Sonderveröffentlichung

Berufsbezeichnungen

Der Blick hinter den Namen

Je mehr Infos desto besser: Wer mehr über verschiedene Berufe weiß, findet eher das, was am besten zu ihm passt.. Foto: dpa

18.04.2021

Wellness, Fitness, gesunde Ernährung: Auf Instagram oder Youtube sind das große Themen, für die sich auch viele Jugendliche interessieren. Vielleicht wäre das was fürs Berufsleben? Eine passende Berufsausbildung, in der es um genau diese Inhalte geht, nennt sich Diätassistent. Das klingt für Jugendliche oft wenig ansprechend. Aber wie sehr beeinflussen solche Bezeichnungen wirklich die Berufswahl?

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Da sich Jugendliche unter vielen Berufen nur wenig vorstellen können, gehen viele vor allem danach, was sie aus der Familie kennen, wovon sie schon gehört haben oder was sie sich selbst erklären können. Das reproduziert Muster: Mädchen wollen immer noch sehr gerne in den kaufmännischen Berufen arbeiten. Auch die Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten oder das Berufsfeld Pflege gehören dazu. Jungen würden sich zwar ebenfalls für kaufmännische Berufe entscheiden, hauptsächlich aber für etwas Handwerkliches, beispielsweise als KFZ-Mechatroniker oder Tischler.

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Dass sie dadurch mitunter Chancen vergeben, ihr Potenzial in unbekannteren Berufen einzusetzen, ist den wenigsten bewusst. „Berufe, unter denen Jugendliche sich nichts vorstellen können oder die unattraktiv klingen, werden oft im Vorfeld ausgeschlossen und nicht weiter beachtet“, sagt Monika Hackel vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Das träfe selbst dann zu, wenn deren Tätigkeiten zu ihnen passen würden.


»Berufe, unter denen Jugendliche sich nichts vorstellen können, werden oft nicht weiter beachtet.«

Monika Hackel (BIBB)


Grundsätzlich geht es also für Jugendliche vor allem darum, herauszufinden, welche Ausbildungen es überhaupt gibt und was hinter den Bezeichnungen wirklich steckt. Berufsberaterin Sarah Müller empfiehlt Jugendlichen dafür, auch im Alltag mehr darauf zu achten, was die Menschen im eigenen Umfeld beruflich machen, und aktiv das Gespräch mit Familie, Freunden und Bekannten zu suchen. „Junge Menschen können hinterfragen: Was haben meine Eltern gelernt oder studiert, und was arbeiten sie heute? Als was arbeitet meine Tante, mein Cousin oder mein Nachbar?“

Auch aktiv zu beobachten, welche Berufsgruppen einem tagtäglich begegnen - wie die Verkäuferin, die Angestellten in der Bank, die Fahrerin der Straßenbahn, der Mitarbeiter beim Arzt – kann die Augen für neue oder unbekannte Berufsfelder öffnen. „Viele junge Menschen können nach genauerer Beobachtung zumindest Berufsbereiche benennen, die sie interessant finden“, so Müller. Dann würden sich etwa Praktika oder Messebesuche eignen, um Berufe und Tätigkeiten kennenzulernen. (dpa)
   

Eine klassische Win-Win-Situation

Foto: WFG
Foto: WFG

Die digitale Ausbildungsmesse „Tahlent“ bietet viele Möglichkeiten. Die Unternehmen haben die Chance, Talente zu entdecken, die sie in den kommenden Jahren zu Fachkräften ausbilden können. Jugendliche können sich auf der Internetseite mit verschiedenen Möglichkeiten für ihre Zukunft beschäftigen, Unternehmen kennenlernen und eventuell direkt eine Ausbildung finden.
  
  

Schon früh mit Berufswahl befassen

Ein Jahr vor dem Schulabschluss

Schule aus und dann? Spätestens ein Jahr vor dem Abschluss sollten sich Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Berufswahl befassen. Darauf weist die Bundesagentur für Arbeit auf ihrem Portal „abi.de“ hin.

Wichtig ist dabei aber, sich selbst nicht zu viel Druck zu machen. Die Entscheidung für einen Beruf bedeutet nicht, dass man sein Leben lang nur diesen einen Job ausüben wird. Denn lineare Lebensläufe sind selten geworden, heißt es auf „abi.de“. Vielmehr sei es normal, dass Berufstätige häufig ihren Arbeitgeber oder den Beruf wechseln. Stellt sich also die getroffene Entscheidung später als falsch heraus, lässt sich das immer noch korrigieren.

Schülerinnen und Schüler, die noch gar nicht wissen, was sie später mal werden wollen, sollten ihren Fokus zunächst auf eine Selbsteinschätzung legen. Dazu überlegt man sich zum Beispiel, welche Schulfächer einem am meisten liegen und recherchiert, welche Berufe ähnliche Inhalten bieten. Auch ganz grundsätzliche Fragen können weiterhelfen. Etwa, ob man gerne mit Menschen arbeitet, kreativ ist oder in der Freizeit einer besonderen Leidenschaft nachgeht. Es lohnt sich, Familie und Freunde um eine Einschätzung zu bitten.

Nicht zuletzt gehört es zum Prozess der Berufswahl, passende Ausbildungsstellen zu recherchieren und zu finden – und darauf zu achten, die Bewerbungen rechtzeitig abzuschicken. Die meisten Ausbildungen starten im August oder September, es kann jedoch Ausnahmen geben.

Für all diese Informationen lohnt auch ein Blick auf die digitale Ausbildungsmesse „Tahlent“. Sie richtet sich auch an Jugendliche, die noch etwas Zeit für ihre Ausbildungssuche haben.