Sonderveröffentlichung

Nachgefragt: Das denkt Kinderhaus
Wunsch nach Nostalgie

Traditionen werden gepflegt: Besonders zu den Festtagen denken viele gerne zurück

Mittwoch, 19.12.2018, 14:32 Uhr

Die traditionellen Krippen kommen bei den Besuchern immer am besten an. Sie verbreiten Nostalgie. Zu den Festtagen lassen auch viele Familien gerne alte Traditionen und Bräuche wieder neu aufleben. Fotos: Walter Schröer(2)/acf(2)
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Früher war alles besser – so heißt eine bekannte Alltagsweisheit. Gerade in Bezug auf Weihnachten hat sich in den vergangenen Jahrzehnten enorm viel verändert. Damals fiel alles etwas bescheidener aus und das Beisammensein im Kreise der Familie stand im Vordergrund – zumindest, wenn man den Erzählungen der Großeltern lauscht.

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Heute ist die Weihnachtszeit für viele mit Stress verbunden. Auf den letzten Drücker Geschenke einkaufen zwischen überfüllten Weihnachts-
marktständen. Viel zu oft gerät dabei in Vergessenheit, dass der Advent auch eine Zeit der Entschleunigung und Besinnung ist.

Wir haben uns im Stadtteil einmal umgehört, wie die schönste Weihnachtserinnerung der Kinderhauser aussieht. Veronika Kossow erinnert sich immer gerne an die aufregende Spannung, die sie in ihrer Kindheit vor dem Weihnachtsfest hatte: „Ich durfte eine gefühlte Ewigkeit nicht in das Wohnzimmer, weil da die Geschenke unterm Baum lagen. 


»Zu Weihnachten wollen wir alle eine heile Welt haben. Es ist die Zeit des Jahres, um Ruhe zu finden.«

Walter Schröer, Vorsitzender des Heimatmuseums Kinderhaus

Und an diesem hing ein kleine hölzerne Nachtwächterfigur, die die Geschenke bewachte.“ „Diese Tradition haben wir schon von den Großeltern übernommen“, ergänz ihr Vater Martin Kossow. Ihr Vater ergänzt: „Wir feiern das Fest noch sehr traditionell in einer großen Familie mit 28 Personen – da stellen sich noch alle der Größe nach auf und singen.“

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„Früher war alles weniger am Konsum orientiert, da hat mein Vater den Baum nur mit Äpfeln und Nüssen geschmückt“, sagt Frauke Fitting. Ohnehin sei in ihrer Kindheit alles noch viel Harmonischer gewesen, denn die Familie saß auf engstem Raum am Kamin und es habe nie Streit gegeben, erinnert sich die 76-Jährige. Ein besonderes Bedürfnis nach Nostalgie hat auch Walter Schröer, Vorsitzender des Kinderhauser Heimatmuseums, in unzähligen Gesprächen mit den Besuchern der derzeitigen Krippenausstellung im Lepramuseum ausmachen können. „Wir haben hier ja eine Vielzahl an Krippen aus den unterschiedlichsten JahrJahrzehnten. Was mir allerdings immer wieder auffällt, ist, dass sowohl bei den älteren Besuchern als auch bei Kindern die traditionellen Krippen viel besser ankommen als die modernen“, erklärt Schröer. Selbst die Playmobil-Krippe, die der Heimatmuseums- Vorsitzende in seiner Ausstellung hat, sorgt bei den Schulklassen nicht für so viel Begeisterung wie die alten Krippen, die Schröer über die Jahre von Kirchen oder aus Privathaushalten erhalten hat.

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„Zu Weihnachten wollen wir alle eine heile Welt haben. Es ist die Zeit des Jahres, um Ruhe zu finden. Das war früher schon so und hat sich bis heute nicht viel verändert“, äußert er den Wunsch, weshalb viele Menschen in seine Krippenausstellung kommen. Da viele Kirchen ihre Krippen mittlerweile gegen modernere und abstraktere Modelle ausgewechselt haben, freuen sich die Besucher der Ausstellung über die Detailliertheit der ausgestellten Figuren. (acf)




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Krippenausstellung

Im Heimatmuseum Kinderhaus, im alten Pfründnerhaus an der St. Josef-Kirche, Kinderhaus 15, findet auch in diesem Jahr wieder die größte Krippenausstellung Münsters statt. Dort werden derzeit rund 250 Krippen und Krippendarstellungen in allen Etagen des Museums sowie auch im Lepramuseum präsentiert. Es befinden sich mehrere Mazzotti-Krippen darunter. Die Ausstellung ist noch bis zum 27. Januar immer sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet und kann in dieser Zeit kostenlos besichtigt werden. Führungen für Kita-Gruppen oder Schulklassen sind auch unter der Woche nach vorheriger Anmeldung unter Telefon 0251/21 16 09 möglich.
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