberaterin Ragnhild Struss

Ob es Praxiserfahrung unbedingt braucht, hängt auch vom Studienfach ab. „Grundsätzlich haben es Absolventen technischer und naturwissenschaftlicher Studiengänge einfacher mit dem Berufseinstieg. Aber auch hier sind praktische Erfahrungen von Vorteil“, sagt Petra Lehmann. In den geisteswissenschaftlichen Studiengängen jedoch seien praktische Erfahrungen unabdingbar.

Vorerfahrung kann sich außerdem finanziell auszahlen. Beim Eintritt in geisteswissenschaftliche Berufe hebe Vorerfahrung den Lohn im Schnitt um elf Prozent, erklärt Malte Sander vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Grundsätzlich sei das Einstiegsgehalt in den anderen Bereichen aber höher. (dpa)

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