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Wie ein Hotel auf Wasser

Seniorenkino: „Aufbruch zum Mond“ am 12. Februar im Cinetech

Samstag, 02.02.2019, 12:23 Uhr

Ulli Schwalbe ist Kapitän auf der „A-Rosa Brava“. Nach Angaben des Branchenverbandes IG River Cruise waren 2017 knapp 15 000 Menschen auf Flussschiffen in Europa beschäftigt. Foto: dpa
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Ein großer schwarzer Sessel ist der Arbeitsplatz von Ulli Schwalbe. Vor sich hat er zwei Bildschirme mit Karten, daneben befinden sich etliche Knöpfe und ein kleiner Joystick. Mit diesem steuert Schwalbe „ein großes Stück Stahl“, wie er sagt: das Flusskreuzfahrtschiff „A-Rosa Brava“. 

Im Schichtbetrieb mit zwei Offizieren hält Schwalbe die Stellung im Steuerhaus, sorgt dafür, dass die knapp 200 Passagiere auf ihrer neuntägigen Fahrt auf dem Rhein einen schönen Urlaub haben. „Das ist einfach ein Stück Freiheit hier oben“, antwortet er auf die Frage, was ihm am meisten an seinem Beruf gefällt. Seit knapp fünf Jahren ist Schwalbe Kapitän bei A-Rosa. Vorher hat er auf Frachtschiffen gearbeitet. „Kohle, Kies, Benzin – fast alle Flusskreuzfahrtkapitäne haben mal Güter transportiert.“ Irgendwann kam der Wunsch auf, Passagiere zu transportieren – obgleich Schwalbe mit einem Lächeln sagt: „Kohle meckert nicht, Passagiere manchmal schon.“ Jeweils drei bis vier Wochen ist der Kapitän an Bord, dann drei bis vier Wochen zu Hause. Wenn das Schiff in den Städten anlegt, geht Schwalbe nicht allzu häufig von Bord: „Ich hab ja schon alles gesehen.“ 

Nach Angaben des Branchenverbandes IG River Cruise waren 2017 knapp 15 000 Menschen auf Flussschiffen in Europa beschäftigt – pro Schiff meist zwischen 35 und 40 Crewmitglieder. Laut Ben Wirz, Vizepräsident der IG River Cruise, arbeitet der größte Teil davon im Hotelbereich – sprich Küche, Service, Housekeeping. Der kleinere Teil ist im nautischen Bereich tätig. Dazu gehören neben dem Kapitän meist ein Ingenieur und Matrosen. 

Welche Voraussetzungen muss man mitbringen, um auf einem Flussschiff zu arbeiten? „Das sind im Grunde dieselben wie im Hotel“, sagt Wirz: „Mitdenken können, lernen wollen.“ Formal haben die Mitarbeiter im Hotelbereich meist eine Ausbildung in einer Hotelfachschule absolviert. Daneben seien Englischkenntnisse wichtig. In der Nautik gibt es dagegen vorgegebene Karriereschritte vom Matrosen bis zum Kapitän.

Ähnlich wie in der gesamten Hotelbranche sei es nicht leicht, gutes Personal für Flusskreuzfahrtschiffe zu finden, so Wirz. „Das ist in den Augen vieler einfach kein sexy Job. Die Bezahlung spielt sicher eine Rolle, man hat wenig Privatsphäre, ist 24 Stunden am Arbeitsplatz.“ Der Bedarf steigt jedoch stetig an. Immer mehr Neubauten werden in Dienst gestellt. Wirz sieht auch die positiven Seiten der Arbeit auf dem Schiff: „Man reist viel, sieht viel, hat mit den unterschiedlichsten Gästen zu tun – das ist einfach eine gute Schule.“

Drei Decks unterhalb von Kapitän Ulli Schwalbe hat Michael Frahm, Hotelmanager auf der „A-Rosa Brava“ sein Büro. In der 17. Saison ist der gelernte Restaurantfachmann auf Flusskreuzfahrtschiffen unterwegs – zunächst im Restaurant, später als sogenannter Night- Auditor, der während der Nachtschicht den Empfang leitet. Nebenbei war er dann als Zahlmeister tätig, seit 2013 ist er Hotelmanager.

Im Gegensatz zu Schwalbe geht Frahm immer wieder in den Städten von Bord. Auf einem Hochseekreuzfahrtschiff zu arbeiten, kann er sich deshalb nicht vorstellen. „Die Welt will jeder sehen, aber oft kommen die Kollegen einfach nicht von Bord.“ Zudem sei die Arbeit auf einem Flusskreuzfahrtschiff durch die kleinere Mannschaft deutlich familiärer. „Der Zusammenhalt der Crew ist schon etwas ganz Besonderes“, so Frahm. (dpa)

Wann sich eine dritte Seite lohnt

Anschreiben und Lebenslauf gehören in jede Bewerbung. Wer möchte, kann auch eine sogenannte dritte Seite einfügen. Bewerber können sie nutzen, um mehr über die eigene Persönlichkeit zu erzählen als in Anschreiben und Lebenslauf möglich ist, sagt der Karriereberater Martin Wehrle. Sie ist kein Muss, bietet sich aber an, wenn man weitere relevante Informationen hervorheben und so Interesse wecken will. Zum Beispiel können Bewerber Hobbys mit Bezug zum Beruf sinnvoll einbinden. „Wer Theater spielt, kann erläutern, inwieweit er dabei seine Rhetorik für Verhandlungen und Meetings schult“, sagt der Experte.

Die dritte Seite ist auch sinnvoll, wenn Bewerber näher auf ihren Lebenslauf eingehenmöchten. Jemand, der unkonventionelle Wechsel im Berufsleben vorgenommen habe, könne seine Entscheidungen an dieser Stelle begründen. Wichtig: Die Informationen sollen für den Personaler neu sein und nicht nur die vorherigen Seiten paraphrasieren. (dpa)

Gärtner beliebtester grüner Beruf

Der Gärtner bleibt ein beliebtes Ausbildungsziel unter den landwirtschaftlichen Berufen. Im Ausbildungsjahr 2018/2019 sind 5309 Azubis in diese Lehre gestartet, was einem Plus von 0,7 Prozent entspricht. Das teilt der Deutsche Bauernverband mit. In den sogenannten grünen Berufen rund um die Landwirtschaft wurden bis zum 30. September 2018 insgesamt 13 465 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, 1,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Steigende Zahlen verzeichnen dabei der Beruf des Pferdewirts und der erst seit 2013 bestehende Beruf des Pflanzentechnologen. Bei Landwirten gab es einen Rückgang um 3,6 Prozent. (dpa)

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